Neues Buch beleuchtet politische Teilhabe in Südtirol und im Trentino

Demokratie unter Druck?

Freitag, 23. Januar 2026 | 09:45 Uhr

Von: luk

Bozen – Wie steht es um die Demokratie in Südtirol und im Trentino, und wohin entwickelt sie sich? Mit diesen Fragen setzen sich die Politikwissenschaftler Elisabeth Alber und Günther Pallaver in ihrem gemeinsamen Buch „Demokratie in Südtirol und im Trentino“ auseinander, das in den kommenden Wochen bei zwei öffentlichen Veranstaltungen vorgestellt wird.

Die erste Buchvorstellung findet am Dienstag, 27. Jänner 2026, von 19.30 bis 21.00 Uhr in der Bibliothek Schlanders (Schlandersburgstraße 6) statt. Eine weitere Präsentation folgt am Mittwoch, 4. Februar 2026, um 18.30 Uhr in der Stadtbibliothek Brixen am Domplatz. Beide Abende bieten Gelegenheit, mit den Autorinnen und Autoren über politische Teilhabe, demokratische Entwicklungen sowie Zukunftsperspektiven in den beiden autonomen Provinzen ins Gespräch zu kommen.

In ihrem Buch analysieren Alber und Pallaver die jüngsten Entwicklungen und den aktuellen Zustand der Demokratie in Südtirol und im Trentino. Die politischen Systeme der beiden Länder werden dabei in den internationalen Diskurs über die Krise liberaler Demokratien eingeordnet. Untersucht werden die drei zentralen Demokratieformen – die repräsentative, die direkte und die dialogisch-partizipative Demokratie – und deren konkrete Ausprägung auf Landes- und Gemeindeebene.

Ein zentrales Thema der Studie ist die politische Beteiligung. Die Autorin und der Autor zeigen auf, dass Demokratie und Partizipation untrennbar miteinander verbunden sind und sich gegenseitig bedingen. Sinkende Wahlbeteiligung, ein abnehmendes Vertrauen in politische Institutionen sowie demokratiekritische Positionen in Teilen der Gesellschaft werden als Indikatoren für eine geschwächte Demokratie benannt. Gleichzeitig verweisen Alber und Pallaver auf demokratische Innovationen und neue Beteiligungsformate, die dazu beitragen können, demokratische Prozesse zu stärken. Ausgehend vom Ist-Zustand formulieren sie den Bedarf an Reformen, um der Demokratie in Südtirol und im Trentino neue Strahlkraft zu verleihen.

Das Buch ist bewusst prägnant und leicht verständlich geschrieben. Es richtet sich an eine breite Leserschaft und insbesondere an junge Menschen. Die Publikation versteht sich als Beitrag zur politischen Bildung und als Anstoß, sich aktiv mit Demokratie und Partizipation auseinanderzusetzen.

Zu den Autorinnen und Autoren

Elisabeth Alber ist Politikwissenschaftlerin mit einem Doktorat an der Universität Innsbruck und hat Internationale Beziehungen und Diplomatie an der Universität Turin studiert. Sie leitet die Forschungsgruppe „Partizipation und Innovationen“ am Institut für vergleichende Föderalismusforschung von Eurac Research in Bozen. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Demokratie, Beteiligung und institutionelle Innovationen.

Günther Pallaver ist emeritierter Universitätsprofessor für Politikwissenschaft und Medien. Er lehrte unter anderem an der Universität Innsbruck und ist seit 2021 Senior Researcher am Institut für vergleichende Föderalismusforschung von Eurac Research. Seine Studien führten ihn nach Innsbruck, Salzburg, Wien, Verona und London. Pallaver gilt als ausgewiesener Experte für politische Systeme, Föderalismus und Demokratieentwicklung.

Bezirk: Bozen

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