Morandell zieht positive Bilanz

Die Soziale Mitte der SVP lädt zum Austausch: Wohnen im Mittelpunkt

Montag, 15. Juni 2026 | 12:27 Uhr

Von: mk

Bozen – Auf Einladung der Sozialen Mitte der SVP fand am Freitag ein Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Gewerkschaften, Sozialverbände sowie zivilgesellschaftlicher Organisationen statt. Ziel des Treffens war es, aktuelle soziale Herausforderungen zu diskutieren und gemeinsame politische Schwerpunkte zu definieren.

„Die Expertise und die Impulse dieser wichtigen Interessensvertreter sind für unsere politische Arbeit von großem Wert. Nur im direkten Austausch können wir passgenaue und wirksame Lösungen entwickeln“, betont Gabi Morandell, Vorsitzende der Sozialen Mitte.

Morandell zeigt sich erfreut über die große Resonanz: „Ich schätze es sehr, dass unsere Einladung von allen Beteiligten so positiv aufgenommen wurde. Deshalb wird es im Herbst eine Neuauflage geben. Unser Ziel ist ein kontinuierlicher Dialog, von dem alle Seiten profitieren.“

Im Mittelpunkt des Treffens stand das Thema Wohnen. Trotz wichtiger Maßnahmen, die in dieser Legislaturperiode bereits umgesetzt wurden, bleibt bezahlbares Wohnen für viele Menschen eine der größten sozialen Herausforderungen.

Besonders kritisch sehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die derzeitigen Wartezeiten bei der Wohnbauförderung. „Wenn Menschen bis zu zwei Jahre auf die Bearbeitung ihrer Anträge warten müssen, ist das einfach zu lang. Gerade Familien und junge Menschen, die auf diese Unterstützung angewiesen sind, brauchen Planungssicherheit und zeitnahe Entscheidungen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf“, betont Morandell.

Ein weiteres zentrales Thema war der gemeinnützige Wohnbau. Dabei wurde deutlich, dass die derzeitige Regelung des Mietzinses – Landesmietzins minus fünf Prozent – den unterschiedlichen Gegebenheiten im Land nicht ausreichend Rechnung trägt.

„Was in den Städten ein angemessener Mietzins sein mag, kann für ländliche Gebiete bereits zu hoch angesetzt sein. Deshalb sollte der Landesmietzins differenziert berechnet werden und die tatsächlichen Gegebenheiten in den einzelnen Landesteilen berücksichtigen“, erklärt Morandell.

Diskutiert wurde auch die Dauer der Bindung bei gemeinnützigen Mietwohnungen. Nach Ansicht der Teilnehmer sollte die Verpflichtung zur Vermietung zu einem sozialen Mietzins nicht nach 30 Jahren auslaufen. „Wenn öffentliche Mittel eingesetzt werden, muss die soziale Zweckbestimmung langfristig gesichert werden. Analog zur Konventionierung sollte auch die Bindung im gemeinnützigen Wohnbau dauerhaft ohne Limit bestehen bleiben“, so Morandell.

Diese und weitere Vorschläge sollen nun gemeinsam mit den Sozialpartnern und den zuständigen politischen Entscheidungsträgern weiterentwickelt und vorangetrieben werden.

Insgesamt zieht Morandell eine positive Bilanz: „Die Gespräche haben gezeigt, dass es viele gemeinsame Anliegen gibt und die Bereitschaft groß ist, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Auf dieser Grundlage werden wir den Dialog fortsetzen.”

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen