Von: ka
Bozen – Seit Monaten liegen das Land und das Lehrpersonal miteinander im Clinch. Zwar wird auch über die Schulpolitik und die Wertschätzung des Lehrberufs gestritten, letztlich geht es aber vor allem um das Eingemachte: das Geld.
Im Laufe des letzten Jahres wurde der Konflikt mit immer härteren Bandagen geführt. Als die Lehrkräfte ankündigten, alle Zusatzleistungen – etwa Ausflüge, Elternabende oder Begleitdienste – zu „bestreiken“, antwortete das Land, es werde erst wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren, wenn die Lehrer diesen „Streik“ aufgäben. Das Lehrpersonal war empört und sprach von „Erpressung“. In der Folge wurde wochenlang kaum miteinander geredet.

Die Leidtragenden dieses „Land-Lehrerkriegs“ sind die Schüler, denn die Lehrer „bestreiken“ alle Ausflüge und außerschulischen Aktivitäten. Für die Lehrer mag es ein „günstiges Mittel” sein, um Druck auf die Landesregierung auszuüben – im Gegensatz zum herkömmlichen Streik werden Gehaltsabzüge vermieden –, aber die Schüler werden um wertvolle Erfahrungen und Lerninhalte gebracht, die ihnen Besuche von Museen und Veranstaltungen aller Art im In- und Ausland bieten würden.
Der Ärger der Schüler und Eltern ist inzwischen Resignation gewichen. Während einige Ausflüge und Lehrfahrten in Eigenregie organisiert werden, haben sich die meisten mit „Schule pur” abgefunden. Mancherorts tun sich jedoch tiefe Gräben auf, denn die „Lehrerboykotte” ermüden inzwischen nicht nur die Südtiroler, sondern schaden auch dem Dorfleben. „Es darf nicht sein, dass das Ehrenamt und die sportliche Ausbildung der Jugend zum Spielball von Tarifkonflikten werden, obwohl bereits ein großes Entgegenkommen von Landesseite zu spüren ist”, meint etwa der Lananer Gemeindesportreferent Jürgen Zöggeler zu Recht.

Nun liegt das Entgegenkommen des Landes auf dem Tisch. Vorgesehen ist eine durchschnittliche Erhöhung von rund 400 Euro brutto pro Monat.
Das ist ein faires Angebot. Gerade mit Blick auf die Konjunktur, über der infolge des Iran-Kriegs dunkle Wolken aufziehen, können die heimischen Lehrkräfte kaum ein besseres Angebot erwarten. Wer möchte sich zudem schon Maßlosigkeit vorwerfen lassen?
Es wäre schön, wenn in den Klassen, in der Beziehung zwischen Eltern und Lehrern sowie im Dorfleben wieder etwas mehr Ruhe einkehren würde, denn die Südtiroler sind die Streitereien leid.




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