Abschlussabend im Lanserhaus

“Eppan kann Vorbild für partizipative Ortsentwicklung sein”

Freitag, 13. Februar 2026 | 11:12 Uhr

Von: mk

Eppan – Am 11. Februar 2026 fand im Lanserhaus in Eppan die Abschlussveranstaltung zum Bürgerbeteiligungsprozess rund um das Areal Rastwiesen / ehemalige Mercanti-Kaserne statt – unter dem Titel „Von den Rastwiesen über die Mercanti-Kaserne zurück zu einem Viertel“. Das Projekt betrifft die Entwicklung eines zentralen Zukunftsareals auf dem ehemaligen Militärgelände; Eigentümerin ist das Land Südtirol, die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit der Gemeinde und Euregio Plus SGR.

„Ohne Druck aus der Opposition gäbe es diesen Prozess so nicht“

Für die Liste ProEppan Appiano ist klar: Dass es diesen Bürgerbeteiligungsprozess überhaupt gibt, sei Ergebnis jahrelanger politischer Arbeit in der Ratskommission Rastwiesen. „Dort hat unsere Fraktion konsequent darauf gedrängt, dass die Entwicklung dieses Areals nur unter systematischer Einbeziehung der Ideen, Vorschläge und Bedürfnisse der Eppaner Bevölkerung stattfinden darf. Wir haben diese Notwendigkeit in der Kommission immer wieder eingebracht – und konnten schließlich auch Kolleginnen und Kollegen anderer Parteien davon überzeugen, dass es ohne Beteiligung keinen tragfähigen Weg gibt“, erklärt Gemeinderatsmitglied und Vertreter von ProEppan Appiano, Felix von Wohlgemuth, in einer Aussendung.

Vom Ideenwettbewerb zur Beteiligung

Die Bürgerbeteiligung sei bewusst breit aufgestellt worden – von Bürgercafés, Stakeholder-Treffen bis hin zu einem Bürgerrat. Die Formate sollten sicherstellen, dass Ortsentwicklung nicht nur technisch gedacht werde, sondern als Projekt für die Dorfgemeinschaft.

„Genau dieser Mix war entscheidend: Ortsentwicklung ist mehr als Planungsrecht – sie ist sozialer Zusammenhalt, Leistbarkeit, Mobilität, Freiraum und Lebensqualität. Auf der Grundlage der so erhobenen Wünsche der Bevölkerung wurde dann ein innovativer Ideenwettbewerb durchgeführt, an welchem sich viele namhafte Architekturbüros beteiligt haben und dessen Gewinner, feld72 architekten, nun an der Erstellung des Durchführungsplanes maßgeblich beteiligt waren“, erklärt Felix von Wohlgemuth.

Der in Eppan eingeschlagene Weg könne damit Vorbild sein, wie Stadt- und Ortsentwicklung mit der Bevölkerung gelinge. „Nicht gegen sie.“

Jetzt beginnt die Umsetzungsphase

Der Durchführungsplan, zu dem ProEppan Appiano als Fraktion zahlreiche Änderungsvorschläge eingebracht habe und viele davon wurden übernommen worden seien, werde nun vom Ausschuss diese Woche verabschiedet. Danach folgt die gesetzliche Frist von 30 Tagen, wo jeder zum Plan eine Stellungnahme abgeben kann. Anschließend stehen Abstimmungen und Schritte mit Euregio Plus SGR an.

„Genau hier braucht es aus unserer Sicht einen Kurswechsel: Die bisherigen Verhandlungen sind zu wenig transparent. Wir fordern nachvollziehbare Informationen über Ziele, Zeitplan, Entscheidungswege und Spielräume, damit Öffentlichkeit und Gemeinderat die Entwicklung seriös begleiten können. Mit der Abschlussveranstaltung endet Beteiligung nicht, sie muss auch in der Umsetzung verbindlich bleiben“, fordert Felix von Wohlgemuth.

Der stärkste Wunsch aus den Beteiligungsformaten – und weit darüber hinaus im ganzen Land – sei günstiger und leistbarer Wohnraum, besonders für junge Menschen und junge Familien.

Pro Eppan Appiano warnt ausdrücklich davor, „Wohnraum für Ansässige“ politisch als leistbar zu verkaufen, wenn er in der Realität nahe am Marktpreis liege. „Ein Teil der Flächen ist für sozialen Wohnbau vorgesehen – doch das allein reicht nicht“, so Felix von Wohlgemuth. Entscheidend sei, dass in den Verhandlungen mit dem Land und den Umsetzungspartnern zusätzliche, wirksame Instrumente greifen, damit das neue Viertel nicht von ökonomischen Interessen dominiert werde, sondern den Bürgerwillen realisiere.

ProEppan Appiano fordert mehrere Punkte für die Umsetzung

  • Beteiligung fortsetzen: regelmäßige öffentliche Updates, transparente Entscheidungswege und weiterhin Dialogformate in der Umsetzungsphase.

  • Leistbarkeit verbindlich absichern: klare Quoten und Modelle, die tatsächlich unter Marktpreis wirken (nicht nur Etiketten).

  • Qualität des Viertels sichern: großzügige Freiräume, nachhaltige Mobilität, soziale Infrastruktur – damit ein lebendiges Quartier für kommende Generationen entsteht.

Das Fazit von ProEppan Appiano lautet: Ein Vorzeigeprojekt sei möglich – aber nur, wenn die Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprozesses jetzt nicht verwässert würden. Pro Eppan Appiano will die Umsetzung konstruktiv-kritisch begleiten und weiter darauf drängen, dass aus Beteiligung reale Politik werde.

Bezirk: Überetsch/Unterland

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