Von: APA/dpa/AFP
Zwei Tage nach Beginn des US-israelischen Kriegs gegen den Iran hat die israelische Armee erneut massive Angriffe auf Teheran geflogen. Die Luftwaffe habe “unter Anleitung der Geheimdienste” einen weiteren “umfassenden Angriff auf Ziele des iranischen Terrorregimes” im Zentrum der Hauptstadt gestartet, erklärte die Armee am Montag. Irans Sicherheitsratschef Ali Larijani lehnte mögliche Verhandlungen mit den USA ab.
Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten am Montag von starken Explosionen im Zentrum von Teheran, die Wohngebäude erschütterten. Auch im Westen der Stadt waren heftige Detonationen zu hören.
Am Samstag hatten Israel und die USA massive Angriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden unter anderen der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei und andere iranische Führungsfiguren getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel, Staaten am Golf und US-Einrichtungen in der Region.
Mitglieder der Revolutionsgarden und Soldaten getötet
Wie iranische Nachrichtenagenturen am Montag berichteten, wurden bei US-israelischen Angriffen im Iran drei Mitglieder der Revolutionsgarden sowie fünf Soldaten der iranischen Armee getötet. Die drei Gardisten seien bei einem Angriff auf die westliche Provinz Lorestan getötet worden, meldete die Agentur ISNA unter Verweis auf eine Mitteilung der Revolutionsgarden. Bei einem weiteren Angriff auf die westiranische Stadt Khorramabad seien fünf Mitglieder der iranischen Armee getötet worden, zitierte die Nachrichtenagentur Tasnim eine Mitteilung der iranischen Armee.
Ehefrau von Khamenei erlag Verletzungen
Iranische Medien meldeten am Montag den Tod der Ehefrau des getöteten geistlichen Oberhaupts des Iran, Ayatollah Ali Khamenei. Zwei Tage nach dem US-israelischen Angriff auf Khameneis Residenz in Teheran sei seine Frau, Mansoureh Khojasteh Bagherzadeh, am Montag ihren Verletzungen erlegen, berichteten mehrere iranische Medien. Die 79-Jährige hatte nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim seit dem Angriff im Koma gelegen. Auch Khameneis Tochter, sein Schwiegersohn und seine Enkelin waren getötet worden.
Israels Militär: Mehr als 600 Stellungen angegriffen
Die israelische Armee erklärte, sie werde ihre Angriffe im Iran verstärken. “Wir werden die Schlüsselelemente dieses Regimes zunehmend angreifen und den Schaden weiter intensivieren. Das wird so lange dauern, wie es nötig ist”, sagte ein Armeesprecher vor Journalisten.
Seit Samstag griff die israelische Luftwaffe nach Angaben eines Armeesprechers mehr als 600 Stellungen im Iran an. Darunter seien mehr als 20 Ziele iranischer Militärführer, mehr als 150 Boden-Boden-Raketen und über 200 iranische Luftverteidigungssysteme, hieß es in einer Mitteilung. Bisher seien mehr als 110.000 israelische Reservisten in Vorbereitung für Kämpfe an mehreren Fronten mobilisiert worden, hieß es weiter.
Nach Angaben des Roten Halbmonds wurden seit Beginn der US-israelischen Angriffe im Iran mehr als 550 Menschen getötet. Das berichteten staatliche Medien in der Islamischen Republik am Montag. Mehr als 100.000 Rettungskräfte seien landesweit im Einsatz, hieß es in einer Mitteilung der humanitären Organisation. Mehr als 130 Landkreise seien vom Krieg betroffen.
Iran meldet Angriff auf Netanyahus Amtssitz
Der Iran meldete weitere Angriffe auf Israel. Die Revolutionsgarden nahmen nach eigenen Angaben dabei auch den Amtssitz des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und das Hauptquartier des israelischen Luftwaffenkommandanten mit Raketen ins Visier. Das iranische Staatsfernsehen meldete eine erneute Angriffswelle mit Raketen und Drohnen auf Ziele im südisraelischen Beersheba.
Der Iran hat nach Angaben seiner Revolutionsgarden bisher 500 mit den USA und Israel verbundene Ziele in Nahost angegriffen. “Seit Beginn des Konflikts haben die tapferen Soldaten der iranischen Streitkräfte 60 strategische Ziele und 500 Ziele des amerikanischen Militärs und Ziele des zionistischen Regimes attackiert”, erklärten die Revolutionsgarden unter Verwendung von Teherans Bezeichnung für den Staat Israel. Zudem seien mehr als 700 Drohnen und hunderte Raketen abgefeuert worden.




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