Von: APA/AFP/Reuters
Aus der iranischen Hauptstadt Teheran wird eine neue Welle israelischer Luftangriffe mit heftigen Explosionen in mehreren Bezirken der Millionenmetropole gemeldet. Zuvor hatte das israelische Militär auf Telegram den Beginn einer weiteren Serie umfangreicher Attacken auf Regierungseinrichtungen der Islamischen Republik verkündet. Außerdem gab es bei einem Angriff auf eine Rundfunkstation in Bandar Abbas gegenüber der Straße von Hormuz laut Staatsmedien einen Toten.
In Teheran stationierte Reporter des arabischen Senders Al Jazeera berichteten von “beispiellosen” Explosionen. Vor allem in den östlichen Vierteln der Stadt soll es Detonationen gegeben haben. Die Luftabwehr sei im Dauereinsatz, hieß es. Auch staatliche iranische Nachrichtenagenturen berichteten von Explosionen und Angriffen. “Explosionen zu hören in Teheran”, teilte MEHR mit. Auch FARS berichtete von “Luftangriffen auf Teile von Teheran”.
Beim “völkerrechtswidrigen” Angriff in Bandar Abbas sei einer der Sicherheitsmitarbeiter getötet und ein weiterer Mensch verletzt worden, erklärte der iranische Staatssender IRIB am Montag. Ziel des Angriffs sei eine Sendeanlage des “Radio- und Fernsehzentrums des Persischen Golfs” gewesen.
Außerdem wurden laut einem iranischen Medienbericht in der Stadt Urmia im Nordwesten des Landes Wohnhäuser bei einem Luftangriff zerstört. Rettungskräfte suchten nach Menschen unter den Trümmern, meldete die staatsnahe Nachrichtenagentur Nour News.
Golfstaaten melden erneut Angriffe auf ihre Territorien
Unterdessen meldeten mehrere Golfstaaten erneut Angriffe auf ihre Territorien. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte Montagfrüh, zwei Marschflugkörper im Anflug auf die Hauptstadt Riad entdeckt zu haben. Eine Rakete sei abgefangen worden, die andere sei in unbewohntem Gebiet abgestürzt.
Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate teilte mit, die Streitkräfte des Landes “reagieren derzeit auf eingehende Raketen- und Drohnenbedrohungen aus dem Iran”. Wenige Stunden zuvor hatten die Behörden im emiratischen Abu Dhabi gemeldet, dass ein indischer Staatsbürger durch herabfallende Trümmer eines abgefangenen Marschflugkörpers verletzt worden sei.
In Bahrain waren unterdessen Luftschutzsirenen zu hören. Das bahrainische Innenministerium wies die Bürgerinnen und Bürger des Landes in Onlinediensten an, “Ruhe zu bewahren und sich zum nächstgelegenen sicheren Ort zu begeben”.
Revolutionsgarden drohen mit Angriffen auf israelische Kraftwerke
Die iranischen Revolutionsgarden drohten indes mit Vergeltungsangriffen auf Kraftwerke in Israel und auf solche, die US-Stützpunkte in der Region mit Strom versorgen. Das ging aus einer Montagfrüh veröffentlichten Erklärung hervor. “Wenn ihr die Elektrizität trefft, treffen wir die Elektrizität”, hieß es darin.
US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag gedroht, iranische Kraftwerke anzugreifen, sollte Teheran nicht binnen 48 Stunden die Straße von Hormuz für die Schifffahrt öffnen. Zugleich dementierten die Garden, Wasserentsalzungsanlagen in der Region angreifen zu wollen.
Pause von Angriffen auf US-Botschaft in Bagdad verlängert
Die pro-iranische Miliz Kataeb Hisbollah im Irak verlängerte ihre fünftägige Pause von Angriffen auf die US-Botschaft in Bagdad. Die Frist werde “um weitere fünf Tage verlängert”, erklärte die Kataeb Hisbollah am Montag. Die Gruppe fügte hinzu, sie werde “auf jede Verletzung durch den Feind angemessen” reagieren und einen Vermittler über ihren “Reaktionsmechanismus” informieren.
Am Donnerstag hatte Kataeb Hisbollah erklärt, sie werde die Angriffe auf die Botschaft in Bagdad unter bestimmten Bedingungen einstellen, darunter ein Ende der Angriffe auf Wohngebiete im Irak und in den südlichen Vororten Beiruts. Zuvor war die US-Botschaft mehrmals mit Drohnen und Raketen angegriffen worden.
In der Nacht auf Sonntag und im Verlauf des Tages war es jedoch zu mehreren Angriffen in Bagdad gekommen. Am Flughafen der irakischen Hauptstadt richteten sich die Angriffe nach Angaben eines irakischen Sicherheitsvertreters gegen ein diplomatisches und logistisches Zentrum der USA.
Daraufhin wurden Stellungen des pro-iranischen Netzwerks Hashd al-Shaabi südlich von Bagdad attackiert. Die Angriffe galten Kataeb Hisbollah, wie ein Sprecher der Gruppierung sagte. Die Miliz ist Teil des auch als “Volksmiliz” bekannten Bündnisses Hashd al-Shaabi. Offiziell wurde das Bündnis in die irakischen Streitkräfte eingegliedert, agiert aber weitgehend autonom. Die Milizen sind zudem Teil des pro-iranischen Netzwerks Islamischer Widerstand im Irak, das sich zu Angriffen auf US-Stützpunkte in dem Land bekannt hat.
Seit Beginn des Iran-Kriegs ist Bagdad immer wieder Ziel von Drohnenangriffen, die sich unter anderem gegen den Flughafen und weitere vom US-Militär genutzte Einrichtungen richten.
Israel und die USA hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.




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