Von: luk
Bozen – Die Ausstellung „Queer Nature“ im Naturmuseum Südtirol sorgt für heftige politische Auseinandersetzungen in der Landesregierung. Auslöser ist neben der Schau auch die begleitende Musiktheater- und Drag-Performance „Animali queer“ im Theater Carambolage.
Landeshauptmannstellvertreter Marco Galateo spricht von einer „woken Ideologie“, die die Wissenschaft für politische Zwecke missbrauche. Museen dürften nicht zu „ideologischen Bühnen“ werden, sondern müssten Orte neutraler Wissensvermittlung bleiben, so Galateo.
Dem widerspricht Museumslandesrat Philipp Achammer entschieden. Die Ausstellung basiere auf wissenschaftlich dokumentierten Beobachtungen zu biologischer Vielfalt, darunter gleichgeschlechtliches Verhalten im Tierreich, nicht-binäre Fortpflanzungssysteme oder Geschlechtswechsel bei bestimmten Arten. „Die Wissenschaft ist frei und bleibt frei“, betont Achammer. Politische Eingriffe in die Museumsautonomie seien unzulässig.
Auch die Grünen stellen sich hinter das Museum. Luca Bertolini, Co-Sprecher der Südtiroler Grünen, bezeichnete Galateos Kritik als „absurd“. Wer wissenschaftliche Inhalte pauschal als „woke“ abwerte, betreibe keine Kulturpolitik, sondern versuche, kulturelle Freiheit einzuschränken. Museen müssten unabhängig bleiben – in Forschung, Vermittlung und gesellschaftlicher Debatte.
Die Ausstellung ist Teil der international beachteten „Queer Nature Photography Awards“ und thematisiert Biodiversität, dokumentiertes Verhalten bei zahlreichen Tierarten, nicht-binäre Fortpflanzungssysteme, Geschlechtswechsel im Laufe des Lebens.




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