Ein erfreulicher Wahlabend für FPÖ-Spitzenkandidat Vilimsky

FPÖ erreicht bei EU-Wahl erstmals Platz eins

Sonntag, 09. Juni 2024 | 18:49 Uhr

Von: apa

Die EU-Wahl in Österreich ist geschlagen und sie hat erstmals bei einem bundesweiten Urnengang die FPÖ auf Platz eins gebracht. Mit (laut Trendprognose von 17 Uhr) 27 Prozent dürften die Freiheitlichen ÖVP und SPÖ hinter sich lassen. Die Volkspartei hat hier in einem engen Duell mit 23,5 zu 23 Prozent derzeit knapp die Nase vorn. Grüne und NEOS schaffen wohl beide mit 10,5 Prozent die Zweistelligkeit. Die KPÖ liegt wie die DNA aktuell unter der entscheidenden 4-Prozent-Marke.

Freilich ist all das noch mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Denn es handelt sich um eine Prognose der Institute FORESIGHT, ARGE Wahlen und Peter Hajek für APA, ORF und Puls4 ohne tatsächlich ausgezählte Stimmen. Die dürfen zwar bereits ausgewertet, nicht aber veröffentlicht werden, solange die Wahl in anderen Ländern noch läuft. So wird man erst um 23 Uhr genaueres wissen. Die Schwankungsbreite der Prognose liegt bei 2,5 Prozent.

Die FPÖ mit ihrem Spitzenkandidaten Harald Vilimsky dürfte jedenfalls in etwa am Niveau ihres bisherigen Rekordergebnisses von 27,5 Prozent bei der EU-Wahl 1996 landen. Das wäre ein Plus von rund zehn Prozentpunkten. ́ Für die ÖVP wird es wohl fix, für die SPÖ möglicherweise das schlechteste Ergebnis bei einem europäischen Urnengang. Die Volkspartei erleidet mit etwa elf Prozentpunkten minus den bisher größten Absturz bei einer Bundeswahl, die Sozialdemokraten treten auf der Stelle.

Die NEOS wiederum können über das beste Ergebnis ihrer noch recht jungen Geschichte jubeln. Das Plus liegt bei zwei Punkten. Die Grünen kommen nach den Turbulenzen um ihre Spitzenkandidatin Lena Schilling mit einem blauen Auge davon und büßen nur 3,5 Prozentpunkte ein. Die KPÖ steigerte sich von 0,8 auf drei Prozent. Ganz ausgeschlossen ist ein Einzug ins EU-Parlament noch nicht. Spitzenkandidat Günther Hopfgartner sieht jedenfalls “ein gewisses Sprungbrett im Hinblick auf die Nationalratswahlen”. Die Listenerste der erstmals kandidierenden DNA, Maria Hubmer-Mogg, zeigte sich über die prognostizierten 2,5 Prozent enttäuscht und will nicht für den Nationalrat kandidieren.

Deutlich besser war die Stimmung bei den Freiheitlichen. Spitzenkandidat Harald Vilimsky sah ein Votum für mehr nationale Selbstbestimmung. Die Angstkampagne der Konkurrenz sei ins Leere gelaufen. Der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ) erwartet, dass man diesen Trend auch bei der Nationalratswahl im Herbst spüren wird.

Trotz starker Verluste von einer gelungenen Aufholjagd sprach VP-Generalsekretär Christian Stocker. Mit einem zweistelligen Verlust könne man zwar keine Freude haben, das Ergebnis sei aber respektabel. Spitzenkandidat Reinhold Lopatka nannte die starken Einbußen “bitter”, erkannte aber auch die “riesige Chance” und eine “gute Basis”, das im Herbst schon wieder gut zu machen.

Seitens SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim erwartet man angesichts von Platz eins der FPÖ ein kollektives Aufwachen und dann im Bund ein Duell zwischen Parteichef Andreas Babler und FPÖ-Obmann Herbert Kickl um Platz eins. Sollte es heute allerdings nur für Platz drei reichen, wäre man dann aber doch nicht zufrieden. Realistisch äußerte sich Spitzenkandidat Andreas Schieder: “Rückenwind wäre besser gewesen.” Die SPÖ befinde sich weiter in einer schwierigen Phase.

Angesichts der nun prognostizierten Mehrheit für die FPÖ in Österreich rief auch Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) im Hinblick auf die Nationalratswahl im Herbst einmal mehr dazu auf, gemeinsam aufzutreten “gegen die rechte Hetze”. Spitzenkandidatin Lena Schilling will sich nach einem für sie turbulenten und “argen” Wahlkampf nun mit Herz für die Klimagerechtigkeit in Brüssel kämpfen. Nicht schlecht reden lassen wollte sich NEOS-Spitzenkandidat Helmut Brandstätter sein “hervorragendes Ergebnis”, obwohl es knapp hinter den Umfragen-Werten blieb. Parteichefin Beate Meinl-Reisinger zeigte sich begeistert: “Wir sind Gewinner heute.”

Statt wie bisher mit 19 Abgeordneten wird Österreich nach der Wahl künftig mit 20 Mandataren in Straßburg bzw. Brüssel vertreten sein. Grund dafür ist die für die kommende Legislaturperiode beschlossene Erhöhung der Gesamt-Mandatszahl im EU-Parlament, das in Zukunft 720 statt 705 Sitze stark sein wird.

Die Freiheitlichen würden nach derzeitigem Stand drei Mandate dazugewinnen, die NEOS eines. Die ÖVP verliert im Gegenzug zwei, die Grünen eines. Die SPÖ bliebe gleich.

Wenig begeistert vom Ausgang in Bezug auf den Sieg der FPÖ war Österreichs scheidender EU-Kommissar Johannes Hahn (ÖVP): “Ein Reputationsschub war das nicht. Das Ergebnis der Freiheitlichen sei “keines, über das man sich freuen kann”.

Kommentare

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14 Kommentare auf "FPÖ erreicht bei EU-Wahl erstmals Platz eins"


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landlar
landlar
Tratscher
13 Tage 18 h

TOP TOP TOP TOP TOP TOP TOP TOP TOP TOP
BRAVO OESTERREICHER.
DER SCHRITT IN DIE RICHTIGE RICHTUN.

N. G.
N. G.
Kinig
13 Tage 18 h

Nun, ich würde nicht behaupten das der Nationalsozialismus un Deutschland in den 1930 und 40igern die richtige Richtung war nur weil in der Großteil der Bevölkerung wollte.

OrtlerNord
OrtlerNord
Universalgelehrter
13 Tage 16 h

landar…
🤮🤮🤮🤮🤮🤮
Die Braunen auf dem Vormarsch!

mitoga
mitoga
Tratscher
13 Tage 15 h

Fehlt nur dass sie den Deutschen noch einen gescheiterten Künstler schicken und die braune Gülle vergiftet erneut unseren Kontinent… 💩

Goennenihrwichtigtuer
Goennenihrwichtigtuer
Universalgelehrter
13 Tage 13 h

Dr Pseudolinke Chef Ideologe hots uanfoch no nia verstonden, dass genau selle dumme Vergleiche zu den Ergebniss geführt hoben.. 👌 Deine Nazikeule interessiert kuan Mensch mehr…

geh mir net
geh mir net
Tratscher
13 Tage 18 h

es geht gut los😂👍

oldenauer
oldenauer
Superredner
13 Tage 18 h

Und es wird noch besser

diskret
diskret
Universalgelehrter
13 Tage 17 h

Sowas gehört auch mal in Südtirol

sarnarle
sarnarle
Universalgelehrter
13 Tage 16 h

Bravo
Glückwunsch der FPÖ

algunder
algunder
Universalgelehrter
13 Tage 18 h

sauber
jetz schaugmor wias suscht weiter geat

Aurelius
Aurelius
Kinig
13 Tage 13 h

mich wundert das nicht dass es einen Rechtsruck gegeben hat

honga
honga
Superredner
13 Tage 14 h

Jaja, jeder soll wieder sein eigenes süppchen kochen. Den kuchen/braten teilen sich dann aber usa, china, russland und indien. Der einfluss bzw. die meinung von ein paar hansl interessiert die dann natürlich gar nicht. Als südtiroler sollten wir es ja besser wissen. Aber besonders die rechten unter uns treten immer wieder auf denselben rechen und wundern sich, dass es schmerzt.

Johnny
Johnny
Tratscher
13 Tage 12 h

Ein guter Tag für Österreich und die deutschsp. Südtiroler. Mit der FPÖ ist eine Partei an der Spitze der Wählergunst die nicht die Interessen einer EU- und Globalistenkaste in den Vordergrund rückt sondern so wie es sein soll die Anliegen der Menschen im Land in dem man zur Wahl antritt vertritt. Die FPÖ ist auch besonders für die Anliegen der Tiroler südlich der Unrechtsgrenze engagiert. 

Zugspitze947
13 Tage 3 h

Johnny: Träum weiter,denn du wirst dich wundern wenn diese BRAUNEN tatsächlich den Kanzler stellen würden ! 😡😝😢Aber noch ist das lange nicht sicher 🙂

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