"Eine Frau war zu wenig"

Frauenquote auf den Gemeindewahllisten: Grüne und SVP erfreut

Donnerstag, 20. Oktober 2022 | 12:15 Uhr

Bozen – Ein Grüner Gesetzentwurf zu den Frauenquoten auf den Gemeindewahllisten ist angenommen worden. Der Regionalrat hat das Vorhaben heute verabschiedet. Auf den Listen für die Gemeinderatswahlen müssen künftig ein Drittel weibliche Kandidaten stehen und es dürfen nur zwei Drittel männliche Kandidaten stehen.

Grüne erfreut

Die Grünen zeigen sich darüber erfreut. “Die Grüne Fraktion im Regionalrat hat es – nach Jahren hartnäckigen Dranbleibens! – geschafft: Künftig muss ein Drittel der Kandidaten-Plätze bei den Gemeindewahlen auf jeder Liste mit Frauen besetzt werden. Dies ist ein enorm wichtiger Schritt angesichts der Tatsache, dass bis dato eine einzige Frau auf einer Liste ‘genügte’.”

“Viele Studien zeigen, dass die Gemeinde die Ebene der demokratischen Institutionen ist, wo der Eintritt für Frauen am schwierigsten ist. Bei der Zusammenstellung der Listen fiel oft erst am Ende auf, dass Frauen fehlen. Dann suchte man in aller Eile eine, um sie ans Listenende zu setzen und so das eigene Gewissen zu beruhigen. Dass dies nicht reicht, wurde vom Regionalrat nun eingesehen. Denn Frau zu sein und in ein politisches Amt gewählt zu werden, ist auch heute noch enorm schwierig. Dies zeigen die Ergebnisse der letzten Gemeindewahlen in Südtirol: Hier wurden 13 Bürgermeisterinnen und 103 Bürgermeister gewählt; in den meisten Gemeinden erreicht der Anteil der gewählten Frauen keine 25 Prozent”, so die Grünen.

“Zusammenfassung: Südtirol brauchte dieses Gesetz dringend. Und das Gesetz brauchte seinerseits einen langen Atem. Immer wieder wurde seine Behandlung im Plenum verschoben. Umso froher ist die Grüne Fraktion im Regionalrat, dass sich das Warten ausgezahlt hat und das Gesetz am heutigen Donnerstag mit 27 Ja-Stimmen angenommen wurde“, so die Erstunterzeichnerin Brigitte Foppa. “Dies ist ein enorm wichtiger Schritt hin zu einer ausgeglichenen Politik, in der die gleichermaßen wichtige Sicht der Frauen hoffentlich nie wieder zu kurz kommt.”

Kritik zu dieser Frauenquote kommt hingegen von den Freiheitlichen. 

SVP: “Harte Quote ist Schritt in die richtige Richtung”

Heute wurde im Regionalrat nach langen Diskussionen endlich beschlossen, dass künftig ein Drittel der Listenplätze bei Gemeindewahlen tatsächlich mit Frauen besetzt sein müssen. „Mit dieser neuen Regelung greift die Quote nun endlich! Es ist im Interesse der gesamten Gesellschaft, dass sich möglichst viele Frauen in die Politik einbringen. Eine gute Gemeindepolitik ist nur möglich, wenn sowohl Männer als auch Frauen ihre Kompetenzen, ihre Sichtweise und ihre Expertise zum Wohle der Gemeinschaft einbringen,“ betont Landesfrauenreferentin Renate Gebhard.

Mit dem heutigen Beschluss des Regionalrates gilt in Zukunft bei Gemeinderatswahlen dieselbe Frauenquote wie bei Landtagswahlen. Sind auf einer Liste nicht ein Drittel der Listenplätze tatsächlich von Frauen besetzt,  werden Männer anteilsmäßig von der Liste gestrichen. „Die neue Regelung ist ein längst fälliger Schritt in die richtige Richtung. Bisher war eine Liste rechtlich auch in Ordnung, wenn nur eine einzige Frau auf der Liste war. Die Quote war also „zahnlos“ und wurde leider noch zu oft nicht beachtet,“ so die Landesfrauenreferentin. Diesen Missstand könne man auch an den aktuellen Zahlen sehen: von 323 Listen, die in Südtirol bei den letzten Gemeinderatswahlen angetreten sind, erfüllten lediglich 23 Prozent die Quote, indem sie ein Drittel des unterrepräsentierten Geschlechts auf ihrer Liste hatten. Der Frauenanteil in den Südtiroler Gemeinderäten ist zudem mit 19 Prozent auch in Vergleich zu anderen Regionen noch viel zu gering, so Gebhard.

„Die neue Bestimmung ist eine große Chance und ein Auftrag zu gleich! Es gilt nun, jene Frauen entsprechend zu fördern, die sich für eine Kandidatur zur Verfügung stellen und sich politisch in ihrer Gemeinde einbringen wollen“, betont die Landesfrauenreferentin, die abschließend auch den SVP-Mandatarinnen Magdalena Amhof, Paula Bacher, Waltraud Deeg und Maria Hochgruber Kuenzer für ihren beherzten Einsatz dankt.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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33 Kommentare auf "Frauenquote auf den Gemeindewahllisten: Grüne und SVP erfreut"


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inni
inni
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

FRAUENQUOTE ist eine diskriminierende Ungleichbehandlung überall dort, wo es sie gibt:
 
Vorrang bekommt nicht unbedingt die qualifiziertere Person, sondern jene die dem weiblichen Geschlecht angehört. Das ist eine verfassungswidrige Handhabe, die auf allen Ebenen abgeschafft gehört … ohne Wenn und Aber❗

Superredner
1 Monat 13 Tage

@inni theoretisch müsste man am Verfassungshof gegen solche Quoten entsprechend rechtliches Mittel einlegen. Solche Methoden sind definitiv gegen jeglicher Grundsätze der Gleichstellung vor dem Gesetzt, man kann nicht präferiert, geschlechterspezifisch öffentliche Stellen vergeben.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 13 Tage

Vor allem, wenn sie in der Führungsetage gefordert wird.
Dann hast du eine Kandidatin und 10 Kandiaten und die eine muss mit in die Führung gewählt werden, egal ob sie nun qualifiziert ist oder nicht.

Rationalist
Rationalist
Grünschnabel
1 Monat 13 Tage

Absolut unlogisch dass eine gewisse Anzahl an Kandidaten weiblich sein muss. Unter den Wahlberechtigten gibt es gleich viele Frauen wie Männer und jeder kann selbst bestimmen ob er/sie eine Frau oder einen Mann wählt. Gibt es das Interesse an mehr weiblichen Politikern führt dies automatisch zu mehr weiblichen Kandidatinnen. Zudem gibt es keine Regelung für eine Mindestanzahl an Männer was dann keine Gleichberechtigung mehr ist

Jonny Cash
Jonny Cash
Grünschnabel
1 Monat 13 Tage

Und wenn Mann keine Frau kandidieren lässt, wo kann dann jeder selbst bestimmen, ob er Frauen oder Männer wählt?

Rationalist
Rationalist
Grünschnabel
1 Monat 13 Tage

Bei jeder Wahl kandidieren auch Frauen. Jedoch werden sie weniger gewählt. Würden plötzlich sehr viele eine Frau wählen, auch wenn nur wenige Frauen bei der Wahl kandidieren, dann habe es bei der nächsten Wahl automatisch mehr weibliche Kandidaten

jochgeier
jochgeier
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

@Jonny Cash es geht um das was hier passiert nicht irgendwo.

gerry456
gerry456
Grünschnabel
1 Monat 13 Tage

Hab ja kein Problem damit, dass Frauen im Gemeinderat oder wo auch immer vertreten sind. Wenn sie das aber nur mit Hilfe von Quoten schaffen ist das einfach nur lächerlich. Bin absolut dagegen, dass man das mit Gesetzen regulieren muss.

Jonny Cash
Jonny Cash
Grünschnabel
1 Monat 13 Tage

Es geht um die Wahllisten, nicht um die Gemeinderäte. Bitte zuerst lesen, dann verstehen, und erst dann antworten, danke.

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
1 Monat 12 Tage
@Jonny Cash so ein Blödsinn… es isch iaz jo a schun a frauenquote in den Ämtern, wer sog dass de hem nit af des Gesetz ungepasst werrt, dass sich die Frauen “vertreten” genug fühlen? so kemmen sie uanfoch in den gemeinderat, in den landtag oder zu einem amt des staates, ohne die Wählerstimmen hinter sich zu haben… einfach nur weil es ein Gesetz so sagt, reiner schwachsinn und alles andere als demokratisch! denn wenn eine frau gut ist, bekommt sie stimmen und bekommt ein Amt und so soll es sein und bleiben!! reine grüne Ideologie dass die armen frauen es… Weiterlesen »
Jonny Cash
Jonny Cash
Grünschnabel
1 Monat 12 Tage

Es geht hier nicht um Ämter, aber natürlich kann ein Gesetz kommen, wie du es beschreibst. Aber warte mit dem Aufregen doch bis es soweit ist. Im Moment geht es um ganz was anderes, nämlich um die Frage, ob weiterhin die SVP-Männer im Dorf darüber entscheiden, ob Frau auf die Liste kommt.

ehrlich2020
ehrlich2020
Tratscher
1 Monat 13 Tage

Des hot jo koan Sinn. Wieso brauchs ba Wahlen a Quote?? Wenn a Frau bessa orbatit in do Politik kriagse mehr Stimmen und fertig?
A Quote hot ba Leistung nix zu suachn, politische Leistung hot nix mitn Geschlecht zu tian

Jonny Cash
Jonny Cash
Grünschnabel
1 Monat 13 Tage

Frau kann gut sein, wie sie will, wenn Mann sie gar nicht auf die Wahlliste setzt. Und ohne eigenen Namen auf der Wahlliste kann Frau gar nicht zeigen, ob sie vielleicht besser arbeitet als Mann. sollte sie gewählt werden.

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

@Jonny Cash.. dein Engagement für die Rechte der Frauen scheint im traditionell patriarchalischen, heiligen Landl nicht so gut anzukommen….

Jonny Cash
Jonny Cash
Grünschnabel
1 Monat 12 Tage

Hast recht, aber nur teilweise. Die Schreiber hier würde ich nicht als Durchschnitt unserer Gesellschaft sehen.

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
1 Monat 12 Tage

@Jonny Cash..Ich gebe Dir insofern recht, dass der QUERschnitt der SüdtirolerInnen von den hier kommentierenden Einheimischen nicht repräsentiert wird. Aber bewerten und antworten kann man halt nur Diese/n…

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 13 Tage

Find ich gut. Man kann nicht erwarten, dass es bei den Gewählten ein gewisses Verhältnis gibt, wenn sich nicht genug bewerben, um dieses Verhältnis erreichen zu können.

Rationalist
Rationalist
Grünschnabel
1 Monat 13 Tage

das Verhältnis der Wahlberechtigten ist genau 50% Männer und 50% Frauen. wo ist die Ungerechtigkeit?

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 13 Tage

@Rationalist Wo steht in meinem Post was von Ungerechtigkeit?

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Frauenquote ist ein Unsinn
es kommt auf die Fähigkeiten an

Blitz
Blitz
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Qualifikation vor Quote, egal wer !

loki
loki
Grünschnabel
1 Monat 13 Tage
Dieses Gesetz wirft jetzt schon einige Fragen auf: a) Nehmen wir an, ich als Mann mit weiteren 8 Männern einer XY-Partei möchten unbedingt bei der Wahl antreten, wir finden aber, aus welchen Gründen keine 3 Frauen, sondern nur 2. D.h. 3 Männer dürfen bei der Wahl nicht antreten. Das würde bedeuten, es wird so durch dieses Gesetz das passives Wahlrecht aberkannt. Ob das jetzt Verfassungswidrig ist wäre zu klären. b) Gleiche Situation wie oben und um dieses Gesetz zu umgehen, frage ich die Freundin der Tante einer Bekannten, ob sie nicht pro forma sich als Kandidatin zur Verfügung stellt. Problem… Weiterlesen »
Oracle
Oracle
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Braucht man wirklich eine Frauenquote, wenn die Hälfte der Wählerschaft Frauen sind?

jochgeier
jochgeier
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

eine kandidaten liste nach quote zu erstellen ist schon allerhand. fähige frauen die gewillt sind mit zu arbeiten werden auch ohne quote gewählt.

FrauLilli
FrauLilli
Neuling
1 Monat 13 Tage

Was haben die Frauen im Landtag für uns Frauen gemacht?Wo seid ihr bei der Mindestrente,da hört man nix dass ihr euch für mehr Rente ( meistens Frauen ) betroffen einsetzt,oder als die Rente für Frauen auf 67 Jahr angehoben wurde,auch da hörte man nix.Die einzige die ich wählen würde ist die Frau Rieder

Staenkerer
1 Monat 13 Tage

wars eigentlich nit wichtiger das KOPETENTE, EHRLICHE, TATKRÄFTIGE, kandidaten auf der wählerliste stien?
brauchats nit entlich primär VERSTOND und VERTRAUEN in der politik? sich
wer sichs zuatraut des von mir graßgschriebne erfülln zu kennen soll auf der liste londn, egal obs a SIE oder a ER oder a ES isch!
de quote wor und isch a witz, de mocht frauen nit fähiger, denn fähige frauen finden a ohne quote ihrn weg in de politik, ober a vorgschriebne quote kannt so monchen fähigen monn den plotz kosten!

wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Die Quote ist wie der Proporz: ohne diesen hätte man keine deutschen Führungskräfte in deröffentlichen Verwaltung.

raunzer
raunzer
Superredner
1 Monat 13 Tage

Die überwiegende Mehrheit der Frauen ist gegen eine Frauenquote weil sie nur jenen nützlich ist die es sonst nicht schaffen.

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Frauen wählen jo sehr oft nitmol Frauen… meine frau zb sog sie vertraut frauen in solchen Positionen no wianiger als Männer

einervonvielen
einervonvielen
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Was sollen denn diese ständigen Quoten? Unsere Frauen sind stark genug, um sich gegen Männer durchzusetzen!
Wenn man durch eine Quote ins Amt kommt, oder einen Job bekommt, oder wie auch immer….kann das auch bedeuten, dass ich nicht der Richtige bin!

altmeraner
altmeraner
Tratscher
1 Monat 13 Tage

Dies ist ein Mißbrauch der Quote, denn eine Quote dient normalerweise zum Minderheitenschutz. Was kommt als nächstes, dass jeder Wähler mindestens ein Drittel Frauen wählen muss?

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
1 Monat 12 Tage

Mir ist es zu viel Arbeit, das Verhältnis der Geschlechter auf SN zu ermitteln. Noch dazu, da sich Niemand sicher sein kann, um wen es sich bei/m der Gegenüber handelt. Aber vom Gefühl her würde ich sagen, einige weibliche “Qualifizierte” sind bestimmt dabei..

ieztuets
ieztuets
Superredner
1 Monat 12 Tage

Wer ischan schunn von vorneherein “qualifiziert”… sell gibts jo überhaupt nit, jeder mueß sich seine Bestätigung erst erorbeitn, a in der Politik!

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