"Achammer soll Aussagen zurücknehmen"

Freiheitliche: “Muttersprachliche Schule ist nicht verhandelbar”

Donnerstag, 14. Mai 2026 | 12:02 Uhr

Von: luk

Bozen – „Die muttersprachliche deutsche Schule ist kein Experimentierfeld, sondern die zentrale Säule des Minderheitenschutzes in Südtirol“, erklärt der freiheitliche Parteiobmann Roland Stauder in Reaktion auf die jüngsten Aussagen von Schullandesrat Philipp Achammer in der Südtiroler Wirtschaftszeitung. Achammer hatte dort erklärt, er könne sich Modelle vorstellen, die sich vom heutigen „Entweder-oder“ entfernen und Ansätze zweisprachiger Schulen erproben.

„Diese Aussagen sind höchst problematisch. Gerade ein Schullandesrat muss wissen, dass die muttersprachliche Schule der wichtigste Schatz einer Minderheit ist. Das Erlernen weiterer Sprachen ist wichtig und soll gefördert werden – aber niemals auf Kosten der deutschen Schule“, so Stauder.

Der freiheitliche Vizeobmann und Rechtsexperte Otto Mahlknecht erinnert daran, dass im Koalitionsprogramm auf Drängen der Freiheitlichen hin klar festgeschrieben wurde: „Die muttersprachliche deutsche Schule ist die zentrale Säule zum Schutz und zur Förderung der deutschen Minderheit gemäß Artikel 19 des Autonomiestatuts. Das Erlernen weiterer Sprachen soll in diesem Rahmen erfolgen, die Errichtung von bilingualen Klassen wird nicht angestrebt.“

„Wer Regierungsverantwortung trägt, hat sich an diese Vereinbarung zu halten. Wir fordern Landesrat Achammer auf, seine Aussagen zurückzunehmen und klarzustellen, dass es mit dieser Landesregierung keine Aufweichung der muttersprachlichen deutschen Schule geben wird“, betont Mahlknecht. „Mehrsprachigkeit ja – aber nicht durch die Hintertür einer bilingualen Schule.“

„Artikel 19 des Autonomiestatuts garantiert den Unterricht in der Muttersprache. Diese Bestimmung ist keine Formalität, sondern eine tragende Schutzbestimmung für die deutsche Minderheit. Wer zweisprachige Schulmodelle politisch salonfähig macht, öffnet eine Tür, die später nur schwer wieder zu schließen ist. Es geht hier nicht um Angst vor einer zweiten oder dritten Sprache. Die deutsche Schule ist nicht entstanden, weil man andere Sprachen ablehnt, sondern weil eine Minderheit nur dann bestehen kann, wenn sie ihre Sprache auf höchstem Niveau weitergeben kann“, so Stauder.

Die Freiheitlichen stellen klar, dass sie Verbesserungen im Sprachunterricht unterstützen, solange diese innerhalb des muttersprachlichen Schulsystems erfolgen. „Gute Italienisch- und Englischkenntnisse sind wichtig. Bilinguale Klassen sind aber der falsche Weg, weil sie die Schutzfunktion der deutschen Schule untergraben“, so Mahlknecht abschließend.

Bezirk: Bozen

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