Mit Rat und Beispiel helfen – ein Kommentar

Frieden täglich neu pflegen

Donnerstag, 24. Februar 2022 | 05:07 Uhr

Bozen – Die Welt hält den Atem an. Mit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine eskaliert der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen der Ukraine und Russland auf dramatische Weise. Während der Krieg bereits im Gange ist, laufen trotz der in Aussicht gestellten scharfen Sanktionen noch immer fieberhafte Versuche, das drohende Blutbad abzuwenden.

APA/APA/AFP/HANDOUT

Der Kontrast zu Südtirol könnte nicht größer sein. Zwischen dem Ärger über steigende Energiepreise und über weiterhin fortbestehende Corona-Einschränkungen werden die Jahrtage zweier wichtiger Ereignisse, die die friedliche Beilegung des Südtirolkonflikts markieren – 50 Jahre Inkrafttreten des Zweiten Autonomiestatus und 30 Jahre Streitbeilegung – von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.

An sich ist das eigentlich kein schlechtes Zeichen. Es zeigt, dass abgesehen von einigen nie zufriedenen Maximalisten, die für das eigene politische Überleben nichts mehr benötigen als einen offenen Konflikt, der Frieden im Land dermaßen stark und fest ist, dass er von den Südtirolern gleich welcher Zunge kaum mehr wahrgenommen wird. Andererseits hat der jahrzehntelange Frieden, der das wirtschaftliche und soziale Gedeihen des Landes erst ermöglicht hat, die Südtiroler träge gemacht. Frieden wird von den Menschen im Land als etwas Selbstverständliches angenommen.

APA/APA (dpa)/Daniel Bockwoldt

Das ist aber ein Fehler. Nicht zuletzt die Pandemie und die folgende tiefe Spaltung zwischen der übergroßen Mehrheit der Geimpften und der kleinen Minderheit der Impfgegner demonstriert, wie schnell Frieden und gesellschaftliche Solidarität im Land bröckeln können. Das sollte uns dazu mahnen, dass der Frieden wie ein Rebstock fast täglich gehegt und gepflegt werden muss, damit er Früchte tragen kann.

Gerade mit Blick auf die Ukraine sollten wir uns hüten, Frieden als etwas Selbstverständliches hinzunehmen, und genau deshalb ist es wichtig, daran zu gedenken, welche Meilensteine – vom Pariser Abkommen über die Zweite Autonomie bis hin zur Streitbeilegung – uns bis zum Südtirol des 21. Jahrhunderts begleitet haben.

Südtirol ist es gelungen, das blutige 20. Jahrhundert hinter sich zu lassen. Helfen wir mit unserem Rat und unserem Beispiel anderen dabei, eine bereits in Gang gesetzte Spirale der Gewalt rechtzeitig zu unterbrechen.

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare
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Offline1
Offline1
Kinig
2 Monate 24 Tage

SEINE Meinung zu sagen, zu schreiben, dazu zu stehen und Auszutauschen kann niemals “bekriegen” sein. Solche Aussagen, noch dazu von Personen die, was ihre eigene Meinung anbelangt, das typische 🏳im Wind verkörpern, sind lächerlich….

Sag mal
Sag mal
Kinig
2 Monate 22 Tage

offline1 hundert Daumen hoch von mir .Eine Andere Meinung darfst hier nicht haben,sonst bist Ihr Feind.Lächerlich.

Offline1
Offline1
Kinig
2 Monate 22 Tage

@Sag mal…👍viel “Feind”, viel Ehr’

Savonarola
2 Monate 23 Tage

si vis pacem, para bellum ☝️

Kingu
Kingu
Superredner
2 Monate 19 Tage

Die Russen haben Unmengen an Geld verloren, viele, die Aktien oder eben Rentenfonds besitzen, weil sie eben selbst vorsorgen müssen, stehen derzeitig mit den Hosen unten da. Ich glaube, Putin hat unter seinen eigenen Leuten die grösste Bühne für einen Putsch eröffnet. Man hat 670 Mrd. USD Dollar Devisen eingefroren, entsprechend wird seine Unterstützung unter den Oligarchen auch immer weiter schrumpfen. Bevor es zu eine kompletten Eskalation kommt, glaube ich eher an einen neuen “roten Oktober”.

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