NATO-Generalsekretär Mark Rutte

Fünf NATO-Mitgliedstaaten erreichen 2026 Fünf-Prozent-Ziel

Dienstag, 07. Juli 2026 | 19:28 Uhr

Von: APA/AFP

Fünf der 32 NATO-Länder werden im laufenden Jahr voraussichtlich das Fünf-Prozent-Ziel bei den Verteidigungsausgaben erreichen. Das teilte die Allianz am Dienstag unter Verweis auf die neuesten Schätzungen zu den Verteidigungsausgaben der Mitgliedstaaten mit. Den Zahlen zufolge handelt es sich dabei um Estland, Griechenland, Lettland, Litauen und Polen. Insgesamt werden die Verteidigungsausgaben der europäischen Verbündeten und Kanada auf 777 Milliarden Dollar steigen.

Die NATO-Länder hatten bei ihrem Gipfel in Den Haag im vergangenen Jahr beschlossen, bis 2035 mindestens 3,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben – plus 1,5 Prozent für verteidigungsrelevante Posten. Den Angaben zufolge werden 17 NATO-Staaten das zweite Ziel bereits in diesem Jahr erreichen, jedoch nur fünf das erste.

Deutschland hat angekündigt, seine Verteidigungsausgaben bis 2029 auf 3,5 Prozent des BIP zu erhöhen. Den aktuellen Zahlen der NATO zufolge werden sie im laufenden Jahr bei 2,69 Prozent des BIP liegen.

Berlin meldet für heuer Rekordausgaben

Für das laufende Jahr meldete Berlin Verteidigungsausgaben in Rekordhöhe. Die deutsche Bundesregierung übermittelte einen Betrag von 124,7 Milliarden Euro. Das geht aus Daten hervor, die das Verteidigungsbündnis zum Auftakt seines Gipfeltreffens in Ankara veröffentlichte.

Dies entspricht einer Steigerung um 25,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für 2025 wurden die Ausgaben auf rund 99,3 Milliarden Euro beziffert. In absoluten Zahlen ist der Anstieg um rund 25,4 Milliarden Euro der höchste, der für Deutschland in der jüngeren Geschichte registriert wurde. Innerhalb der NATO geben damit nur die USA mehr Geld für Verteidigung aus als die Bundesrepublik.

Länder wie Belgien, Spanien und Tschechien verharren allerdings auch 2026 bei Verteidigungsausgaben in Höhe von zwei Prozent ihres BIP. Slowenien rutscht den Angaben zufolge sogar unter die Zwei-Prozent-Grenze, die nach einem NATO-Beschluss aus dem Jahr 2014 bis 2024 erreicht werden sollte.

Ausgaben steigen auf 777 Milliarden Dollar

Insgesamt werden der NATO zufolge die Verteidigungsausgaben der europäischen Verbündeten und Kanada im Vergleich zu 2025 um elf Prozent auf 777 Milliarden Dollar (rund 680 Milliarden Euro) steigen. Die USA geben dieses Jahr mehr als eine Billion Euro für die Verteidigung aus.

Beim NATO-Gipfel in Ankara diskutieren die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten am Dienstag und Mittwoch unter anderem über eine Lastenverschiebung (“burden shifting”) zwischen den USA und den übrigen Verbündeten.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump fordert von den NATO-Partnern, dass diese mehr Verantwortung für die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses übernehmen. Wenige Tage vor dem Treffen hatte Trump die “einseitige” Beziehung zu den Alliierten kritisiert. Es wäre “lächerlich” diese fortzusetzen, schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social.

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