Von: mk
Bozen – Die Verschuldung der Südtiroler Gemeinden ist in den vergangenen Jahren weiter deutlich zurückgegangen. Dies geht aus einer aktuellen Antwort auf eine Landtagsanfrage der Abgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit zur Pro-Kopf-Verschuldung und Gesamtverschuldung aller Gemeinden hervor. Während die Gemeinden im Jahr 2020 noch mit insgesamt fast 497 Millionen Euro verschuldet waren, lag die Gesamtverschuldung im Jahr 2024 nur mehr bei rund 295 Millionen Euro. Auch die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung sank im selben Zeitraum von 935,59 Euro auf 552,89 Euro. Vor rund zehn Jahren, am 31. Dezember 2015, waren es hingegen noch 643 Millionen Euro.
Die Süd-Tiroler Freiheit wertet diese Entwicklung grundsätzlich positiv. „Viele Gemeinden haben in den vergangenen Jahren verantwortungsvoll gewirtschaftet und ihre Schuldenlast deutlich reduziert und weniger neue Schulden gemacht. Das verdient Anerkennung“, erklärt der Sprecher der Arbeitsgruppe für Gemeindepolitik der Süd-Tiroler Freiheit, Werner Thaler. Gleichzeitig zeige die Aufstellung aber auch, dass die finanzielle Lage der Gemeinden sehr unterschiedlich sei und viele Gemeinden weiterhin vor großen Herausforderungen stünden.
Besonders auffällig seien die teils enormen Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden. Während einige Gemeinden im Jahr 2024 kaum oder keine Verschuldung aufweisen, liegen andere weiterhin bei mehreren Tausend Euro Schulden pro Einwohner. Diese Unterschiede zeigen, dass die Gemeinden sehr unterschiedliche Ausgangslagen haben, etwa aufgrund ihrer Größe, ihrer Investitionstätigkeit, ihrer infrastrukturellen Verpflichtungen oder ihrer touristischen und geografischen Besonderheiten.
„Wer leistungsfähige Gemeinden will, darf sie nicht alleinlassen. Die Gemeinden sind die erste Anlaufstelle für die Bürger und müssen Straßen, Schulen, Kindergärten, Trinkwasser, Abwasser und viele weitere Grunddienste gewährleisten. Dafür brauchen sie eine solide und gerechte finanzielle Ausstattung“, betont die Süd-Tiroler Freiheit.
Die sinkende Verschuldung dürfe daher nicht als Vorwand dienen, den Gemeinden künftig weniger Mittel zur Verfügung zu stellen. Im Gegenteil: Gerade in Zeiten steigender Bau- und Personalkosten, wachsender Bürokratie und zunehmender Anforderungen an öffentliche Dienstleistungen müsse das Land dafür sorgen, dass die Gemeinden handlungsfähig bleiben, so die Arbeitsgruppe für Gemeindepolitik der Süd-Tiroler Freiheit.




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