Frauen und ihre Kinder sollen besser geschützt werden

Gewaltprävention: Landesregierung heißt Gesetzentwurf gut

Dienstag, 31. August 2021 | 15:08 Uhr

Bozen – Die Landesregierung hat heute auf Vorschlag von Landesrätin Waltraud Deeg dem Entwurf zum neuen Gesetz zur Gewaltprävention zugestimmt. Mit dem Landesgesetz “Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder” werden bestehende Dienste zur Begleitung und Beratung von Gewalt betroffener Frauen gestärkt und ausgebaut.

Für Sozial- und Familienlandesrätin Deeg ist das ein wichtiger Schritt, um Gewaltopfer noch besser schützen zu können: “Unser Spielraum als Land ist zwar begrenzt – beispielsweise fällt das Strafrecht bekanntermaßen in die Zuständigkeit des Staates. Aber dort, wo es möglich ist, wollen wir starke Akzente setzen. Vor allem geht es hierbei um Prävention, Begleitung und Unterstützung.” Gewalt sei niemals Privatsache: Jedes Gewaltopfer hat Anrecht auf Unterstützung und Hilfe, ist die Landesrätin überzeugt. Gewaltverbrechen, vor allem an Frauen, seien auch in Südtirol keine Seltenheit. Dieses Problem gelte es anzugehen, unterstrich auch Landeshauptmann Arno Kompatscher. “Wir schicken das neue Gesetz auf den Weg. Dieses soll wirksam Maßnahmen setzen, um Prävention zu verstärken und Frauen in Not zu helfen”, sagte Kompatscher, der als Landesrat für den Bereich der Chancengleichheit verantwortlich zeichnet. Der Gesetzentwurf ist bereits vom Rat der Gemeinden, von der Kinder- und Jugendanwältin, der Familienagentur und der Anwaltschaft des Landes positiv begutachtet worden. In Kürze wird er an den Landtag zur weiteren Behandlung weitergeleitet.

Gewaltopfer schützen: Kontaktpersonen auch auf Gemeindeebene, Einführung eines Solidaritätsfonds

In Südtirol sind aktuell fünf Frauenhausdienste (in Bozen, Meran, Bruneck und Brixen) tätig. Sie wurden durch das Landesgesetz Nr. 10/1989 begründet und übernahmen damals auf gesamtstaatlicher Ebene eine Vorreiterrolle. Im Jahr 2020 hat das Land über das Amt für Kinder- und Jugendschutz und Soziale Inklusion die Frauenhausdienste mit 2,2 Millionen Euro finanziell unterstützt. Im Jahr 2019 wandten sich insgesamt 580 Frauen an eine Beratungsstelle; 135 Frauen und 164 minderjährige Kinder wurden in einem Frauenhaus aufgenommen oder fanden Zuflucht in einer geschützten Wohnung (die Daten für 2020 liegen derzeit noch nicht vor).

Die Dienste wurden seit 1989 ständig ausgebaut und weiterentwickelt, zudem wurden Initiativen zur Prävention und Unterstützung ergriffen. So wurde Ende 2020 das Protokoll Erika, mit dem Gewaltopfer in der Notaufnahme gezielter und in einem geschützten Umfeld Hilfe erfahren, von Bozen auf das gesamte Landesgebiet ausgeweitet. Mit dem neuen Landesgesetz, das seit 2019 in einem partizipativen Prozess unter Koordination des Amtes für Kinder- und Jugendschutz und Soziale Inklusion erarbeitet wurde, soll es weitere Maßnahmen zum Schutz und zur Unterstützung für Gewaltopfer und ihre Kinder geben. Dazu zählt unter anderem die Einsetzung eines ständigen Koordinierungstisches innerhalb der Landesabteilung Soziales und die Einführung eines “Solidaritätsfonds für den rechtlichen Beistand für Frauen, die Opfer von Gewalt und Misshandlung sind“. Der Fonds soll zur Deckung der Kosten für einen rechtlichen Beistand in Straf- und Zivilsachen verwendet werden. Außerdem werden vor Ort territoriale Anlaufstellen bei den Trägern der Sozialdienste aktiv, um Frauen, die sich in Gewaltsituationen befinden oder befunden haben, besser zu beraten und zu begleiten. Durch ein territoriales Anti-Gewalt-Netzwerk soll die Zusammenarbeit auf den unterschiedlichen Ebenen ausgebaut und gestärkt werden. Zudem soll in jeder Gemeinde Südtirols künftig eine Kontaktperson für geschlechtsspezifische Gewalt ernannt werden.

Gewaltprävention stärken: Anti-Gewalt-Training für Täter, Sensibilisierungsarbeit frühzeitig und nachhaltig aufstellen

Neben der Begleitung, Beratung und Unterstützung von Gewaltopfern wird ein Augenmerk im neuen Landesgesetz auch auf den Bereich der Gewaltprävention gelegt. So soll es auch Maßnahmen für Täter in Form von Anti-Gewalt-Trainings geben. Das Ziel hierbei ist es, neue Gewalt zu verhindern und gewalttätige Verhaltensmuster langfristig zu ändern. Die Präventionsarbeit soll allerdings auch in anderen Bereichen ausgebaut werden: So werden künftig Initiativen und Projekte im Schulbereich, in Bildungs- und Begegnungsstätten sowie im Kultur-, Sport- und Freizeitbereich unterstützt, welche die geschlechterspezifische Gewalt zum Thema haben. Die entsprechenden Maßnahmen werden vom Frauenbüro des Landes koordiniert.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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15 Kommentare auf "Gewaltprävention: Landesregierung heißt Gesetzentwurf gut"


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schlex
schlex
Tratscher
28 Tage 11 h

die männer sein egal oder? zum thema Gleichberechtigung

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
28 Tage 10 h

schlex

Sind die Maenner nicht das starke “GESCHLAECHT”?

sophie
sophie
Universalgelehrter
28 Tage 9 h

@schlex
… auch zu erwähnen !!!!!

mithirnundherz1
mithirnundherz1
Grünschnabel
28 Tage 4 h
prozentual sind Frauen schon seit Jahrtausenden unterjocht worden und auf einmal wollen Männer gleichberechtigung und miemen das Opfer obwohl sie nur von sich selbst ablenken wollen weil sie Täter sind das ist eine ganz besonders feige art Mann die dann sagen sie wurden von der Freundin geschlagen oder fertich gemacht owol es meist aners war einige wollen einfach immer den schlauen spielen … der Witz dabei viele Männer haben sich seit jeher an die Opferrolle gewönt(obwol es keineswegs so ist oder war) dass sie wirklich davon selbst überzeugt sind und es natürlich auch jeder andere sofort glaubt weil dieser mann… Weiterlesen »
schlex
schlex
Tratscher
28 Tage 4 h

@mithirnundherz1 i hear lei: blablabla

Kingu
Kingu
Tratscher
27 Tage 19 h

@mithirnundherz1 kompletter Blödsinn, die meiste Unterjochung stammt aus der strikt religiösen Zeit. Sonst waren es schon immer die schwächeren Männer in der Gesellschaft, die am wenigsten Schutz erfahren haben. Darüber hinaus entstehen viele Szenarios, durch die von Studien bewiesene Situation, dass sich viele Frauen zu Gewalttäter hinzugezogen fühlen….Kenne selbst Frauen, die Angst vor ihren Ex haben, nur leider war jedem außer der Betroffenen die Persönlichkeiten der Typen klar.

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
28 Tage 11 h

Das ist ales gut und recht!

Vielleicht waere es besser wenn die Behoerden den Hinweisen nach gehen wuerden, und zwar ernsthaft, dann wuerde es sehr wahrscheinlich weniger Frauenmorde unter anderem geben!

Staenkerer
28 Tage 8 h

isch sicher hut und wichtig, ober wenn mander mit gewolt ausgerab wern oder verprügelt oder umgebrocht wern isch wurst, oder?
ober sunscht schun noch chancengleichheit schreien!

sophie
sophie
Universalgelehrter
28 Tage 11 h

Das ist eine wichtige Vorsichts Prävention, gegen Gewalt, Kindern und Frauen gegenüber.

Entequatch
Entequatch
Tratscher
28 Tage 9 h

Naja, es wachsen jugendliche ohne jegliche erziehung heran die stendig entschuldigt werden und nun sollen die frauen und kinder vor ihnen geschützt werden, wobei dies wieder nicht heisst dass die täter zur rechenschaft gezogen werden

Sag mal
Sag mal
Kinig
28 Tage 7 h

@Entequatch 👌

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
28 Tage 10 h

Ich finde diese Unterscheidung zwischen Mann/Frau/Kind falsch.
Bei Gewalt darf es keinen Unterschied geben!
Gewalt ist nie eine Lösung und immer strengstens zu verfolgen und bestrafen!
Es braucht auch keine neuen Regeln, die bestehenden reichen vollkommen!
Sie müssen nur konsequent angewandt werden!
Es darf natürlich niemals – womöglich nur aus Platzmangel im Gefängnis – eine Reduzierung oder Erleichterung des Strafmaßes geben

sophie
sophie
Universalgelehrter
28 Tage 11 h

Gewalt an Kinder oder Ehepartnin/Partner sind immer die schlechteste Wahl, Kinder werden regelrecht traumatisiert, es ist höchste Zeit dagegen etwas zu unternehmen und Gegenzusteuern….

VES
VES
Grünschnabel
28 Tage 10 h

Wieder sitzt man dem Irrglauben auf Dinge des Anstand mit Gesetzen regeln zu können

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
28 Tage 11 h

.. alles ..

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