Umweltbeirat sagt Nein zur Schottergrube in Pflersch

Grüne: „Ein weiterer Erfolg für eine nachhaltige Zukunft“

Samstag, 24. Juli 2021 | 08:15 Uhr

Pflersch – Vor einem Jahr ist es erneut zu einem Projekt zur Reaktivierung der Schottergrube Lochen im Pflerscher Tal in der Gemeinde Brenner gekommen. „Das Ausmaß der Schottergrube würde Landschaft und Umweltqualität des Tals erheblich beeinträchtigen. Auf einer Gesamtfläche von 7,5 ha würden insgesamt 280.000 Kubikmeter Material ausgehoben, dessen Transport tausende Lkw-Fahrten zur Folge hätte“, erklären die Landtagsabgeordneten der Grünen.

Seit einigen Monaten verfolgt die Grüne Fraktion die Entwicklungen rund um das Projekt. Zwei Anfragen aus den Monaten März und Mai 2021 betrafen die Nachhaltigkeit des Projekts und die Transparenz der Kommunikation gegenüber den Bewohnern des Tals.

In der Zwischenzeit wurde das Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung fortgesetzt und vor ein paar Tagen erhielten die Grünen Nachricht: Der UVP-Beirat hat das Projekt “Schottergrube Lochen” abgelehnt. „Das ist eine wirklich gute Nachricht, sowohl für die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismusmodells als auch für die Landwirtschaft und insbesondere den biologischen Anbau, der in den letzten zehn Jahren erfolgreich betrieben wurde“, kommentiert Riccardo Dello Sbarba zufrieden. Vor einigen Wochen war der Landtagsabgeordnete der Grünen mit seinem Kollegen Hans Heiss zu einem Lokalaugenschein vor Ort, begleitet von einigen Bewohnern der vom Projekt direkt betroffenen Ortschaft Anichen. Die Gründe für das negative Gutachten (Gewässerschutz, Schutz des Auwaldes, negative Auswirkungen der Verbindungsstraße, negative Auswirkungen auf das Landschaftsbild, Vorkommen einer nach FFH-Richtlinie geschützte Schmetterlingsart) scheinen handfest und tragfähig, sodass sie etwaigen Einsprüchen der Projektträger standhalten können.

„In der Zwischenzeit gebührt das Lob für diesen Erfolg jedoch den Menschen im Pflerscher Tal, die gegen das Projekt gekämpft haben, und allen, die sich für eine nachhaltige Entwicklung in Südtirol einsetzen“, erklären die Grünen.

Von: mk

Bezirk: Wipptal

Kommentare
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Besos1900
Besos1900
Neuling
2 Monate 2 Tage

nach dem Coronolockdown kommt der Klimalockdown

brunner
brunner
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

Welch Erfolg…..zeitgleich werden in Brasilien tausende Hektar Urwald am Tag vernichtet….

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

Umso mehr Bio unso mehr Rodung

schlauer
schlauer
Tratscher
2 Monate 2 Tage
Lese im Text dass beim negativen UVP-Gutachten zur Schottergrube in Pflersch auch ein bedrohter Auwald und geschützte Tierarten eine Rolle gespielt haben. Also dann darf der Brixner Auwald, der einem Industriegebäude für 3D-Betondrucker der Firma Progress geopfert werden soll, NIEMALS von der Landesregierung genehmigt werden. Auch in diesem Waldstück leben Tierarten, die laut europäischer FFH-Richtlinie streng geschützt sind! Ausserdem verbietet auch der Art. 17 des Landesgesetzes Nr. 6/2010 ganz klar das Roden von Auwäldern. Und seit der gestrigen Pressekonferenz der Landesregierung zur Nachhaltigkeit unter dem Slogan „Everyday for Future“ kann es sich die politische Mehrheit im Lande auch nicht mehr… Weiterlesen »
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