Gerichtsverfahren wegen Pestizideinsatz in Südtirol

Grüne: “Jetzt haben wir den Salat”

Dienstag, 08. September 2020 | 16:28 Uhr

Bozen – „Jetzt haben wir den Salat!“ sagt Hanspeter Staffler, Landtagsabgeordneter von den Grünen. Nur weil Landesrat Arnold Schuler eine Strafanzeige in die Wege geleitet hatte, anstatt mit den Pestizidrebellen zu diskutieren, werde das Problem des Pestizideinsatzes in der Südtiroler Landwirtschaft weit über Grenzen des Landes hinaus bekannt werden.

Karl Bär aus München und Alexander Schiebel aus Wien haben sich bekanntlich mehrfach zur Problematik der Pestizidwirtschaft zu Wort gemeldet – mittels einer Plakataktion in München und durch Veröffentlichung des Buches „Das Wunder von Mals“.

„In beiden Fällen ist der Strategieabteilung von Landesrat Schuler nichts Besseres eingefallen, als die Herren auf üble Nachrede zu verklagen. Diese wiederum lassen sich das nicht gefallen und wollen ihr Recht auf freie Meinungsäußerung geltend machen. Sie freuen sich mit ihrem Anwalt Nicola Canestrini aus Rovereto auf den Strafprozess, weil sie einerseits dem Gericht die Fakten zu den eingesetzten Pestizidmengen darlegen möchten und anderseits, weil sie die unsäglichen Einschüchterungsversuche der Landespolitik europaweit aufzeigen wollen“, erklären die Grünen.

Sollte Landesrat Schuler gedacht haben, mit der Strafanzeige sei die Sache vom Tisch, habe er sich gewaltig getäuscht, meint Staffler. Bei der heutigen Pressekonferenz im Hotel Laurin waren neben den hiesigen Medien auch rund 60 Medien via Zoom dabei – darunter auch das ZDF, die Süddeutsche Zeitung oder der Bayrische Rundfunk.

„Es ist für uns vollkommen unverständlich, warum Landesrat Schuler diesen Weg gewählt hat,“ meint Hanspeter Staffler, „denn es ist eine Tatsache, dass der massive Pestizideinsatz weit über die Obstanlagen hinausreicht und dass die abgedrifteten Pestizide auf Kinderspielplätzen und in Ortszentren landen.“Aufgrund des derzeitigen Wissenstandes müsse Südtirol schnellstens den Weg aus der Pestizidfalle finden und die Landwirtschaft bis 2030 schrittweise ökologisieren, erklären die Grünen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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6 Kommentare auf "Grüne: “Jetzt haben wir den Salat”"


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Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Tratscher
21 Tage 17 h

Mehr „Wunder von Mals“. Auch in D.

Opa1950
Opa1950
Grünschnabel
21 Tage 12 h

Das habt ihr SVP Wähler nur eurem gewählten Landesrat Schuler zu verdanken.

brunner
brunner
Superredner
21 Tage 11 h

Eigentor par excellence……das wird ein Mega Medieninteresse in Deutschland nach sich ziehen….dafür sorgen schon die dortigen Grünen…

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
21 Tage 3 h

Dafür braucht es keine Grünen. Alle Parteien haben den Umwelt- und Naturschutz im Programm. Sogar die Neonazis der AFD springen auf den Zug auf.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Tratscher
21 Tage 1 h

@brunner
Gaanz ruhig. Alle Parteien sind im Wahlkampfmodus, mit Corona, Wirtschaft, Brexit… beschäftigt.
Die merken nicht mal, wenn man ihnen die Schnürsenkel klauen würde.

Zenz
Zenz
Grünschnabel
20 Tage 19 h

Meinungsfreiheit wird in Südtirol immer mehr zum Problem…

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