Buch und Begleitschreiben überreicht

Heimatbund informiert Carabinieri-General über Landesgeschichte

Montag, 21. November 2022 | 16:05 Uhr

Bozen – Seit dem 26. September 2022 ist der aus Bari stammende Brigade-General Roberto Riccardi oberster Chef der Carabinieri für die Region Trentino-Südtirol. In einem Zeitungsinterview mit dem Tagblatt „Dolomiten“ betonte er, dass er intensiv Deutsch lerne, um das Volk und die Geschichte Südtirols besser verstehen zu können. Der von ehemaligen politischen Häftlingen gegründete „Südtiroler Heimatbund“ begrüßt diese Einstellung und hat dem General zum besseren Verständnis der tragischen Geschehnisse des Südtiroler Freiheitskampfes der 1960-er Jahre das von Freiheitskämpfer Sepp Mitterhofer zusammen mit dem Heimatforscher Günther Obwegs herausgegebene Buch „…Es blieb kein anderer Weg“ mit einem Begleitschreiben überreicht.

In diesem Buch schildern Betroffene und Zeitzeugen die damaligen Verhältnisse gnadenloser Unterdrückung und die Folterungen wehrloser Südtiroler Häftlinge durch Carabinieri. Bis heute hat das offizielle Italien diese Vorkommnisse nicht bedauert, sondern stets ignoriert oder sogar geleugnet.

In dem Begleitbrief zu der Buchsendung schrieb Roland Lang, der Obmann des Südtiroler Heimatbundes: „Ein für viele damals Betroffene schmerzlicher Abschnitt der neueren Geschichte unseres Landes waren dann die 1950-er und 1960-er Jahre, als der nach dem Krieg fortgesetzte faschistische Versuch der Entnationalisierung der deutschen und ladinischen Volksgruppe durch Widerstandshandlungen zu Fall gebracht und das neue Autonomiestatut unter bedauerlichen Opfern auf beiden Seiten errungen wurde. Zwangsläufig waren in die damaligen Geschehnisse auch die unter staatlichem Befehl stehenden Carabineri mit verwickelt. Ungeachtet dessen, wie Sie persönlich die Dinge beurteilen werden, nehmen wir an, dass allein schon die Tatsachenmitteilungen in diesem Buch für Sie von Interesse sein werden. Über eine Rückmeldung, Herr General Roberto Riccardi, würden wir uns sehr freuen.“

Der General antwortete freundlich auch in deutscher Sprache mit „Sehr geehrter Herr Obmann“ und bestätigte sein Interesse an der Landesgeschichte „inklusive des schmerzhaften Kapitels des Faschismus und allem, was darauffolgte.“

Wenn die übersandten Informationen jedoch zur Vervollständigung des Geschichtsbildes beitragen können, das er sich von Südtirol machen will, sei das sehr zu begrüßen, erklärt Lang. „Seinen geäußerten guten Willen haben wir mit Freude zur Kenntnis genommen und bedanken uns für seine Antwort.“

In letzter Zeit sei eine spürbare Verstärkung der Bekämpfung der Kriminalität in Südtirol besonders durch die Carabinieri bemerkbar. Auch dafür sei Carabinieri-General Riccardi gedankt.

„Wir wünschen ihm eine gute Zeit in Süd- und Welschtirol“, erklärt Lang abschließend.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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4 Kommentare auf "Heimatbund informiert Carabinieri-General über Landesgeschichte"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
anonymous
anonymous
Kinig
6 Tage 9 h

Vielleicht hat er wirklich Bock Deutsch zu lernen u die Geschichte von Südtirol zu Studieren

Holzile
Holzile
Grünschnabel
6 Tage 7 h

“dass er intensiv Deutsch lerne”

*Standarddeutsch; also a Fremdsprouche in Sidtiroul. Mir reidn Bai(!)risch.

Wenn man heintzitouge Deitsch sog, moant man eh Hoachdeitsch.

Obo jo i voschtea schu, dass des et jedo woas.

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
5 Tage 16 h

Eigentlich sollte er doch schon vor ! Dienstantritt die sprachlichen (2 ??) Voraussetzungen erfüllt haben. Mit einer klassischen Ausbildung und Offizier Karriere bei den Carabinieri sollte er deren Geschichte als auch Schattenseiten kennen…

Faktenchecker
5 Tage 14 h

Lang ist ein Spalter.

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