Von: luk
Bozen – Der Heimatpflegeverband Südtirol übt Kritik an den geplanten Südzulaufstrecken zum Brennerbasistunnel (BBT) im Südtiroler Unterland.
Anlass ist die Eintragung der Trassen in die Bauleitpläne mehrerer Gemeinden. Der Bezirk Überetsch–Unterland des Verbandes hat dazu eine Stellungnahme abgegeben und bemängelt mangelnde Transparenz, fehlende Beteiligung der Bevölkerung sowie das Ausbleiben verbindlicher verkehrspolitischer Maßnahmen.
Nach Ansicht des Heimatpflegeverbandes basieren die derzeit vorgesehenen Trassen auf Planungen, die teils über 15 Jahre alt sind. Seitdem hätten sich ökologische, klimatische und verkehrspolitische Rahmenbedingungen deutlich verändert, ohne dass eine aktualisierte Bewertung vorgenommen worden sei. Auch Alternativen, etwa eine Modernisierung der bestehenden Bahnstrecke mit zeitgemäßem Lärmschutz, seien nicht ernsthaft geprüft worden. Ungeklärt sei zudem die Entsorgung der großen Aushubmengen, wobei geplante Deponien in Seitentälern des Unterlandes empfindliche Naturräume gefährden könnten.
Kritisch sieht der Verband auch, dass es keine verbindlichen Garantien für eine tatsächliche Verlagerung des Transitverkehrs von der Straße auf die Schiene gibt.
Instrumente wie eine Alpentransitbörse oder klare Zielvorgaben für den Güterverkehr fehlten bislang. Gleichzeitig werde die Brennerautobahn weiter ausgebaut, unter anderem mit einer geplanten dritten dynamischen Spur im Unterland. Verkehrsprognosen zeigten, dass das Gesamtaufkommen weiter steigen werde, ohne spürbare Entlastung für die Bevölkerung.
Zudem werde die bestehende Bahnstrecke im Unterland vernachlässigt, obwohl sie langfristig für den Regionalverkehr wichtig sei. Durch neue Zulaufstrecken drohten hingegen zusätzliche Belastungen durch Baustellen, Tunnelportale, Zufahrtsstraßen und möglicherweise einen Verladebahnhof in Branzoll.
Der Heimatpflegeverband fordert daher, die Eintragungen in die Bauleitpläne auszusetzen, bis aktuelle Planungsunterlagen, Umweltfolgen und Alternativen offen gelegt und öffentlich diskutiert wurden. Notwendig seien außerdem verbindliche politische Rahmenbedingungen mit dem Ziel einer tatsächlichen Reduktion des Transitverkehrs sowie eine stärkere Einbindung der betroffenen Bevölkerung.




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