Südtiroler Biologen kritisieren geplante Alm-Erschließungen in Schutzgebieten

Hoher Aufwand für nur wenige

Mittwoch, 27. Mai 2026 | 07:15 Uhr

Von: luk

Bozen – Die Vereinigung Südtiroler Biologinnen und Biologen spricht sich entschieden gegen mehrere geplante Alm-Erschließungen in Südtiroler Naturparks aus. Kritik übt der Verband insbesondere an den Projekten rund um die Eppacher- und Tristenalm im Naturpark Rieserferner-Ahr sowie an Vorhaben in Sprons und bei der Imst-Alm im Naturpark Texelgruppe.

In einer Pressemitteilung unterstützt die Vereinigung die Aussagen von Michaela Schuster, die sich zuletzt im Radio kritisch zu den Erschließungsplänen geäußert hatte. Schuster hatte dabei die aus ihrer Sicht „nicht enden wollende Polemik“ rund um die Projekte kritisiert und vor einer „Logik der unbegrenzten Erschließung“ gewarnt.

Die Biologen fordern die Südtiroler Landesregierung auf, den negativen Gutachten der zuständigen Landesämter zu folgen und auf die Projekte zu verzichten. Die geplanten Eingriffe seien technisch und geologisch problematisch und würden sensible Schutzgebiete nachhaltig beeinträchtigen.

Laut der Vereinigung verursachten die Vorhaben hohe Bau- und Folgekosten, während der Nutzen nur wenigen zugutekomme. Angesichts von Klimawandel und Biodiversitätsverlust könne sich die Gesellschaft weitere Eingriffe in bislang unberührte Berggebiete nicht leisten.

Zugleich verweist der Verband auf alternative Versorgungsmöglichkeiten für Bergalmen. Bereits heute gebe es finanzierte Lösungen über Hubschraubertransporte, künftig könnten auch Drohnen zum Einsatz kommen. Diese Optionen seien kostengünstiger und nachhaltiger als neue Zufahrtsstraßen.

Unterzeichnet wurde die Stellungnahme von Norbert Dejori.

Bezirk: Bozen

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