Kein Ende der gegenseitigen Drohnenangriffe (Archivbild)

Hunderte Drohnen im Einsatz – Brand in russischem Hafen

Mittwoch, 25. März 2026 | 08:56 Uhr

Von: APA/dpa/AFP

Die ukrainischen Streitkräfte haben Russland in der Nacht mit großen Drohnenschwärmen angegriffen und mehrere Brände in dem Ostseehafen Ust-Luga ausgelöst. Das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete von 398 feindlichen Langstreckendrohnen über vielen Teilen Russlands, die angeblich abgefangen worden seien. Nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS war es der schwerste bisher verzeichnete Drohnenangriff aus der Ukraine.

Er folgte auf einen Tag, an dem Russland neben Raketen auch eine Höchstzahl von fast 950 Kampfdrohnen Richtung Ukraine gestartet hatte. Durch zwei Angriffswellen am Dienstag in der Nacht und über Tag gab es Tote, Verletzte und schwere Schäden. In der westukrainischen Großstadt Lwiw (Lemberg) wurden historische Gebäude in der Altstadt beschädigt, die zum Weltkulturerbe zählt.

Ölhafen am Finnischen Meerbusen als Ziel

Russische Stellen bestätigten am Mittwoch Brände in dem für den Öl-und Gasexport wichtigen Hafen Ust-Luga. Er liegt am Finnischen Meerbusen etwa hundert Kilometer von St. Petersburg entfernt. Verletzte habe es nicht gegeben. Von der Insel Kronstadt, die ein wichtiger Marinestützpunkt der russischen Ostseeflotte ist, wurden Häuserschäden gemeldet. Am Montag hatten ukrainische Drohnen Öltanks im Ostseehafen Primorsk in Brand geschossen.

Die Ukraine versucht, den seit mehr als vier Jahre dauernden Krieg zurück ins Land des Angreifers zu tragen. Sie greift gezielt Anlagen der russischen Öl- und Gasindustrie an, weil Moskau den Krieg über Energieexporte finanziert. Zivilisten kommen dabei eher selten zu Schaden. Die russischen Luftangriffe treffen dagegen in der Ukraine regelmäßig auch Wohnhäuser; Zivilisten werden getötet oder verletzt.

Russland fing hunderte Drohnen ab

Die russische Armee hat in der Nacht auf Mittwoch nach eigenen Angaben fast 400 ukrainische Drohnen abgefangen. Die 389 Drohnen hätten insbesondere auf russische Regionen an der Grenze zur Ukraine sowie auf die Regionen Moskau und Leningrad abgezielt, teilten die russischen Streitkräfte Mittwochfrüh mit. Kiew hatte am Dienstag fast 1.000 russische Drohnenangriffe auf die Ukraine gemeldet.

Zuvor hatten die russischen Behörden auch Angriffe auf eine Energieanlage in der südwestrussischen Grenzregion Belgorod gemeldet. Der Regionalgouverneur von Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, meldete zudem Unterbrechungen bei der Strom- und Wasserversorgung in der russischen Grenzregion nach einem ukrainischen Raketenangriff. “Es wurden schwere Schäden an Energieinfrastrukturanlagen verursacht”, erklärte er im Onlinedienst X.

Die russischen Drohnenangriffe am Dienstag waren der mutmaßlich größte Luftangriff zur Tageszeit seit Beginn der russischen Offensive im Februar 2022. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte Russlands “absolute Verdorbenheit” nach den Angriffen, bei denen mindestens drei Menschen getötet wurden.

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