Von: mk
Teheran/Washington – Nach zwei Wochen intensiver Luftangriffe auf iranische Militärziele rückt eine kritische Sicherheitsfrage in den Fokus: Der Verbleib von rund 440 Kilogramm hochangereichertem Uran ist weiterhin ungeklärt. Gleichzeitig sind sich Experten sicher: Ohne Bodentruppen werden Israel und die USA niemals in den Besitz des Urans gelangen.
Während strategische Anlagen wie der Taleghan-Komplex laut israelischen Angaben zerstört wurden, bleiben die Bestände des nuklearen Materials unauffindbar. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) warnte bereits Ende Februar, dass der iranische Bestand an 60 Prozent angereichertem Uran – technisch nur einen Schritt von Waffenqualität entfernt – für bis zu zehn Atombomben ausreichen könnte. Experten des International Institute for Strategic Studies (IISS) und des Stimson Center befürchten, dass das Material in tiefen Tunnelanlagen bei Isfahan oder Natanz verborgen liegt. Es bestehe die akute Gefahr, dass das Uran im Falle eines Machtvakuums in die Hände von Terrorgruppierungen wie der Hisbollah oder dem IS gelangt.
Namhafte Militäranalysten betonen, dass Luftschläge allein nicht ausreichen, um das Material physisch zu sichern. Gefordert wird eine großangelegte Kommandoaktion („Mutter aller Spezialeinsätze“). US-Geheimdienstquellen zufolge liegen entsprechende Pläne des US-Zentralkommandos (CENTCOM) bereits vor.
US-Präsident Donald Trump zeigt sich hinsichtlich der Entsendung von Bodentruppen jedoch zurückhaltend. In einem Interview an Bord der Air Force One knüpfte er einen solchen Einsatz an die Bedingung, dass die iranischen Streitkräfte zuvor massiv dezimiert sein müssten. Analysten sehen hier ein Dilemma: Während Trump das Risiko von Verlusten bei Bodeneinsätzen scheut, wächst das Zeitfenster für einen möglichen Diebstahl oder den Missbrauch des nuklearen Materials stetig an.




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