"Die große Welle kommt bald"

Trump und Iran kündigen Ausweitung gegenseitiger Angriffe an

Montag, 02. März 2026 | 22:29 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Drei Tage nach Beginn der massiven israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran hat US-Präsident Donald Trump eine weitere Verstärkung der Attacken angekündigt. “Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen”, sagte er dem Sender CNN. “Die große Welle kommt bald.” Er gehe von etwa vier bis fünf Wochen Krieg aus, fügte Trump hinzu. Notfalls könne es aber auch länger dauern. Trump bekräftigte, die Operation werde mit “unerbittlicher Entschlossenheit” fortgesetzt.

Der Iran wäre nach seinen Worten schon bald in der Lage gewesen, mit seinen Raketen auch US-Territorium zu treffen. Quasi im Gegenzug kündigte auch Teheran die Ausweitung seiner Angriffe an.

Nach eigenen Angaben feuerten die Revolutionsgarden seit Kriegsbeginn Hunderte ballistische Raketen und mehr als 700 Drohnen auf Ziele in Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion ab. Als Beispiele nannte ein Militärsprecher Geheimdienstzentren, Kommunikationszentralen und Waffendepots. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.

USA nennen drei Kriegsziele

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat Befürchtungen entgegen, es könne ein langer Krieg wie im Irak werden. “Dies ist kein endloser Krieg”, sagte Hegseth. Die USA gehen ihm zufolge mit einem klaren Fokus in den Krieg: “Die Raketenbedrohung zerstören, die Marine zerstören, keine Atomwaffen.” Ob für die Zerstörung der Atomanlagen auch Bodentruppen eingesetzt werden sollen, blieb unklar. Ausdrücklich ausschließen wollte Trump das nicht.

Das US-Militär traf seit Beginn seines Einsatzes am Samstag mehr als 1.250 Ziele im Iran. Außerdem seien elf iranische Schiffe zerstört worden, teilte das Zentralkommando der Armee in einer separaten Erklärung mit. Wie CENTCOM auf X weiter informierte, hat die iranische Führung keine Schiffe mehr im Golf von Oman. Vor zwei Tagen seien es noch elf Schiffe gewesen, hieß es in dem Post weiter.

“Das iranische Regime hat jahrzehntelang die internationale Schifffahrt im Golf von Oman schikaniert und angegriffen. Diese Zeiten sind vorbei.” US-Streitkräfte würden die Freiheit der Seeschifffahrt weiterhin verteidigen.

Kritik an Partnern

Hegseth kritisierte zudem frühere Partner der USA scharf. “Fähige Partner, wie wir von Anfang an gesagt haben, fähige Partner sind gute Partner”, sagte mit Blick auf Israel. Im Gegensatz dazu stehen ihm zufolge die “traditionellen Verbündeten”, die sich empört geben und “beim Einsatz von Gewalt nur zögern und zaudern”.

Außenminister Marco Rubio zufolge sind die Vereinigten Staaten derzeit nicht für einen Einsatz von Bodentruppen im Iran aufgestellt. Trump verfüge jedoch über entsprechende Optionen, sagte Rubio vor Reportern. Die US-Regierung gehe davon aus, dass die gesetzten Ziele auch ohne den Einsatz von Bodentruppen erreicht werden könnten. Außerdem will Rubio am Dienstag Maßnahmen zur Dämpfung der steigenden Energiepreise vorstellen. Unterdessen wächst die Sorge vor einem Flächenbrand im Nahen Osten und erheblichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Zahlreiche Todesopfer und neue Angriffswelle

In dem am Samstag begonnenen Krieg sind bereits zahlreiche Menschen getötet worden. Im Iran gab es nach Angaben des Roten Halbmonds mindestens 555 Tote. In Israel wurden zehn Menschen durch iranische Raketenangriffe getötet, Dutzende weitere verletzt. Das US-Militär teilte Montagabend mit, die Zahl der getöteten Soldaten sei von vier auf sechs gestiegen. Wie CENTCOM weiter mitteilte, dauern die Kämpfe in der Region an. Die Identität der Gefallenen werde nach der Benachrichtigung der Angehörigen noch 24 Stunden lang zurückgehalten.

Israel und die USA griffen Hunderte Ziele im Iran an. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Khamenei wurde am Samstag getötet. Am Montag seien vor allem Hauptquartiere, Basen und regionale Kommandozentren der inneren Sicherheitsorgane des “iranischen Terrorregimes” angegriffen worden, teilte die israelische Armee mit.

Golfstaaten unter Beschuss – Kampfjets abgeschossen

Die kuwaitische Luftverteidigung schoss versehentlich mehrere US-Kampfjets ab, wie CENTCOM mitteilte. Die Besatzungen hätten überlebt. Katar schoss nach eigenen Angaben zwei iranische Kampfflugzeuge ab, Kuwait meldete den Tod eines seiner Soldaten. Frankreich sagte den Golfstaaten Unterstützung zu. Man sei bereit, sich an ihrer Verteidigung zu beteiligen, sagte Außenminister Jean-Noël Barrot in Paris.

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