Israel setzt sich eggen Hisbollah-Terror zur Wehr

Israel attackiert Ziele im Südlibanon

Samstag, 09. Mai 2026 | 13:38 Uhr

Von: APA/AFP/dpa

Die israelische Armee hat nach einer Evakuierungsaufforderung für mehrere Dörfer Ziele im Südlibanon angegriffen. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete am Samstag, Kampfjets hätten nach der Warnung in der Früh die Stadt Az-Zrariyah attackiert. Auch mehrere andere Ortschaften, die von Israel gewarnt worden seien, seien angegriffen worden. Außerdem seien weitere, in der Warnung nicht genannte Gebiete, aus der Luft und mit Artillerie angegriffen worden.

Ungeachtet der Waffenruhe mit dem Libanon hatte die israelische Armee Samstagfrüh die Bewohner von neun Dörfern im Süden des Libanon aufgefordert, sich zum Schutz vor geplanten Militärangriffen in Sicherheit zu bringen. “Angesichts des Verstoßes der terroristischen Hisbollah gegen die Waffenruhe-Vereinbarung” sei die israelische Armee gezwungen, “kraftvoll” gegen die Hisbollah vorzugehen, teilte der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee im Onlinedienst X mit.

Er zählte neun Dörfer auf und betonte, zu ihrer eigenen Sicherheit sollten deren Bewohner ihre Häuser “umgehend” verlassen und “nicht weniger als 1.000 Meter” Abstand zu den Dörfern und Städten halten. Zuvor hatte die israelische Armee mitgeteilt, sie habe in den vergangenen 24 Stunden mehr als 85 Infrastruktur-Einrichtungen der Hisbollah “aus der Luft und vom Boden aus” getroffen. Darunter seien Waffenlager, Abschussvorrichtungen und Bauten gewesen, die von der Hisbollah genutzt worden seien, um “terroristische Aktivitäten gegen israelische Zivilisten und Soldaten voranzutreiben”.

Israel wirft der Hisbollah vor, in den vergangenen Tagen mehrere Raketen auf Soldaten im Südlibanon abgefeuert zu haben. Außerdem sei eine von der Hisbollah abgefeuerte Sprengstoffdrohne in der Nähe der israelisch-libanesischen Grenze entdeckt worden. Es habe keine Verletzten oder Sachschäden gegeben.

Feuerpause seit 17. April

Seit dem 17. April gilt eine Feuerpause zwischen Israel und dem Libanon. Dessen ungeachtet setzten Israel und die Hisbollah ihre gegenseitigen Angriffe fort. Beide Seiten werfen einander Verstöße gegen das Waffenruhe-Abkommen vor. Parallel dazu laufen erstmals seit Jahrzehnten direkte Friedensverhandlungen zwischen dem Libanon und Israel.

Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel Israels Vernichtung ist, lehnt sowohl die Waffenruhe als auch die direkten Gespräche zwischen den Nachbarländern ab. Die schiitische Miliz verübte seit Beginn der Waffenruhe nach eigenen Angaben mehrere Angriffe auf israelische Streitkräfte im Süden des Libanon sowie Angriffe auf Nordisrael.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei feuerte die von Teheran finanzierte Hisbollah Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

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