Israelische Luftwaffe fliegt neue Einsätze gegen Iran

Israel greift nach Hisbollah-Angriff Libanon und Iran an

Montag, 02. März 2026 | 07:13 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Mit dem Eingreifen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz hat sich der Konflikt um den Iran auf den Libanon ausgeweitet. Als Reaktion auf Raketen- und Drohnenangriffe der Hisbollah auf Israel griff das israelische Militär am Montag Ziele im gesamten Libanon an. Das libanesische Gesundheitsministerium teilte mit, 31 Menschen seien getötet und 149 verletzt worden. Die israelische Luftwaffe setzte ihre Attacken gegen Ziele in Teheran fort. Der Iran feuerte erneut Raketen auf Israel.

Israels Armee: Iran greift erneut mit Raketen an

Die Verteidigungssysteme seien im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren, teilte die Armee mit. Unter anderem in Tel Aviv gab es Raketenalarm. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, den Anweisungen des Heimatschutzes zu folgen.

Die Hisbollah bezeichnete ihren Angriff als Vergeltung für die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei. Damit eröffnet die Miliz eine neue Front in dem Konflikt.

Das israelische Militär teilte mit, es habe ranghohe Mitglieder der Hisbollah in Beirut sowie ein zentrales Mitglied im Südlibanon angegriffen. “Die Hisbollah hat über Nacht einen Feldzug gegen Israel eröffnet und ist für jede Eskalation voll verantwortlich”, sagte der israelische Generalstabschef Eyal Zamir. Die Hisbollah erklärte ihrerseits, die fortgesetzten israelischen Angriffe gäben ihr das Recht, sich “zur geeigneten Zeit und am geeigneten Ort” zu verteidigen.

Israel ordnet Evakuierung von Städten im Libanon an

Das israelische Militär ordnete die Evakuierung von mindestens 50 Städten im Libanon an. Die Bewohner sollen sich einen Kilometer von den Ortschaften entfernen, teilt ein Militärsprecher mit.

Das israelische Militär reagierte auf einen nächtlichen Raketenangriff der Schiiten-Miliz auf Israel. Augenzeugen berichteten von Explosionen in südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut, einer Hochburg der Schiiten-Milz. Zuvor sei ein Geschoss der Hisbollah abgefangen worden, mehrere andere in offenem Gelände niedergegangen, hieß es.

Es ist das erste Mal seit Beginn einer Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel im November 2024, dass die vom Iran unterstützte Schiiten-Miliz Israel mit Raketen angegriffen hat. Sie begründete den Angriff in der Nacht mit der Tötung des obersten Führers des Irans, Ayatollah Ali Khamenei, bei einem israelischen Luftangriff am Samstag in der iranischen Hauptstadt Teheran.

Libanesischer Premier: Beschuss verantwortlich

“Die Hisbollah hat über Nacht eine Offensive gegen Israel gestartet und trägt die volle Verantwortung für jede Eskalation”, erklärte Israels Generalstabschef Eyal Zamir nach Armeeangaben. “Jeder Feind, der unsere Sicherheit bedroht, wird einen hohen Preis zahlen”. Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam bezeichnete den Raketenbeschuss aus dem Südlibanon auf Israel als “unverantwortliche und verdächtige Handlung, die die Sicherheit des Libanons gefährdet und Israel einen Vorwand liefert, seine Angriffe fortzusetzen.”

Man werde “nicht zulassen, dass das Land in neue Abenteuer hineingezogen wird, und wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Täter zu stoppen und das libanesische Volk zu schützen”, fügte Salam hinzu. Israel und die Hisbollah-Miliz hatten zuletzt bis Ende 2024 Krieg gegeneinander geführt.

Dann trat eine Waffenruhe in Kraft. Das Abkommen sieht unter anderem die Entwaffnung der Hisbollah in mehreren Phasen vor. Eine wichtige Frist dafür lief Ende vergangenen Jahres aber aus. Die Schiiten-Miliz lehnt diesen Schritt weiterhin ab. Beide Seiten werfen einander Verstöße gegen das Abkommen vor.

Iranischer Sicherheitschef schließt weitere Verhandlungen mit USA aus

Der iranische Sicherheitschef Ali Larijani schließt Verhandlungen mit den USA aus. Teheran werde nicht mit Washington verhandeln, erklärte Larijani am Montag auf der Plattform X. Er reagierte damit auf einen Bericht, wonach der Iran versuche, die Verhandlungen wiederzubeleben.

Es sei eine neue umfangreiche Angriffswelle gegen das “iranische Terrorregime im Herzen von Teheran” begonnen worden, teilte das israelische Militär in der Nacht ohne weitere Details mit. Die Entfernung zwischen der israelischen Stadt Tel Aviv und Teheran beträgt Luftlinie rund 1.600 Kilometer. Der am Samstagfrüh in Koordination mit den verbündeten USA gestartete Einsatz der israelischen Luftwaffe gegen den Erzfeind Iran ist nach Armeeangaben der bisher größte in ihrer Geschichte.

Das US-Militär hat in den ersten 24 Stunden seiner Angriffe im Iran nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Ziele angegriffen. Dazu gehörten unter anderem das Hauptquartier der Revolutionsgarden, Luftabwehrsysteme, Kriegsschiffe, U-Boote, militärische Kommunikationseinrichtungen, Kommandozentren sowie Stellungen mit ballistischen Raketen. Das teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des Militärs (Centcom) mit.

Raketentrümmer stürzen auf Schiff in Bahrain

In Bahrain sind indes Trümmer einer von der Luftabwehr abgefangenen Rakete auf ein Schiff gestürzt und haben ein Feuer ausgelöst. Dabei kam ein aus Asien stammender Arbeiter ums Leben, zwei weitere wurden schwer verletzt, wie das Innenministerium des Inselstaats im Persischen Golf auf der Plattform X mitteilte. Der Brand in einem Hafengebiet nahe der Hauptstadt Manama sei inzwischen gelöscht worden.

Der Iran greift im Rahmen seiner Gegenangriffe US-Verbündete und amerikanische Stellungen in der Region an. Bahrain ist unter anderem der Hauptsitz der US-Marine im Nahen Osten. Dort ist die sogenannte Fünfte Flotte der Marine beheimatet. Am Samstag war bei einem iranischen Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen in Bahrain Sachschaden entstanden.

USA und arabische Staaten verurteilen Irans Gegenangriffe

Die USA verurteilten unterdessen gemeinsam mit Saudi-Arabien und weiteren arabischen Staaten die Raketen- und Drohnenangriffe des Irans. Die Handlungen Teherans stellten eine “gefährliche Eskalation” dar und gefährdeten Zivilisten, heißt es in einer am Sonntag (Ortszeit) veröffentlichten gemeinsamen Erklärung mit Bahrain, Jordanien, Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Länder bekräftigen zudem ihr Recht auf Selbstverteidigung.

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