Von: APA/AFP/Reuters/dpa
Bei Kämpfen im Süden des Libanon ist nach Armeeangaben ein israelischer Soldat getötet worden. Der 31-Jährige sei “im Gefecht gefallen”, erklärten die israelischen Streitkräfte am Sonntag, ohne nähere Angaben zu machen. Neun weitere Soldaten seien verwundet worden, einer von ihnen schwer. Der 31-Jährige ist der zweite israelische Soldat, der seit Beginn der Waffenruhe getötet wurde. Diese war eigentlich in der Nacht auf Freitag für zehn Tage in Kraft getreten.
Er ist zugleich laut einer AFP-Zählung der 15. getötete israelische Soldat seit dem Wiederaufflammen des Konflikts zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Zuge des Iran-Kriegs. Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die Hisbollah als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze.
Bericht: Israel teilt Südlibanon in drei Zonen auf
Die israelische Armee hat den weiter von ihr kontrollierten Südlibanon laut einem Medienbericht nach der Waffenruhe in drei Abschnitte unterteilt, in denen sie aktiv ist. Die sogenannte rote Linie bezeichne die erste Reihe von Dörfern direkt an der israelisch-libanesischen Grenze, berichtete die israelische Zeitung “Jediot Achronot”. Dort seien die meisten Gebäude bereits zerstört, in dem Gebiet hielten sich keine Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz mehr auf, in einigen Orten hätten israelische Bodentruppen fest Stellungen bezogen.
Die Armee äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Bericht. Später veröffentlichte sie lediglich eine Grafik der gesamten “Sicherheitszone” nördlich der Grenze.
Die “gelbe Linie” – nach dem Modell des auch nach einer Waffenruhe weiter zur Hälfte von Israel besetzten Gazastreifens – verlaufe in sechs bis zehn Kilometer entfernt von der Grenze, berichtete das Blatt. Die dritte Linie reiche bis zum Litani-Fluss, der in etwa 30 Kilometer Entfernung von der Grenze reicht.
Netanyahu kündigte Pufferzone an
Bei Verkündung der zehntägigen Waffenruhe am Donnerstag hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu gesagt, die israelische Armee solle inzwischen in einer “verstärkten Sicherheitszone” im Südlibanon bleiben. Diese reiche vom Mittelmeer bis zur syrischen Grenze und sei etwa zehn Kilometer breit. Dies diene dem Schutz der Ortschaften im Norden Israels vor Hisbollah-Angriffen.
Im Libanon herrscht die Sorge vor einer dauerhaften Besatzung des Südens. Bereits nach dem ersten Libanon-Krieg 1982 hatte Israel im Süden des Libanons eine sogenannte “Sicherheitszone” eingerichtet. Erst 2000 zogen sich die letzten israelischen Soldaten nach fortwährenden Verlusten aus dem Gebiet zurück. Der Einmarsch 1982 und die anschließende Besatzung, die auch darauf abzielten, den Beschuss Nordisraels zu unterbinden, trugen wesentlich zur Entstehung der Hisbollah bei.




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