Rauchschwaden nach pakistanischen Luftangriffen in Afghanistan

Kampfhandlungen zwischen Pakistan und Taliban halten an

Samstag, 28. Februar 2026 | 11:21 Uhr

Von: APA/Reuters

Die Kämpfe zwischen Pakistan und Afghanistan sind am Samstag in den dritten Tag gegangen, begleitet von diplomatischen Bemühungen um eine Deeskalation. Auch in der Nacht gab es Gefechte entlang der 2.600 Kilometer langen Grenze. Aus pakistanischen Sicherheitskreisen hieß es, die Militäroperation sei weiter im Gange. Pakistanische Streitkräfte hätten mehrere Posten und Lager der radikalislamischen Taliban in verschiedenen Sektoren zerstört.

Reuters konnte diese Angaben nicht unabhängig überprüfen. Afghanistan teilte am späten Freitagabend mit, Außenminister Amir Khan Muttaqi habe mit dem saudischen Prinzen Faisal bin Farhan über Möglichkeiten zur Beruhigung der Lage telefoniert.

UNO und EU riefen zu Ende der Gewalt auf

Die USA stellten sich in dem Konflikt auf die Seite der Regierung in Islamabad: “Die Vereinigten Staaten unterstützen das Recht Pakistans, sich gegen Angriffe der Taliban zu verteidigen”, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums. “Die Taliban haben ihre Zusagen zur Terrorismusbekämpfung wiederholt gebrochen.” Sie seien eine globale Terrorgruppe. Die Vereinten Nationen und die Europäische Union riefen beide Seiten zu einem sofortigen Ende der Gewalt auf. Auch Russland und China mahnten zur Zurückhaltung.

Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Muhammad Asif sprach unterdessen von einem “offenen Krieg” und warnte, die Geduld seines Landes sei am Ende. Der afghanische Innenminister Siradschuddin Hakkani entgegnete in einer Rede, ein Konflikt werde für die Gegenseite “sehr kostspielig”. Während die Atommacht Pakistan über eine moderne Luftwaffe und eine große Armee verfügt, setzen die Taliban vor allem auf leichte Bewaffnung und ihre Kampferfahrung aus zwei Jahrzehnten Aufstand gegen die US-geführten Truppen.

Unterschiedliche Angaben zu Verlusten

Bei den seit Donnerstag andauernden Kämpfen meldeten beide Seiten Verluste, die sich jedoch unabhängig nicht überprüfen lassen. Pakistan bezifferte die Zahl der getöteten Taliban-Kämpfer auf 274 und gab die eigenen Verluste mit zwölf Soldaten an. Die Taliban sprachen dagegen von 55 getöteten pakistanischen Soldaten und 13 eigenen Gefallenen. Ein Sprecher der Taliban meldete zudem 19 zivile Todesopfer in den Provinzen Khost und Paktika.

Hintergrund des Konflikts ist vor allem der Vorwurf Pakistans, dass die in Kabul herrschenden Taliban pakistanischen Extremisten Unterschlupf bieten und diese von Afghanistan aus Anschläge in Pakistan verübten. Die Taliban weisen das zurück. Die Islamisten sind in Afghanistan seit 2021 wieder an der Macht, nachdem die USA ihre Streitkräfte aus dem Land abgezogen hatten.

Kommentare

Aktuell sind 2 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen