Südtiroler Bauernbund fordert in der Diskussion um die Erntehelfer dazu auf, bei den Fakten zu bleiben

„Keine Bevorzugung von Erntehelfern“

Mittwoch, 15. September 2021 | 19:51 Uhr

Bozen – Der Südtiroler Bauernbund fordert in der Diskussion um die Erntehelfer dazu auf, bei den Fakten zu bleiben und nicht eine Gruppe von Menschen, die nach Südtirol kommt, um zu arbeiten, an den Pranger zu stellen. Der SBB reagiert damit u. a. auf einige Aussagen von ASGB-Chef Tony Tschenett.

Wie jedes Jahr werden in den nächsten Tagen wieder Erntehelfer nach Südtirol kommen. „Der Südtiroler Bauernbund hat sich für das Impfen in den Herkunftsländern ausgesprochen. Das ist nach wie vor der Königsweg“, stellt Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler klar. Auch weil für die Einreise ein Grüner Pass (getestet, genesen oder eben geimpft) nötig ist. „Aufgabe der Ordnungskräfte ist es, den Grünen Pass an den Grenzen zu kontrollieren. Das gilt übrigens auch für andere Personengruppen.“ Wenn an den Grenzen nicht oder zu wenig kontrolliert werde, sei das wohl nicht ‚Schuld‘ der Landwirtschaft. Erntehelfer hätten bestätigt, dass in Osteuropa deutlich strenger kontrolliert werde als etwa am Brenner oder am Reschenpass.

Was das Arbeiten in den Wiesen selbst anbelangt, so ist für die Ernte der Äpfel oder Trauben der Grüne Pass nicht Voraussetzung für die Ausübung der Tätigkeit, genauso wenig wie in vielen anderen Sektoren. Daher sind auch Forderungen nach mehr Kontrollen des Grünen Passes unnötig. Gleiches gilt für die Forderung nach Quarantänemaßnahmen.
Zudem hinkt der Vergleich Tschenetts mit den Lehrpersonen: Sie sind verpflichtet, einen negativen Antigentest vorzuweisen, während Erntehelfer, gleich wie Mitarbeiter in anderen Sektoren der Wirtschaft, sich freiwillig per Nasenflügeltest testen lassen können.
Um auf Nummer sicher zu gehen, lassen viele Betriebe ihre Erntehelfer dennoch regelmäßig in Apotheken gegen Gebühr testen.
Zusätzlich gelten für die Betriebe die Bestimmungen im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Diese sehen verschiedene Maßnahmen vor.

Nicht gelten lässt Tiefenthaler auch, dass Erntehelfer eine bedeutende Quote der Infizierten ausmachen würden. Die offiziellen Testdaten des letzten Jahres haben gezeigt, dass die Positivitätsraten bei Erntehelfern geringer waren als beim Durchschnitt der einheimischen Bevölkerung. Auch das INAIL stuft die Ansteckungsgefahr in der Landwirtschaft als „nieder“ ein.
„Es gibt keine Bevorzugung von Erntehelfern, weder bei der Einreise noch was die Ausübung der Tätigkeit oder das Testen betrifft. Es darf daher nicht sein, dass eine Gruppe von Arbeitern ins falsche Licht gerückt wird. Der Südtiroler Bauernbund wird jedenfalls alles dafür tun, dass auch die heurige Ernte gut und vor allem sicher über die Bühne geht.“

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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4 Kommentare auf "„Keine Bevorzugung von Erntehelfern“"


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brunner
brunner
Universalgelehrter
5 Tage 2 h

Tschenett hat vollkommen Recht….da wird wie üblich mit zweierlei Mass gemessen!

berthu
berthu
Universalgelehrter
5 Tage 3 h

…jedenfalls alles dafür tun… angekommen

wellen
wellen
Universalgelehrter
4 Tage 15 h

Blödsinn. Wenn der grünepass für ALLE Arbeitnehmer heute kommt, könnt ihr die unwirksamen Nasrnflügeltests vergessen, gratis oder nicht

lalala
lalala
Tratscher
3 Tage 19 h

Würden mal die einheimischen arbeitslosen und flüchtlinge bei der ernte mithelfen ohne groß zu meckern, den schwung und das durchhaltevermögen unserer osteuropäischen helfer haben, von gala alle sorten bis hin zu pink lady (3,5 onate samstag und oft auch sonntags zu arbeiten) dann hätte sich die diskussion um osteuropäische helfer erübrigt.

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