"Zehn Millionen Euro noch 2020"

Kompatscher nimmt Lehrerwunderland-Petition entgegen

Freitag, 16. Oktober 2020 | 18:49 Uhr

Bozen – “Wir werden keine Brücke in den Himmel bauen, wir werden aber die Vertragsverhandlung ernsthaft führen.” Das sicherte heute Nachmittag Landeshauptmann Arno Kompatscher den Initiatoren der Petition Lehrerwunderland Südtirol zu. Er verwies darauf, dass die Verhandlungen zum Kollektivvertrag für die Lehrpersonen der Schulen staatlicher Art im Gange seien und für das laufende Jahr zehn Millionen Euro zur Verfügung stünden.

Die von rund 3000 Lehrpersonen unterzeichnete Petition beinhaltet mehrere Forderungen, darunter die Anpassung der Gehälter, die rückwirkende Gewährung eines Informatik-Gutscheins, die Gleichstellung der Lehrpersonen staatlicher Schulen mit jenen im Landesdienst und die Anpassung der Zweisprachigkeitszulage. Die Delegation überreichte heute im Landhaus in Bozen dem Landeshauptmann die Petition und erläuterte dabei die einzelnen Anliegen.

Landeshauptmann Kompatscher unterstrich den gesamtgesellschaftlichen Stellenwert der Bildung und die zentrale Rolle, die dabei engagierten Lehrpersonen zukomme. Gemeinsam mit dem Generaldirektor des Landes, Alexander Steiner, gab Kompatscher Einblick in die Finanzplanung des Landes, bei der im Unterschied zu anderen Ländern und Regionen Beträge für die Vertragsverhandlungen schon mitgedacht würden. “Bei der Haushaltsplanung für das kommende Jahr fehlen uns 750 Millionen Euro, ohne die Investitionsbeiträge zu berücksichtigen”, berichtete der Landeshauptmann. Trotzdem habe man zusätzliche Mittel für das öffentliche Personal vorgesehen. Während es für die 33.500 öffentlich Bediensteten 300 Millionen Euro sind, sollen für die 7600 Lehrpersonen der Schulen staatlicher Art in den Jahren 2021 und 2022 je 15 Millionen Euro jährlich sein.

Angesprochen wurden heute auch die Informationstechnik und die technologische Ausstattung der Schulen, die den Anforderungen des coronabedingten Fernunterrichts nicht entsprächen. Man sei sich des IT-Aufholbedarfs in Südtirols Schulwelt bewusst, sagte Kompatscher, daher hätten die drei Bildungsdirektionen im Rahmen des gesamtstaatlichen Recovery Fund einen gemeinsamen der Projektantrag eingereicht. Das Investitionsvolumen des Digitalisierungsprojekts beläuft sich auf 58 Millionen Euro.

Was die persönliche IT-Ausstattung der Lehrpersonen angeht verwies die Lehrerdelegation darauf, dass Südtirols Lehrerschaft kein Anrecht auf den jährlichen 500-Euro-Bonus der “Carta del docente” habe, wie es auf dem restlichen Staatsgebiet der Fall sei. “Trotz der coronabedingt schwierigen Finanzsituation haben wir in diesem Jahr zusätzliche zehn Millionen Euro für die Lehrpersonen der Schulen staatlicher Art bereitgestellt”, informierte Generaldirektor Steiner. “Diese Mittel können noch in diesem Jahr mit dem Abschluss eines Teilvertrages für diesen Zweck ausgeschüttet werden.”

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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12 Kommentare auf "Kompatscher nimmt Lehrerwunderland-Petition entgegen"


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tobias.peter
tobias.peter
Grünschnabel
10 Tage 22 h

Eine Gesellschaft sollte darum bemüht sein, gute und motivierte Lehrer zu haben. Aber wenn die meisten damit zufrieden sind, das ihre Kinder Deppen bleiben, dann mögen sie weiterhin den Lehrerberuf schlechtreden und über die Lehrer schimpfen.

wouxune
wouxune
Superredner
10 Tage 21 h

Das Leben lehrt nicht die Lehrer(innen)☝🏻

tomsn
tomsn
Tratscher
10 Tage 20 h

Wenn die Freude am Beruf nur vom Gehalt abhängt, sollte man die Berufswahl nochmal überdenken…

Asterope
Asterope
Grünschnabel
10 Tage 19 h

@wouxune An dein Sotzbau kennt man dass du koane Lehrerin bisch 😜

Gustl64
Gustl64
Tratscher
10 Tage 11 h

So ein Schwachsinn! Von den Lehrern wird verlangt, dass sie ihren Beruf unabhängig von der Höhe ihres Gehaltes super ausführen sollen. Im Landtag war man sich einig, dass Falle von Fernunterricht die Lehrer für Computerspesen und den Kauf von Programmen persönlich aufkommen sollen. Mit dem Argument, dass Lehrer in Südtirol mehr verdienen würden als im restlichen Italien. Das stimmt aber nicht ganz. Z.B. unterrichten Grundschullehrer pro Woche 6 Stunden mehr und müssen noch 220 Zusatzstunden pro Jahr erledigen.

tomsn
tomsn
Tratscher
10 Tage 23 h

An alle Lehrer: es megs lei olle zi di Maurer gien noa braucht des nimma so a schlechte unterbezohlte Orbeit mochn.

DorfLaeff
DorfLaeff
Grünschnabel
10 Tage 13 h

Stimmp, nor brauchmor ins ah koan Computer selber kafn. Weil in Werkzuiggirtl zomp Hommer und Kelle und in Helm kregmor va der Firma. Und in der Freizeit hobmor nor wirklich frei.

Ralph
Ralph
Universalgelehrter
10 Tage 23 h

Ich will auch mehr Geld. Wo kann ich mich melden?

Gudrun
Gudrun
Superredner
10 Tage 21 h

manche sind die Hälfte net wert !!

durchdacht
durchdacht
Tratscher
10 Tage 18 h

8 Jahre Studium, Bezahlung net mol die Hälfte wie in Deutschland u d Österreich und das vor Corona. Der Landeshauptmonn kimp mit Almosen. 20 Johre auzuholn…

sixtus
sixtus
Grünschnabel
10 Tage 18 h

Die Lehrer im restlichen Italien bekommen auch keine Zweisprachigkeitszulage so wie alle in der Privatwirtschaft, daher würde ich vorschlagen diese Zulage zu streichen und den 500,00 Bonus zu beantragen. Welche Lehrerin/Lehrer stimmt zu?

Stix
Stix
Neuling
10 Tage 9 h

Um die Qualität im Unterricht zu steigern, wäre es notwendig die Lehrer nach Kompetenz anzustellen und die Unkündbarkeit aufzuheben.

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