Lkw-Transit auf Staatsstraße nimmt zu

Kompatscher plant Lkw-Transitverbot

Montag, 28. Mai 2018 | 09:26 Uhr

Bozen – Landeshauptmann Arno Kompatscher ist wegen der Zunahme des Lkw-Transits auf der Brennerstaatsstraße besorgt und weiß um den Unmut der Anrainer vom Brenner bis Salurn. „Mit Erlass der Autobahn-Konzession – im Sommer sollte es soweit sein – müsse sofort das Lkw-Transitverbot kommen, erklärt der Landeshauptmann gegenüber dem Tagblatt Dolomiten.

„Tut Rom nichts, erlasse ich das Verbot. Mir ist egal, wenn ich dafür vor Gericht lande“, so Kompatscher. Angst vor Kompetenzüberschreitung legt er damit keine an den Tag. Den Vorstoß wird er unter anderem am 12. Juni beim Verkehrsgipfel deponieren.

Die Landesverwaltung prüfe bereits entsprechende Maßnahmen. Mit Anhebung der Umweltmaut, die er ebenfalls sofort ab Konzessionsverlängerung fordert, befürchtet Kompatscher eine Verlagerung des Lkw-Transitverkehrs auf die Staatsstraße.

„Dieses Verbot muss sofort kommen, die Menschen können nicht länger warten, zumal der Lkw-Verkehr auf der Staatsstraße schon zugenommen hat“, betont Kompatscher.

Mehr lest ihr in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts Dolomiten!

Dorfmann: „Schwerverkehr im Wipp- und Eisacktal nicht mehr hinnehmbar“

Landeshauptmann Arno Kompatscher hat angekündigt, den Transit-Schwerverkehr im Eisacktal und Wipptal von der Brennerstaatsstraße SS 12 zu verbannen. Für den Eisacktaler SVP-Bezirksobmann Herbert Dorfmann geht diese Maßnahme in die „absolut richtige Richtung“. Erst vor wenigen Wochen hat die SVP Eisacktal dasselbe in ihrem Verkehrskonzept gefordert.

Die Gemeinde Klausen hat im Mai zwei Wochen lang gezählt: Insgesamt 27.000 Lastkraftwagen nutzten in den 14 Maitagen die Staatsstraße bei Klausen. An Spitzenzeiten fuhren 300 Lastkraftwagen pro Stunde. Herbert Dorfmann zieht einen gravierenden Vergleich: “Durch die bewohnten Ortskerne im Eisacktal fahren teilweise gleich viele Lastkraftwagen wie die Tiroler Landesregierung bei Blockabfertigungen stündlich auf die Autobahn auffahren lässt.“ Das sei absurd und müsse schnellstens eingestellt werden. Die Eisacktaler und Wipptaler Ortskerne im Talgebiet dürften nicht weiter Opfer einer noch nie da gewesenen Blechlawine über den Brenner werden, sagt der Eisacktaler SVP-Bezirksobmann.

Herbert Dorfmann ruft dazu auf, schnellstens die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Eine Start- Ziel-Regelung für Lastkraftwagen stehe in keinem Zusammenhang mit der Konzession auf der Brennerautobahn. Sie schade der Brennerautobahn nicht. Es sei im Gegenteil im Sinne der A22, wenn die Lastkraftwagen nicht auf die Staatsstraße ausweichen. Mit Beginn der Hauptreisezeit im Sommer müsse die angekündigte Regelung daher unbedingt in Kraft sein.

“Sofort nach der hoffentlich baldigen Erneuerung der Autobahnkonzession muss die Landesregierung mutige Entscheidungen rund um die Verkehrsregelungen auf der Autobahn treffen“, fordert Herbert Dorfmann. Der ständig wachsende Verkehr in den vergangenen Monaten sei weder hinnehmbar noch weiter tragbar.

Auch die Südtiroler Wirtschaft müsse sich überlegen, ob der Ruf nach freier Fahrt für alle in ihrem Sinne sei, sagt der SVP-Bezirksobmann: „Für unsere Unternehmen und den Tourismus ist die Staatsstraße eine lebenswichtige Infrastruktur.“ Wenn sie mit ständig wachsendem Transitverkehr immer öfters verstopft sei, schade das in erster Linie wiederum den Unternehmen.

„Es braucht eine gerechtere Aufteilung des alpenquerenden Verkehrs auf allen verfügbaren Strecken“, fordert Herbert Dorfmann. „Auf dem Brenner können nicht gleich viele Waren und Personen verkehren wie auf allen anderen Alpenübergängen zusammen” unterstricht Herbert Dorfmann. Es brauche einschneidende Maßnahmen, um der Verkehrslawine Einhalt zu gebieten.

Oberhofer: „Verkehrspolitik der Taten“

Bereits am 18. Mai 2018 reichte die freiheitliche Landtagsabgeordnete Tamara Oberhofer einen Beschlussantrag im Landtag ein, welcher den Schwerverkehr entlang der Ortschaften der SS12 eindämmen soll. Der Antrag soll anlässlich der Juni-Sitzung des Landtags behandelt werden und fordert die Landesregierung auf, dafür Sorge zu tragen, dass die Bevölkerung entlang der SS12 vom Verkehr entlastet wird. Der Lkw-Verkehr für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen Gewicht, welche eine reine Durchzugsabsicht verfolgen, soll im Sinne einer flüssigeren Verkehrsgestaltung und bei gegebener Möglichkeit auch Teilstücke der Brennerautobahn nutzen und künftig verpflichtend auf die Autobahn gelenkt werden.

„Die Ankündigung von Landeshauptmann Kompatscher, den Schwerverkehr im Wipp- und Eisacktal zu kanalisieren, ist zu begrüßen, denn in der Verkehrspolitik herrscht dringender Handlungsbedarf“, erklärt die freiheitliche Landtagsabgeordnete Tamara Oberhofer in einer Aussendung einleitend. „Bereits vor etlichen Tagen wurde unsererseits ein entsprechender Beschlussantrag im Landtag eingereicht und wenn den Worten des Landeshauptmannes Glauben geschenkt werden kann, gehe ich von einer Zustimmung zum Antrag seitens der Mehrheit aus“, so Oberhofer.

„Aufgrund der sich zunehmend verschlimmernden Verkehrssituation auf der Autobahn versuchen viele Lkw-Fahrer über die Staatsstraße SS12 auszuweichen, um schneller voranzukommen und Staus zu umgehen. Anschließend fahren sie auf der für sie am günstigsten gelegenen Mautstelle wieder auf. Dieser Umstand behindert nicht nur den Verkehr auf der Staatsstraße, sondern belastet zudem die Bevölkerung, welche entlang der Verkehrshauptschlagader wohnt. Brixen hat bereits im Jahr 2009 Maßnahmen ergriffen und war die erste Stadt in Südtirol mit einem Fahrverbot für Lkws über 7,5 Tonnen Gewicht“, führt Tamara Oberhofer die Hintergründe aus.

„Gerade Zeitverzögerungen setzen den exportierenden und importierenden Unternehmen zu. Nachdem nämlich im Jahr 2013 auf Grund der reibungslosen Verkehrslage den Kunden eine Pünktlichkeit von ca. 90 Prozent garantiert werden konnte, kann heute lediglich eine 50-60 prozentige Pünktlichkeit zugesichert werden. Eine Beruhigung der Verkehrslage ist somit nicht in Sicht und bis zum Jahr 2050 wird eine weitere Zunahme prognostiziert. Auch von einem reibungslosen Verkehr auf der Brennerautobahn kann schon eine Weile nicht mehr gesprochen werden. Permanente Baustellen durch Instandhaltungsarbeiten und die stete Zunahme des Schwerverkehrs und des Tourismus machen einen flüssigen Verkehr unmöglich, daher bedarf es einer klaren und raschen Regelung. In einem ersten Schritt soll die Staatsstraße und dessen Anrainer entlastet werden“, untermauert die freiheitliche Landtagsabgeordnete abschließend.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

29 Kommentare auf "Kompatscher plant Lkw-Transitverbot"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Hans_H
Hans_H
Tratscher
26 Tage 22 h
Man merkt, dass Wahlen anstehen. So kämpferisch gibt sich Kompatscher nur kurz vor Wahlen. Man erinnere sich damals beim heißen Thema Flugplatz. Was er uns damals alles versprochen hatte, das natürlich nie erfüllt wurde, scheint sich hier zu wiederholen. Komisch ist aber schon, dass er bei sonstige Umweltproblemen (Mals z.B.) nie so stark auftrumpfte, als hier bei der Autobahn. Vielleicht, weil die Autobahngebühren (inklusive zukünftiger Umweltmaut) zu 100% in Südtirol verbleiben, und die Säcke einiger Privilegierten (SVP?) füllt? Klar muß man dann voll dagegen sein, wenn einige Frächter, die sich vor der Maut drücken wollen und auf die Staatsstrasse ausweichen,… Weiterlesen »
Blitz
Blitz
Superredner
26 Tage 22 h

Wia, Recht , du hosch !

Dagobert
Dagobert
Superredner
26 Tage 21 h

Hans ich bin zu 100% deiner Meinung und auch nur aus diesem Grund hat man sich in den letzten Jahrzehnten immer gegen einen Neubau (Alemania-Ulm Mailand) so kämpferisch eingesetzt.

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
26 Tage 20 h

An Seiner Stelle wär ich mal zufrieden und würdevfür Andere ganz uneigennützig was tun.

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
26 Tage 18 h

Siene Nordtiroler Kollegen werden hier für das gleiche Verhalten gelobt, über Kompatscher wird gelästert.

So ist das
So ist das
Superredner
26 Tage 23 h

Wieso ist man immer erst in einem Wahljahr über so vieles besorgt? 🤔

Ralph
Ralph
Superredner
26 Tage 22 h

kompi will die stimmen der grünen

Staenkerer
26 Tage 20 h

es hoaßt jo wer glaubt wird sehlig …
do muaß es hoaßn:
wer im wahljahr olls glab werd verarsch…!

ober es braucht ollm zwoa dazu, xer der verarsch…
und der, der sich verarsch… losst!
letzteres steat jedem frei
und wieviel es in südtirol gib derfrogt man noch de wahln!

pusteblume
pusteblume
Grünschnabel
26 Tage 22 h

LKW-fahrverbot hin oder her…der ball liegt wie so oft beim konsumenten-also bei jedem von uns. warum brauchen wir im dezember früchte von chile und warum muss das fleisch billig – alles auf kosten der der tiere und der umwelt. jeder muss sich die frage stellen, kann ich nicht warten bis ich die erdbeeren regional kaufen kann. dann sind irgendwann weniger LKW s unterwegs. wäre zumindest ein anfang

flakka
flakka
Neuling
26 Tage 21 h

so oanfoch isch des wieder net.
do gehts um export-import, den mir sichr net steuern u wenn net wirtschaftsexperte bisch, a net verstian konnsch.
wieso kostet sinscht a fiat in deutschland weniger als in italien odr wieso gibs südtiroler joghurt im veneto günstiger als im erzeugerland?
nur um 2 beispiele zu nennen..

Hans_H
Hans_H
Tratscher
26 Tage 21 h

@ pusteblume 
Dazu muß man aber auch erwähnen, dass die EU genau das Verkehrsaufkommen fördert. Deswegen müssen Italiener, obwohl selbst Tomaten und Orangen, auch spanische Früchte im Handel anbieten. Lokale Produkte werden EU-mäßig nicht gefördert. Alles muß und soll global sein. Auch bei die öffentlichen Auftragsvergaben müssen europaweit ausgeschrieben werden, obwohl einheimische Betriebe kompetent genug wären. Beispiele gäbe es in Massen. Umwelt und Wirtschaft vertragen sich nun mal nicht gut. Statt den Transitverkehr wirkungsvoll zu reduzieren, schlagen sie eine “Umweltmaut” drauf, die nicht wirklich der Umwelt dient, sonder nur die Säckel der Initiatoren füllt. Scheinheiligkeit par excellence!

Blitz
Blitz
Superredner
26 Tage 23 h

Iatz affamol soviel Mut ??
…..A jo, hetti bold vergessn ,
….. in Herbscht sein Wohln !!

ITler
ITler
Tratscher
26 Tage 23 h

Es stehen Wahlen bevor…

Staenkerer
26 Tage 20 h

du sogsch es
wahlkampf bla bla
und wenns danoch nit zu mochn isch krieg von der merkel über de nochtiroler bis rom olle schuld ….

Septimus
Septimus
Superredner
26 Tage 23 h

…🤔🤔🤔..aber wehe wenn die Waren nicht pünktlich beim Verbraucher bzw.Verteiler sind…dann regen sich die “Anrainer” auf…

Mauler
Mauler
Grünschnabel
26 Tage 21 h

„Tut Rom nichts, erlasse ich das Verbot. Mir ist egal, wenn ich dafür vor Gericht lande“, so Kompatscher.
Hoffentlich ein Mann und ein Wort oder isch des Wahlpropaganda?

Staenkerer
26 Tage 20 h

jo wos werds a sein…
momentan mit rom drohen isch für sich schun a farce …..

Tabernakel
26 Tage 16 h

Frage ihn doch selber.

wellen
wellen
Superredner
26 Tage 22 h

Ja guten Morgen Politik, auch schon aufgewacht? Jahrelang lässt ihr euch von der Transitlobby vor sich hertreiben, Dann die Ausreden da kann Südtirol nichts machen, es sei der Staat zuständig, und jetzt plötzlich geht was?Nur weil Landtagswahlen sind und ihr die Eisacktalet Stimmen verlieren werdet? Heuchelei.

Asellwollsell
26 Tage 23 h

Födie wohl kem wen oando epas brauch schnell its wünsche deponiern weil ob herbst ischs zi spot

Staenkerer
26 Tage 20 h

deponiern konn man se schun … noch de wahln folln de versprechn nor der plötzlich auftauchenden politdemenz zum opfer, de grod ba der SVP olle 5johr auftaucht und guate 4 a holb johr unholtet!

JvS-105
JvS-105
Grünschnabel
26 Tage 20 h

Muss den Artikel nochmals lesen..
Ich meine, von der Verlagerung auf die Schiene habe ich nichts gefunden.

Das LKW-Transitverbot gilt dann hoffentlich auch für den Vinschgau…

schreibt...
schreibt...
Tratscher
26 Tage 17 h

Verlagerung auf die Schiene ist doch lächerlich! Da verdienen ja diese Herren ja nichts mehr. 😇

Tabernakel
26 Tage 16 h
JvS-105
JvS-105
Grünschnabel
26 Tage 10 h

Obergscheider Tabernakel,
hast Du Dir die Ausnahmen auf Seite 2 der Verordnung mal angesehen?
Und glaubst Du allen Ernstes, dieses Fahrverbot wird durchgängig kontrolliert?

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
26 Tage 21 h

Viel blabla vor den Wahlen. Danach sind es die Pöhsen Römer.
So stark war der Arno sonst doch nie..

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
26 Tage 22 h

So schneidig isch er nou nia gweisn

jagerander
jagerander
Grünschnabel
26 Tage 20 h

richtig.grosse Töne vor den Wahlen.

hans--
hans--
Grünschnabel
26 Tage 22 h

nicht planen ++einmal etwas gutes machen  und die Staatsstraße ist weniger anfällig an Reparaturen

wpDiscuz