Peskow (r.) gab keine Reaktion Putins auf den Vorschlag bekannt

Kreml bestätigt Trump-Bitte nach Feuerpause in Ukraine

Freitag, 30. Januar 2026 | 11:52 Uhr

Von: APA/AFP/Reuters/dpa

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Angaben des Kreml eine persönliche Bitte von US-Präsident Donald Trump erhalten, die Angriffe auf Kiew bis zum 1. Februar einzustellen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wollte sich jedoch nicht dazu äußern, wie Russland auf die Anfrage reagiert. Vorerst gingen die Angriffe der russischen Armee weiter: In der Nacht auf Freitag griff Russland laut ukrainischer Armee mit mehr als 100 Drohnen an, von denen 80 abgefangen worden seien.

Ziel der von Trump vorgeschlagenen Feuerpause sei es, ein günstiges Umfeld für Friedensverhandlungen zu schaffen, sagte Kreml-Sprecher Peskow. Die Ukraine hat ihrerseits Entgegenkommen signalisiert, falls Russland bei der aktuellen Kältewelle die Energieinfrastruktur verschont: Präsident Wolodymyr Selenskyj stellte für eine mögliche begrenzten Waffenruhe mit Russland die Einstellung ukrainischer Attacken auf russische Objekte in Aussicht. “Wenn Russland nicht auf unsere Energieanlagen feuert, dann werden wir ihre nicht angreifen”, sicherte der Staatschef in einem Gespräch mit Journalisten zu. Selenskyj zufolge sei der Vorschlag für eine derartige Waffenruhe von den USA gekommen. Einen direkten Kontakt zwischen Moskau und Kiew habe es nicht gegeben.

Trump hatte zuvor gesagt, dass er Putin persönlich um einen Stopp russischer Luftangriffe für eine Woche für die Zeit erwarteter schwerer Fröste gebeten habe. Putin habe zugestimmt, sagte Trump.

Selenskyj lädt Putin zu Verhandlungen nach Kiew ein

Der ukrainische Staatschef ging dabei auch auf russische Äußerungen zu möglichen direkten Gesprächen zwischen ihm und Putin in Moskau ein. “Fraglos ist das unmöglich, dass ich mich mit Putin in Moskau treffe”, sagte Selenskyj. Das wäre gleich einem Treffen der Staatsoberhäupter der verfeindeten Staaten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. “Ich lade ihn ein, wenn er sich dazu natürlich entschließt”, sagte Selenskyj.

Den Zeitplan für die nächste Runde der von den USA vermittelten Gespräche mit Russland stellte der ukrainische Präsident unterdessen in Frage. Ort und Zeit des ursprünglich für Sonntag in Abu Dhabi geplanten Treffens könnten sich ändern, sagt Selenskyj am Freitag vor Reportern. Als Grund nannte er unter anderem Entwicklungen im Verhältnis zwischen den USA und dem Iran. Zudem sei es wichtig, dass alle vereinbarten Teilnehmer anwesend seien. US-Außenminister Marco Rubio hatte zuvor erklärt, die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner würden am Wochenende nicht nach Abu Dhabi reisen. Zuletzt haben dort am vergangenen Wochenende auf Drängen und mit Vermittlung Washingtons eine russische und eine ukrainische Delegation erstmals seit längerem wieder direkt verhandelt.

Frostwarnung – Temperaturen bis zu minus 30 Grad möglich

Russland hat in den vergangenen Wochen verstärkt das ukrainische Energienetz bombardiert, durch die Attacken waren tausende Haushalte bei eisigen Temperaturen immer wieder ohne Strom und ohne Heizung. Die örtlichen Behörden arbeiteten intensiv daran, die Wärme- und Stromversorgung wiederherzustellen. Für die kommenden Tage hat der ukrainische Wetterdienst vor extremem Frost mit nächtlichen Temperaturen von bis zu minus 30 Grad gewarnt.

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