Zugängliche Kinderbetreuungsangebote

Landesbeirat warnt vor Erhöhung der Gebühren

Freitag, 13. März 2026 | 17:00 Uhr

Von: mk

Bozen – Der Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen äußert große Besorgnis über die Erhöhung der Gebühren für die verlängerte Betreuungszeit in den Kindergärten der Gemeinde Bozen, wodurch sich die monatlichen Gesamtkosten auf bis zu 160 Euro erhöhen könnten.

Der Landesbeirat hat ein Schreiben von Vertretern der Eltern des Kindergartens „Città dei bambini” in Bozen erhalten, in dem darauf hingewiesen wird, dass das neue Gebührensystem, das auf der Grundlage der jüngsten Landes- und Gemeinderatsbeschlüsse angewendet werde, eine erhebliche Erhöhung gegenüber der bisherigen Situation mit sich bringe.

Derzeit beträgt die monatliche Gebühr 78 Euro für die normale und 102 Euro für die verlängerte Betreuungszeit. Mit der neuen Regelung, die einen Aufschlag von bis zu vier bis fünf Euro pro Nachmittag vorsieht, können die Gesamtkosten für die verlängerte Betreuungszeit auf bis zu etwa 160 Euro pro Monat steigen, was einer jährlichen Erhöhung von mehr als 550 Euro pro Kind entspricht.

Nach Ansicht der Elternvertreter kann eine Erhöhung in dieser Höhe nicht als marginal angesehen werden. In einer Stadt wie Bozen, wo sehr oft (und glücklicherweise) beide Elternteile arbeiten, sei die Nachmittagsbetreuung ein wesentliches Instrument zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Eine erhebliche Verteuerung dieser Dienstleistung berge daher die Gefahr, dass gerade die Familien benachteiligt würden, die sie am dringendsten benötigen.

Der Landesbeirat betont, dass der Zugang zu frühkindlichen Bildungsangeboten eines der wichtigsten Instrumente sei, um die Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt zu fördern.

Wenn man wirklich wolle, dass Frauen mehr und kontinuierlicher arbeiten können, müsse man die Betreuungsangebote ausbauen und die wirtschaftlichen Hindernisse beseitigen, die deren Nutzung einschränken.

„Bereits heute belasten die Lebenshaltungskosten in Südtirol die Familien, insbesondere diejenigen mit mittlerem bis niedrigem Einkommen und kinderreiche Familien. Die steigenden Kosten für die Kinderbetreuung – zwischen Krippen, Kindergärten, Sommerprojekten und anderen Bildungsangeboten – könnten dazu führen, dass es vor allem für Frauen mit geringerem Einkommen oder Teilzeitbeschäftigung immer weniger attraktiv wird, auf dem Arbeitsmarkt zu bleiben“, erklärt der Beirat in einer Aussendung.

Der Landesbeirat bekräftigt daher, dass Kinderbetreuungsangebote erschwinglich, flexibel und für alle Familien zugänglich sein müssten. Zu hohe Tarife für die verlängerte Betreuungszeit könnten nämlich das Gegenteil der angestrebten Ziele der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und der Gleichstellung bewirken.

Aus diesem Grund unterstützt der Landesbeirat die Forderung der Eltern, die Entscheidung zu überdenken und eine ausgewogenere Lösung zu finden, indem die Gebühren wieder auf ein Niveau gesenkt werden, das mit den Bestimmungen des Provinzbeschlusses vom Juli 2025 im Einklang steht.

Die Gewährleistung zugänglicher Bildungsangebote sei nicht nur eine organisatorische oder wirtschaftliche Frage, sondern eine grundlegende politische Entscheidung zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern und zur konkreten Unterstützung von Familien.

Bezirk: Bozen

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