Schwierige Situation in 1960-er Jahren, anschließende positive Entwicklung

Landeshauptmann Kompatscher zu 60 Jahre “Feuernacht”

Donnerstag, 10. Juni 2021 | 11:52 Uhr

Bozen – Die Verzweiflung vieler Südtiroler ob der nicht erfolgten Umsetzung der versprochenen Südtirol-Autonomie mündete in der Nacht vom 11. auf 12. Juni 1961 in einen konzertierten Anschlag auf rund 40 Einrichtungen des italienischen Staates in Südtirol. Durch diese Aktion, die als “Feuernacht” in die Geschichte einging, wollte man die Weltöffentlichkeit auf die Unterdrückung der Südtiroler Minderheit durch den römischen Zentralstaat aufmerksam machen. Dies gelang zweifelsohne. “Wie sehr die mit der Feuernacht verbundene internationale Aufmerksamkeit zu einer Beschleunigung der Verhandlungen beigetragen hat und was sie insgesamt bewirkte, bleibt eine Frage, die Historiker weiterhin beschäftigen wird”, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher.

“Fakt ist, dass es vorher wie nachher vieler zäher politischer Verhandlungen bedurfte, um die Südtirol-Autonomie in ihrer heutigen Form erringen zu können”, so Kompatscher. Gewalt könne nie die Lösung sein. “Man muss jedoch betrachten, was damals zu den drastischen Aktionen geführt hat. So ist die Feuernacht in Zusammenhang mit den Konflikten jener Zeit zu sehen: Mit der Verzweiflung der Menschen, der Enttäuschung darüber, dass die Versprechen von Seiten des italienischen Staates nicht eingehalten wurden, dem Nicht-ernst-genommen-werden, den anhaltenden Versuchen der Repression und der weiteren Zuwanderung bei gleichzeitiger Abwanderung junger Südtiroler auf Arbeitssuche”, erklärt der Landeshauptmann.

“Die Autonomie, die 1972 nach zähem Ringen und auch mit maßgeblicher österreichischer Unterstützung von Landeshauptmann Silvius Magnago errungen wurde, hat nach Annexion, Unterdrückung der deutschen und ladinischen Sprache und Kultur sowie italienischer Nationalisierungspolitik einen Neubeginn dargestellt”, sagt Kompatscher: “Seitdem konnte man in Südtirol tatsächlich wieder selbst die Geschicke in die Hand nehmen und eine Verwaltungs- und Gesetzgebungsautonomie aufbauen, die nicht nur verfassungsrechtlich, sondern – auf Grundlage des Pariser Vertrages und unter Einbeziehung der Vereinten Nationen – auch völkerrechtlich verankert ist. In der Ära Luis Durnwalder nutzte Südtirol die autonomen Spielräume, um allen Menschen im Land ein Leben in Frieden, Sicherheit und Wohlstand zu ermöglichen.”

Dass heute Südtirol im Vergleich zu vielen europäischen Regionen sowohl in gesellschaftlicher, kultureller als auch in wirtschaftlicher Hinsicht sehr gut dastehe und eine relativ hohe Lebensqualität aufweise, sei einer Reihe von Umständen, vor allem aber auch dem überzeugten Einsatz vieler Menschen und dem Verhandlungsgeschick der politischen Akteure zu verdanken, ist Landeshauptmann Kompatscher überzeugt. “Die Chancen Südtirols für die Zukunft liegen nun eindeutig in der Öffnung nach außen und in der Vernetzung”, betont Kompatscher. “Unser Land hat ein enormes Potenzial, das wir durch eine positive Grundeinstellung und die Tatkraft der Menschen in einem europäischen Umfeld gut ausschöpfen können.”

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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9 Kommentare auf "Landeshauptmann Kompatscher zu 60 Jahre “Feuernacht”"


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algunder
algunder
Superredner
6 Tage 1 h

na bitte sei decht zumindest ruhig!!!
wenn dir a bissl eppes an inser volk kultur und glabe liegn tat wursch di ondorst verholtn

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
6 Tage 2 h

Blabla

Calimero
Calimero
Universalgelehrter
6 Tage 57 Min

Wieviel diese Autonome noch wert ist, hat man in Corona-Zeiten ja erlebt.

wellen
wellen
Universalgelehrter
5 Tage 23 h

Gestern im Bayrischen Rundfunk sehenswerte Doku, sagte Steger, nie und niemals werde er ein Gnadengesuch stellen, das war alles richtig, was sie getan haben. Und: beim Anschlag auf die Carabinierikaserne in Sand in Taufers haben sie bewusst den Tod von Menschen einkalkuliert. Und Altnazis aus Deutschland waren die Geldgeber. Und die Geheimdienste waren sicher nicht für den Tod der Carabinieri wie Tiralongo verantwortlich. Anschauen, da gehen einem die Augen auf.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
5 Tage 21 h
Roland Lang
Roland Lang
Grünschnabel
5 Tage 23 h

Ein Claus Schenk Graf von Stauffenberg wird da sicher anders gedacht haben, Herr Kompatscher!

Lu O
Lu O
Tratscher
6 Tage 1 h

wenn man sou red, nor muas mindestens zu di mandr stean und endlich schaugn dass si hoam keman terfn… a bisl mear insotz… ebenso s thema Durnwalder hat man kennt wesentlich mear verteidigen…

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
6 Tage 9 Min

Wenn man etwas sagen muss aber nichts gscheides sagne darf…
…kommen solche Floskeln heraus…

Manchmal sollte man vielleicht einfach auch nichts sagen…?

cowboy
cowboy
Neuling
6 Tage 46 Min

“Nach außen öffnen”?????
das sagt alles.

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