Sandro Repetto (PD) sieht enorme Vorteile

Landtag diskutiert über KI-Echtzeit-Übersetzung in Sanität

Mittwoch, 04. Februar 2026 | 13:45 Uhr

Von: luk

Bozen – Der Südtiroler Landtag hat sich in seiner Plenarsitzung am Mittwoch mit einem Antrag zum Einsatz KI-gestützter Dolmetschtools im Gesundheitsbereich befasst. Der Beschlussantrag Nr. 367/26, eingebracht von Sandro Repetto (PD), sieht vor, Kopfhörer mit automatischer Echtzeitübersetzung testweise und auf freiwilliger Basis in Krankenhäusern und bei Allgemeinmedizinern einzusetzen.

Der Antrag verpflichtet die Landesregierung unter anderem dazu, eine begrenzte Anzahl entsprechender Geräte anzukaufen, klare Nutzungsmodalitäten festzulegen und Datenschutz sowie Datensicherheit zu gewährleisten. Die Tests sollen wissenschaftlich von EURAC Research und dem NOI Techpark begleitet und anschließend evaluiert werden. Am Ende der Testphase soll der Landtag über die Ergebnisse informiert werden.

Repetto verwies in der Begründung auf die rasche technologische Entwicklung im Bereich KI-gestützter Übersetzung, die von großen Technologiekonzernen bereits umgesetzt werde. Ziel sei es, Kommunikationsbarrieren im Gesundheitswesen abzubauen, ohne die gesetzlich vorgeschriebene Zweisprachigkeit infrage zu stellen. Der verpflichtende Zweisprachigkeitsnachweis bleibe unangetastet, die Technologie solle lediglich unterstützend wirken – insbesondere vor dem Hintergrund des zunehmenden Ärztemangels.

Unterstützung kam unter anderem von Franz Ploner und Paul Köllensperger (Team K). KI-Tools könnten die Arbeit des medizinischen Personals erleichtern, insbesondere angesichts internationaler Rekrutierungen. Voraussetzung sei jedoch eine praktikable, schnelle und datenschutzkonforme Anwendung ohne Speicherung personenbezogener Daten.

Kritik äußerten mehrere Abgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit. Sven Knoll sprach von einer Aushöhlung der Zweisprachigkeit und warnte vor Übersetzungsfehlern. Auch Hannes Rabensteiner und Jürgen Wirth Anderlan betonten die zentrale Bedeutung des direkten Arzt-Patienten-Gesprächs und warnten vor einem weiteren Verlust sprachlicher Rechte. Myriam Atz äußerte zudem erhebliche Bedenken hinsichtlich Datenschutz und sensibler Kommunikation im medizinischen Kontext.

Zeno Oberkofler (Grüne) plädierte dafür, die bestehenden Verständigungsprobleme im Gesundheitswesen offen anzusprechen und Lösungen zu suchen. Dabei müsse der Schutz sensibler Daten oberste Priorität haben.

Die Arbeiten des Plenums werden am Nachmittag mit der Stellungnahme der Landesregierung fortgesetzt.

Bezirk: Bozen

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