Von: mk
Bozen – Angesichts der aktuellen Kältewelle in Südtirol warnt die Organisation „Bozen Solidale“ vor einer lebensbedrohlichen Situation für Obdachlose. In der Landeshauptstadt schlafen derzeit über 100 Menschen bei klirrender Kälte im Freien – laut der Organisation eine Folge politisch veordneter Kürzungen.
„Seit Tagen erreichen uns Hilferufe von Menschen ohne Obdach, die dem beißenden Frost schutzlos ausgeliefert sind“, erklärt Bozen Solidale in einer aktuellen Stellungnahme. Dass allein in Bozen mehr als 100 Personen unter freiem Himmel schlafen müssen, sei die Konsequenz aus drastischen Kürzungen bei Aufnahmezentren und Schlafstellen, bemängelt die Vereinigung laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa.
Die Organisation kritisiert die aktuelle Strategie auf politischer Ebene: Seit einem Jahrzehnt werde versucht, Menschen durch fehlende Strukturen zu verdrängen. „Dies führt jedoch nicht zur Abwanderung, sondern steigert lediglich das soziale Elend“, kritisiert die Vereinigung. Besonders alarmierend sei: Viele der Betroffenen seien reguläre Arbeitnehmer, die schlichtweg keine bezahlbare Wohnung oder ein Zimmer finden könnten.
Forderung nach sofortigem Handeln
Mit Blick auf die bereits in der Vergangenheit verzeichneten Kältetoten im Land und die weiter sinkenden Temperaturen fordert Bozen Solidale ein sofortiges Eingreifen der Behörden. „Wir verlangen von den verantwortlichen Institutionen einen dringenden Notfallplan, um alle Menschen, die derzeit keinen Schutz vor der Kälte haben, in Sicherheit zu bringen“, erklärt Bozen Solidale abschließend.




Aktuell sind 21 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen