Von: APA/AFP/Reuters
Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat Israel wegen der ausgeweiteten Offensive gegen die Hisbollah-Miliz eine “bösartige und verwerfliche Aggression” gegen sein Land vorgeworfen. Er werde daran arbeiten, “das Leiden der Libanesen im Allgemeinen und der Bevölkerung des Südens im Besonderen” zu beenden, erklärte er am Montag auf X. Israels Premier Benjamin Netanyahu wies indes das Militär an, Ziele in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut anzugreifen.
Dies teilte Netanyahu in einer Erklärung mit. Bei dem Gebiet handelt es sich um die Hisbollah-Hochburg Dahiyeh. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) bezeichnete die Ausweitung der Offensive als “besorgniserregend”. “Die Ankündigung von Angriffen auf Beirut verurteilen wir scharf. Das ist ein massiver Bruch des Waffenstillstands und eine weitere Eskalation”, teilte sie in einer Aussendung mit. Zugleich bekräftigte sie die Forderung nach einer Entwaffnung der Hisbollah und pochte auf die Sicherheit der UNO-Soldaten im Libanon, die “höchste Priorität” für Österreich habe.
Der UNO-Sicherheitsrat sollte am Montag auf Antrag Frankreichs zu einer Dringlichkeitssitzung zur Lage im Libanon zusammenkommen. Netanyahu hatte die Einnahme der mittelalterlichen Burg Beaufort im Süden des Libanon am Sonntag als “entscheidenden Wendepunkt” bezeichnet. Seine Anweisung laute nun, die Kontrolle über Gebiete, “die unter der Kontrolle der Hisbollah standen”, zu vertiefen und auszuweiten.
Weitere Tote im Südlibanon
Bei einem israelischen Angriff in der Nacht wurden laut der libanesischen Staatsagentur NNA im Südlibanon acht Menschen getötet und 19 weitere verletzt. In Nordisrael gibt es derzeit wegen des Beschusses mit Raketen und Drohnen aus dem Nachbarland immer wieder Luftalarm. Israels Armee meldete auch einen weiteren getöteten Soldaten im Südlibanon. Israelischen Medien zufolge kam der Soldat bei einem Drohnenangriff der Hisbollah in der Nacht ums Leben.
Zwischen Israel und dem Libanon gilt seit Mitte April offiziell eine Waffenruhe, die von der pro-iranischen Hisbollah allerdings nicht anerkannt wird. Die Miliz, die im Libanon auch ein maßgeblicher politischer Faktor ist, setzt ihre Angriffe auf Israel fort, Israels Armee rückte in den vergangenen Tagen immer weiter in den Süden des Libanon vor.
Washington versucht einzuwirken
Die USA haben nach den Worten eines Regierungsvertreters im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon darauf gedrängt, dass die pro-iranische Miliz all ihre Angriffe auf Israel einstellt. “Im Gegenzug würde Israel von jeglicher Eskalation in Beirut absehen”, sagte der US-Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Demnach sprach US-Außenminister Marco Rubio mit Aoun und Netanyahu über die laufenden Verhandlungen. Die Hisbollah fordert, dass Israel zuerst die Angriffe einstellt.




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