Von: APA/Reuters
Libanons Präsident Joseph Aoun hat nach offiziellen Angaben mit US-Vizepräsident JD Vance über die Aufrechterhaltung der brüchigen Waffenruhe beraten. An dem Telefonat hätten auch der US-Gesandte Jared Kushner und der katarische Ministerpräsident Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani teilgenommen. Eine Feuerpause zwischen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon und dem US-Verbündeten Israel ist zentral für einen Friedensschluss zwischen dem Iran und den USA.
Am Wochenende kam es aber trotz der offiziellen Waffenruhe wieder zu Gefechten. Katar vermittelt in dem Konflikt.
Kein syrischer Militäreinsatz im Libanon
Nach den Worten des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa wird es trotz wiederholter Andeutungen von US-Präsident Donald Trump keinen Militäreinsatz im benachbarten Libanon geben. “Wir suchen nach wirtschaftlichen Kanälen zwischen dem Libanon und Syrien, nicht militärischen”, sagte al-Sharaa dem emiratischen TV-Sender Al-Mashhad. Syrien habe viele Mittel für einen “positiven Einfluss” auf den Libanon, das hänge aber vor allem vom Willen der libanesischen Regierung ab, sagte al-Sharaa in dem Sonntagabend ausgestrahlten Interview.
Trump hat mehrfach eine mögliche Beteiligung Syriens am Krieg zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon erwähnt. Dem Sender Fox News sagte Trump am Sonntag, er sei “enttäuscht, dass Israel die Hisbollah nicht wegstecken kann”. Israel “könne nichts machen, ohne Häuser zum Einsturz zu bringen”, sagte Trump. “Ich bin kurz davor, es an Syrien zu übergeben”, sagte Trump zum Kampf Israels gegen die Iran-treue Miliz.
Ähnlich hatte sich Trump schon beim G7-Gipfel in Frankreich geäußert. Al-Sharaa sprach daraufhin von Spekulationen und sagte nun, dass einige von Trumps Aussagen zu dem Thema falsch ausgelegt worden seien.
Verhandlungen mit Hisbollah am selben Tisch?
Al-Sharaa schloss nicht aus, dass seine Regierung mit Vertretern der Hisbollah verhandeln würde. “Wenn das den Interessen des Libanons dient und die Interessen Syriens schützt, warum nicht?”, sagte al-Sharaa auf eine entsprechende Frage. Neben einer Waffenruhe sei wichtig, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Libanon und Syrien wieder zu festigen.
Die Beziehungen zwischen Syrien und dem Libanon waren über Jahrzehnte von Spannungen und teils schweren Konflikten geprägt. Syrische Truppen waren während des Bürgerkriegs im Libanon (1975-1990) in das Nachbarland einmarschiert und offiziell erst 2005 abgezogen. Syriens Regierung hatte dort in dieser Zeit massiven Einfluss auf Politik, Militär und Sicherheitsbehörden.
In Syriens Bürgerkrieg ab 2011 war die Hisbollah mit Machthaber Bashar al-Assad verbündet, der Ende 2024 gestürzt wurde. Seitdem ist auch der Einfluss der Hisbollah in Syrien massiv gesunken. Verdeckt ist die Miliz aber weiterhin etwa am Waffenschmuggel beteiligt.




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