US-Präsident schimpft auch über die Nato

Trump stichelt erneut gegen Meloni

Samstag, 20. Juni 2026 | 16:52 Uhr

Von: mk

Washington, D.C./Rom – Nach dem Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald Trump und der italienischen Ministerpräsidentin Girogia Meloni legt Trump einen Scheit nach. Wie berichtet, hatte Trump in einem telefonischen Interview mit dem Fernsehsender La7 von sich aus behautet, Meloni habe um ein Foto mit ihm gebettelt. “Sie konnte einem wirklich leidtun”, meinte der US-Präsident. Die Reaktion von Meloni ließ nicht lange auf sich warten. In einem Beitrag auf Instagram wies sie die Aussagen als falsch zurück und erklärte, sie sei fassungslos. Sie wisse nicht, wieso der US-Präsident sich so gegenüber Verbündeten verhalte, betonte Meloni. Sie und Italien würden niemals um etwas betteln. Nun eskaliert der Streit weiter.

In Italien war es nach den Aussagen des US-Präsidenten unterdessen auch unter erklärten Trump-Anhängern zu Solidaritätsbekundungen für Meloni gekommen. Im Prinzip stellte sich die gesamte politische Rechte hinter die Ministerpräsidentin. Giovanbattista Fazzolari, Staatssekretär und Kommunikationschef in Melonis Partei Fratelli d’Italia, erklärte etwa: “Trumps Tiraden gegen Giorgia Meloni sind nur die jüngste Episode seiner Angriffe und Beleidigungen gegen europäische Staats- und Regierungschefs. Es ist unklar, ob er absichtlich oder aus Inkompetenz die historischen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa zerstört.”

Außenminister Antonio Tajani sagte sogar eine geplante Reise in die USA ab und bezeichnete Trumps Worte als “schwerwiegend und beleidigend”. Auch Lega-Chef Matteo Salvini ergriff Partei für Meloni. “Wer Giorgia angreift, greift uns alle an”, postete er auf Instagram.

Trump äußerte sich nun erneut abfällig über die italienische Regierungschefin. In einem Interview mit NBC erklärte er: “Meloni? Du warst eine großartige Unterstützerin. Aber ich möchte sie nicht als Fan haben, denn weder sie noch die Nato waren da, als es um die Meerenge ging.” Trump spielte damit auf den US-israelische Krieg mit dem Iran an. In der Vergangenheit hatte er sich mehr Unterstützung von Europa erwartet – und unter anderem auch von Italien.

In einem Beitrag auf seiner eigenen Social Media-Plattform Truth Social goss er weiter Öl ins Feuer. “Nachdem die USA den Iran besiegt haben, will Meloni erneut eine Freundin sein, um die Zahl ihre Anhänger zu vergrößern. Nein Danke”, schrieb Trump.

Gleichzeitig wiederholte er seine Äußerungen, die er im Interview mit La7 getätigt hatte. “Sie hat mich immer wieder um ein Foto während des G7-Gipfels in Frankreich gebeten”, schrieb Trump. “Ihre Popularität in Italien sinkt, vermutlich weil sie den USA den Rücken gekehrt hat – ein Land, das Italien wirklich liebt und schützt.”

Meloni habe sich geweigert, zu verhindern, dass der Iran Nuklearwaffen entwickle, fuhr Trump fort. “Sie hat uns nicht mal erlaubt, die italienischen Start- und Landepisten zu nutzen, und uns so beachtliche logistische Probleme während des Kriegs mit dem Iran bereitet, obwohl die USA jährlich Hunderte Milliarden für die Verteidigung Italiens und der anderen sogenannten Verbündeten in der Nato ausgeben”, wetterte der US-Präsident.

Meloni kontert erneut

Auch diesmal ließ Italiens Ministerpräsidentin die verbalen Entgleisungen nicht unbeantwortet. “Präsident Trump, diese ständigen und unbegründeten Angriffe sind völlig sinnlos”, antwortete Meloni in sozialen Netzwerken. “Was meine Popularität betrifft: Deine Freundin zu sein, hat sie sicher nicht begünstigt und sie hängt auch nicht von meiner Beziehung zu dir ab. Meine Beliebtheit basiert auf meiner Fähigkeit, die nationalen Interessen Italiens zu verteidigen, und genau das habe ich schon immer getan.”

Auch zu den US-Militärstützpunkten in Italien äußerte sich Meloni. Deren Nutzung sei durch Abkommen geregelt, “die wir stets respektiert haben und die nicht verletzt werden dürfen, solange ich Ministerpräsidentin bin. Italien bleibt eine souveräne Nation. In jedem Fall geht dich meine Popularität nichts an. Ich empfehle dir, dich auf deine eigene zu konzentrieren.”

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