„Kompatscher zahlt nur 22 Prozent an Einkommensteuern“

Mehr Netto vom Brutto? – Laut Köllensperger ein Privileg für wenige

Mittwoch, 17. Oktober 2018 | 19:06 Uhr

Bozen – Es ist in einer Solidargemeinschaft wichtig und richtig, dass jeder im Verhältnis zu seinen Einkünften zum Steueraufkommen beiträgt und dadurch mithilft die öffentlichen Dienste zu finanzieren. Dies betont der Landtagsabgeordnete Paul Köllensperger in einer Aussendung.

Ebenso wichtig wäre es, wenn die politischen Entscheidungsträger in transparenter und einfacher Art und Weise über ihre Einkünfte und die Steuern, die auf diesen Einkünften lasten, informieren würden. Wie hält es Landeshauptmann Kompatscher mit dieser Transparenz? Vielleicht wissen nicht alle Wähler, was die SVP ihm und seinen Regierungsmitgliedern mit dem Landesgesetz vom 19. Mai 2017 an Privilegien zugeschanzt hat! Vielleicht wissen die wenigsten, dass sich der Landeshauptmann eine Reduzierung der Besteuerung seines Gehaltes beschließen hat lassen, wodurch er derzeit den niedrigst möglichen Einkommensteuersatz zahlt? All dies während man die Arbeitnehmer in der SVP durch ihren Spitzenexponenten fordern lässt, dass für alle Arbeitnehmer mehr Netto vom Brutto übrig bleiben muss!“, meint Köllensperger.

Das Land Südtirol hat nur bescheidene Möglichkeiten, die Einkommensteuerbelastung für die Südtiroler zu reduzieren. Sehr wohl habe es aber Zuständigkeiten wenn es darum geht, Gehaltsbestandteile der Mitglieder der Landesregierung festzulegen. „Und genau das hat die SVP auch getan! Man hat große Teile der Einkünfte der Mitglieder der Landesregierung einfach per Landesgesetz für steuerfrei erklärt“, so der Abgeordnete.

Mit dem angesprochen Landesgesetz vom Mai 2017 sei es dem Landeshauptmann gelungen, die Steuerbelastung seines Einkommens von knapp der Hälfte auf gerade mal 22 Prozent zu senken. Wie ist das möglich? „Indem 35 Prozent seines Bruttoeinkommens als steuerfreie ‚pauschale Spesenrückerstattung‘ erklärt wurden. 4.600 Euro monatlich zuzüglich weitere steuerfreie 700 uro laut dem Regionalgesetz vom September 2012. Dies nach der bewährten SVP-Methode, ‚wir senken die Kosten der Politik, aber nicht das eigene Gehalt‘“, kritisiert Köllensperger.

Von Kompatschers Bruttogehalt, welches sich auf 15.100 Euro beläuft, würden daher 5.300 Euro von der Besteuerung ausgenommen. „Davon kann beispielsweise ein Manager mit gleichem Gehalt nur träumen. Dieser zahlt, bei gleichem Bruttogehalt, 27.500 Euro an Einkommensteuern pro Jahr mehr als der Herr Landeshauptmann. Summiert man dieses Privileg auf fünf Jahre, die die Legislatur andauert,  ergibt sich ein Betrag von Euro 137.500 an Steuern, die sich Herr Kompatscher im Verhältnis zum genannten Manager erspart. Eine Summe, die etwa dem sechsfachen Jahresbruttogehalt eines durchschnittlich verdienenden Südtiroler Arbeitnehmers entspricht“, gibt Köllensperger zu bedenken.

Dass es auch anders geht, zeige die Nachbarprovinz Trient. Hier habe die Politik sich der geforderten Gehaltsreduzierung durch das Monti Dekret aus dem Jahr 2012 angepasst und sowohl die Gehälter der Mitglieder der Landesregierung reduziert (der Trientiner Landeshauptmann verdient 13.800 Euro brutto monatlich) als auch die Gehaltsbestandteile im überwiegenden Ausmaß der ordentlichen Besteuerung unterworfen.

„Wir kritisieren das Bestehen von inakzeptablen Privilegien und Mangel an Transparenz“, erklärt der Abgeordnete. Das Team Köllensperger werde innerhalb von 100 Tagen nach einem Einzug in den Südtiroler Landtag einen Gesetzesantrag zur Abschaffung der „skandalösen Privilegien“ bei der Besteuerung der Gehälter der Mitglieder der Landesregierung stellen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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14 Kommentare auf "Mehr Netto vom Brutto? – Laut Köllensperger ein Privileg für wenige"


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gippes
gippes
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Bravo Köllensperger! Bin auf die Ausreden der betroffenen Politiker gespannt!

Rosenrot
Rosenrot
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Endlich mal einer, der der SVP die Leviten liest. Mich wundert es nicht, dass Köllensperger der Favorit für viele Südtiroler bei den kommenden Wahlen ist.

m69
m69
Kinig
1 Monat 1 Tag

Der Kölle, gehört in die Regierung! Punkt! 

Ich frage mich nur, sollte er in die Regierungsmannschaft eintreten, ob er dann auch die Eier hat, alles offen zu legen was die SVP bis jetzt vor der Öffentlichkeit verborgen hat???? 

Zutrauen würde ich es ihm!

wellen
wellen
Superredner
1 Monat 1 Tag

BravoKöllensberger! An die Regierung, rasch. SVP pfui

Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Was leistet sich da die liebe Politik noch alles???

Schmeißen wir alle verantwortlichen Politiker dieses unseriösen System Südtirol einfach am Sonntag aus den Sessel.🤑💰🤑

Der versäuchte Rest in den Wirtschaftsverbänden flieht dann von alleine. 🤑💰🤑

Packen wir’s an, die Zeit ist reif.⏰⏰⏰

longwolf
longwolf
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Hoppala, und zu den normalos draußen wird gesagt, kein Geld übrig.

Staenkerer
1 Monat 1 Tag

kölli, danke fürs aufdekn!
i hoff das de gschicht in de medien de runde mocht und den geldgeiern no mehr stimmen kostet!

Marco schwarz
Marco schwarz
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Privatwirtschaft mit Öffentlichem Amt vergleichen: na da ist der Köllensperger wo ins Fettnäpfchen getreten. An Landeshauptmann mit an Manager vergleichen? Das ist ein Vergleich von Apfel und Kokosnuss. Darauf fallen die Leute a no rein??? 🤣 Und er selbst? Wie ist es mit seinem Gehalt. Spendet er immer no, oder? Wo ist sein Programm? Das besteht nur aus kritisieren, getan hat er ja no nichts für Südtirol, ausser dass er durch a italienische Partei an seinen Sessel gekommen ist, der Sankt Paulus

Mistermah
Mistermah
Kinig
1 Monat 1 Tag

@Schwarz
du verteidigst das auch noch? 5300 Euro steuerfrei spesenrückvergütung im monat? 5000 euro spesen für was? um solche unfähigen kommentarschreiberlinge wie dich zu bezahlen, die mit ihren plumpen erklärungsversuchen diese noch schönreden wollen … ach nein, du erklärst ja nichts, wie auch, sowas ist nicht zu rechtfertigen! du beschimpfst nur jenen der dies ans licht brachte. mehr kann man ja auch nicht machen.
dein versuch ist leider erbärmlich ausgefallen.

marsmaennchen
marsmaennchen
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Er vergleicht nicht den Landeshauptmann mit einem Manager, sondern deren Steuerfreibeträge. Jener der Politiker ist beliebig hoch und kann jederzeit von ihnen erhöht werden. Jener des Managers ist – wie bei jedem anderen Normalsterblichen – gesetzlich festgelegt und kann von ihm (und keinem anderen Normalsterblichen) beliebig verändert werden. Es handelt sich hier um ein klares Politikerprivileg, und wenn man nicht gerade selbst ein solcher ist, gibt es keinen Grund, dieses zu verteidigen!

koyote
koyote
Neuling
1 Monat 1 Tag

de SVP` la kiarn zi stürzn
wos de ols augfiort homm in die leschtn Johr
Rentn usw………

Mistermah
Mistermah
Kinig
1 Monat 1 Tag

und ein privater darf (bzw. durfte, die neue bestimmungen kenne ich nicht genau) nur max 7500 Euro an spesenrückvergütung im jahr bekommen. Wieso ist das bei politikern anders???

Geri
Geri
Superredner
1 Monat 1 Tag

Ganz einfach…weil sie (die Politiker) im Grunde ja ganz arme Schlucker sind.
Wir bräuchten sie im Prinzip gar nicht, die Arbeiten, für die sie ‘unser’ Geld kassieren, machen in Wirklichkeit ja deren Direktoren. Und das sind im Grunde ganz normale Landesbedienstete mit versteuertem Gehalt. Also warum sparen wir uns nicht unser teuerstes Hobby und beauftragen diese Direktoren selbest mit der Landesregierung?

Lana77
Lana77
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Also hot er jo decht die versprochene Stuiersenkung durchgebrocht. Zwor lai für sich selber, ober er hot jo a vor die letschtn Wohln nit ausdrücklich gsog für wem ers tian will. 😁

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