Von: ka
Brixen – Aus aktuellem Anlass meldet sich die Umweltgruppe Eisacktal hyla mit einer Stellungnahme zur Rodung des Auwaldes in Brixen zu Wort.
Die Umweltgruppe Eisacktal hyla hat sich von Beginn an um eine ausgleichende und pragmatische Lösung für den ökologischen Konflikt rund um den Brixner Auwald in der Industriezone bemüht und dabei große Kompromissbereitschaft gezeigt. Diese Kompromissbereitschaft wurde von Seiten der Politik und Wirtschaft von Beginn an erwidert, wodurch ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis entstehen konnte.
Umso fraglicher erscheint uns die überstürzte Vorgehensweise, die nun an den Tag gelegt wird. Am vergangenen Freitag begannen in aller Frühe die Rodungsarbeiten im ersten Teilstück des Auwaldes. Die Umweltgruppe Eisacktal hyla kritisiert in aller Deutlichkeit den Zeitpunkt dieser Rodung. Der dafür notwendige Beschluss der Landesregierung liegt erst seit vergangenem Freitag, 27.02.2026 vor. Es wurden Fakten geschaffen, ohne die 60-tägige Rekursfrist, die in jedem Fall einzuhalten gewesen wäre, abzuwarten. Weiters weist die Umweltgruppe darauf hin, dass in diversen Gutachten und Umweltberichten festgehalten wurde, die Rodung dürfe nur vor der Brutsaison durchgeführt werden, womit in der Regel der Zeitraum vor dem 1. März gemeint ist. Auch wenn viele Arten noch nicht unmittelbar im Brutgeschäft sind, stecken sie bereits ihre Territorien ab, suchen Nistplätze und besetzen diese. Dieser empfindliche und sensible Prozess wurde gestört. Aus ökologischer und rechtlicher Sicht hätten die Arbeiten daher noch nicht beginnen dürfen, auch wenn dies eventuell eine Verschiebung bis in den Winter 2026-27 bedeutet hätte.
Das Unternehmen Progress hatte die als Auwald eingetragene Fläche erworben und dafür als Ausgleichsfläche ein ans Biotop „Millander Au“ angrenzendes Grundstück gekauft, das jetzt renaturiert wird. Wir möchten daher mit Nachdruck darauf hinweisen, dass die betreffenden Gutachten und Umweltberichte vorsehen, dass die Arbeiten zur ökologischen Aufwertung und Renaturierung der betreffenden Obstwiese zeitgleich mit den Arbeiten im Auwald Industriezone beginnen müssen. Dafür werden wir uns bei Unternehmen, Gemeinde und Ämtern einsetzen.
Die Umweltgruppe Eisacktal hyla hat diesen Flächentausch mitgetragen und ist nach wie vor der Meinung, dass mit der dadurch möglich gewordenen Erweiterung des Biotops Millander Au, eine bestehende Oase der Biodiversität noch weiter aufgewertet wird. Ziel der Maßnahme ist es ein Ökosystem wachsen zu lassen, dessen Biodiversität jene des ehemaligen Auwaldes noch erheblich übertrifft, v. a. was besonders sensible und geschützte Arten betrifft. Es ist uns daher ein großes Anliegen zu unterstreichen, dass wir mit der Vorgehensweise der Rodung nicht einverstanden sind.




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