US-Erfahrungen sprechen andere Sprache – ein Kommentar

Mehr Waffen, mehr Sicherheit?

Donnerstag, 15. August 2019 | 01:02 Uhr

Bozen – Gleich wie der italienische Innenminister Salvini glauben auch hierzulande viele Menschen, dass dem angeblichen Sicherheitsproblem am besten mit einem gelockerten Waffengesetz beizukommen sei. Wenn mehr Bürger bewaffnet seien, so die landläufige Meinung, bekämen weniger Einbrecher Lust, in bewohnte Häuser einzudringen.

Reuters

Aber so einfach ist es mit den Waffen nicht. Die Befürworter liberaler Waffengesetze verweisen gerne nach Amerika, wo das Recht auf Waffen in der Verfassung verankert ist und fast jeder Bürger eine Feuerwaffe frei erwerben kann. Aber die Schattenseiten dieser in den USA tief verankerten Tradition erreichen uns in immer kürzeren Abständen. Das „Recht auf Waffen“ ermöglicht es auch Fanatikern und Psychopathen, ihre zerstörerischen und mörderischen Pläne umzusetzen und dabei den größtmöglichen Schaden zu erzeugen. Zu kurz Gekommenen, die mit ihrem Unvermögen nicht klar kommen und ihren Hass auf „die anderen“ – seien es nun Latinos, Afroamerikaner oder einfach nur politische Gegner – richten, bieten Schusswaffen die ideale Möglichkeit, Dutzende von Unschuldigen mit in den eigenen Untergang zu nehmen, um so einmal in ihrem Leben traurige Berühmtheit zu erlangen. Die vielen Toten von El Paso sind dabei nur der letzte, traurige Höhepunkt.

APA/APA (AFP)/MARK RALSTON

Donald Trump, der seinen Wahlsieg nicht zuletzt der Unterstützung durch die Waffenlobby verdankt, schlägt immer größere Kritik entgegen. In den Staaten steigt der Druck, den Waffenbesitz endlich einzuschränken. Es sind nicht nur Tragödien wie jene von El Paso, Dayton oder Parkland, die nicht nur in der US-Öffentlichkeit, sondern weltweit für Entsetzen sorgen. Es sind schlicht auch die nackten Zahlen – Mord und Totschlag sind in den USA um das Vielfache häufiger als in den europäischen Staaten – die dem Argument „mehr Waffen, mehr Sicherheit“ den Wind aus dem Segel nehmen.

Trotz der Lockerungen ist das italienische Waffengesetz gerade im Vergleich mit den USA immer noch sehr restriktiv. Hoffen wir, dass das auch weiterhin so bleibt! Vielleicht schaffen wir es ja einmal, andernorts gemachte Fehler hierzulande nicht zu wiederholen.

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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23 Kommentare auf "Mehr Waffen, mehr Sicherheit?"


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toeeuni
toeeuni
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage
aha. das heißt das ureigenste recht oder sogar die pflicht des menschen sich selbst zu verteidigen soll abgeschwächt werden? eine feuerwaffe ist ein werkzeug, kein unterschied zu einem messer, einem schlagstock, einer faust. lieber ka, du wirst also im notfall nicht deine körpereigene waffe benutzen sondern hilflos auf die polizei warten? in den USA ist menschenmord verboten, somit ist alles mögliche getan. dass ein verrückter dagegen verstößt, da kann kein waffengesetz der welt was ausrichten, denn jeder bürger ist brav und rechtschaffend bevor er ein verbrechen verübt. es gilt die unschuldsvermutung. und ich nehme an die paris attentäter hatten einen… Weiterlesen »
denkbar
denkbar
Kinig
1 Monat 2 Tage

@zoeeuni. Das größte Problem, viele wissen nicht was Rechtsstaat ist, wie er aufgebaut ist, wie er funktioniert und dass er auch Schwachstellen hat, die aber immer noch besser sind als das mitterslterliche homo homini lupus und nur der Stärkere überlebt.

ivo815
ivo815
Kinig
1 Monat 2 Tage

@toeeuni
Sorry aber was du da von dir gibst ist Kindergartenargumentation und leicht wirr. Wirklich jede Statistik zeigt eindeutig, dass lockerere Waffengesetze nur eines mit sich ziehen, das sind mehr tote Menschen. Also noch mehr Waffen, noch mehr Tote. So einfach ist das. Dieses Geschwafel von Selbstverteidigung und Recht auf was weiß ich was, ist für Leute, die irgendwo im tiefen Mittelalter stecken geblieben sind.
Ach und noch was “Menschenmord” ist immer und überall, in jedem Land verboten.

toeeuni
toeeuni
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

@denkbar du hast recht. aber wenn, WENN es zu einer aussichtslosen situation kommt, dann heißt es entweder untergehen mit dem rechtsstaat, oder das überleben selbst in die hand nehmen. dieses “wenn” passiert natürlich sehr selten und vielleicht überwiegen die nachteile sogar. es ist aber ein gedankenspiel der freiheit der menschlich/tierischen natur.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 1 Tag

Mit einem Messer kann man Brot schneiden, mit einer Pistole nicht.
Eine Pistole ist ein Werkzeug? Was, außer damit auf jemanden schießen, kann man denn damit machen?
Viele Werkzeuge können als Waffen verwendet werden, aber nir wenige Waffen eignen sich als Werkzeuge

noergler
noergler
Tratscher
1 Monat 1 Tag

@toeeuni:
Wenn wenn wenn.
Also nimmst du haufenweise unschuldige Tote in Kauf, damit du ein bisschen ein besseres Gefühl hast?
Das sind noch echte westliche Werte 👍

Jason_Voorhees
Jason_Voorhees
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Ich glaube ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre es schon mal, wenn Medien und Politik die Bürger endlich mal ernst nehmen und von Ausdrücken wie “ANGEBLICHEN Sicherheitsproblem” (wie im Artikel) Abstand nehmen würden. Dieses “angeblich” soll doch nur bedeuten daß die Bürger sich alles bloß einbilden und in Wahrheit alles gaaanz toll ist. Und da beginnt der Frust und die Wut der Menschen schon zu keimen…

ivo815
ivo815
Kinig
1 Monat 1 Tag

So ein Blödsinn. Das so genannte „Sicherheitsproblem“ ist ausgemachter Schwachsinn, weshalb es in seriösen Medien auch entsprechend benannt werden muß. Alle Statistiken sprechen eine deutliche Sprache, Kriminalität ist rückläufig, seit Jahrzehnten. Der Mob der Vollhonks jedoch, lässt sich täglich mit Schreckensmeldungen berieseln und glaubt den Ängste schürenden Populisten. Das einzige, was rapide zunimmt ist massiver Mangel an Bildung.

Sun
Sun
Superredner
30 Tage 18 h

Jeder italienische Staatsbürger der nicht vorbestraft ist, darf bereits seit jahrzehnten
eine Waffe erwerben, welche er innerhalb seiner 4 Wände bei Notwehr benutzen darf. Eine Eskalation konnte ich bis heute nicht erkennen.

ivo815
ivo815
Kinig
30 Tage 6 h

Also alles gut, so wie es ist

Sun
Sun
Superredner
30 Tage 5 h

ivo, genau

Jazz
Jazz
Neuling
1 Monat 3 Tage

In Italien kommt auch jeder Verrückte zu einer Waffe auf dem Schwarzmarkt!!! Und wenn grad jemand will fährt er mit dem Auto in eine Menschenmenge so wie die Islamisten Attentäter machen!!!! Muss ja nicht ein Maschinengewehr sein zur Selbstverteidigung 🤣Wir haben zum Glück noch nicht soviel Verrückte wie Amerika

Staenkerer
1 Monat 3 Tage

tjo, ba de goggelegsetze und no laschere auslegung des strofmaßes, wundert mi, als absoluter woffengegner, der ruf noch woffn nit!
i war für absolutes schußwoffnverbot für jene de sie nit beruflich brauchn!

falschauer
30 Tage 20 h

wer glaubt, dass waffen mehr sicherheit bringen, hat den überblick verloren…..waffen bringen mit sicherheit mehr tote, aber ganz gewiss nicht mehr sicherheit…..wenn man bedenkt wie viele menschen in den letzten monaten wegen lapalien erschossen wurden, stehen einem die haare zu berge

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Waffenbesitz ja, aber nicht für jedenman. Weil verantwortungsvoller Umgang beim Besitz, Gebrauch und Aufbewahrung nötig sind ist eben jeder nicht dazu geeignet.

Staenkerer
1 Monat 3 Tage

enn man entlich imstonde isch de gsetze zu verschärfn und de richter dazu bring de schorfn strofn a auszuaorechn, nor gheart a rigoroses waffenverbot her (i bin für des)!
solong mir ober mit de gaunerfreundlichen goggelegsetze und -strofn lebn müßen, werd der ruf noch woffn für olle, nit verstummen!

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Es wäre genug wenn Diebstähle und andere Verbrechen härter bestraft würden, mit unseren Gesetzen ist es für solche Verbrecher praktisch eine Einladung und der Staat schaut zu. Wie haben die Carabinieri gesagt? Wir buchten die Verbrecher ein damit die Judikative sie dann am nächsten Tag wieder laufen lässt. So soll also ein Rechtsstaat funktionieren? Noch Fragen?

falschauer
1 Monat 1 Tag

wir zahlen alle steuern und das nicht wenig, dafür sollte uns der staat unter anderem sicherheit garantieren, alles andere ist unfug…waffen erhöhen nicht die sicherheit, sondern das gegenteil ist der fall…fehleinschätzungen von gefahrensituationen und unsachgemäßer umgang mit waffen, kann zu extrem gefährlichen situationen führen in welche unschuldige menschen verwickelt werden können….zudem sitzt manchen menschen der colt zu locker, das beste beispiel, der gestrige schusswechsel wegen eines parkplatzstreites, demzufolge zwei menschen erschossen wurden und man kann von glück reden, dass nicht unbeteiligte menschen involviert worden sind….mehr waffen kontrolle ja, mehr waffen entschieden nein!!!

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 1 Tag

Mehr Waffen, mehr Eskalation.
Mehr Waffen, mehr Unfälle.

Der jüngste Totschlag in den USA geht zu Lasten eines Babys, das in die Jacke der Mutter gefasst und so den Revolver betätigt hat. Ein sechsjähriger hat seiner kleinen Schwester in den Kopf geschosseb, die Waffe war nicht kindersicher untergebracht.
Waffenbesitz schützt nicht vor Dummheit.

Grantelbart
Grantelbart
Tratscher
1 Monat 11 h

Manche finden jeder sollte Zugang zu Schusswaffen haben da ja erst die böse Absicht ein Verbrechen ermöglicht und gegen die gebe es eh kein Mittel /Gesetz. Aber ich frage warum sollte man es Personen mit bösen Absichten oder psychischen Problemen erst recht leicht machen in kurzer Zeit viele umzubringen bevor der Staat einschreiten kann? Wer das fordert möchte vor allem eins, nämlich eine Waffe für sich selbst und keinen sonst, so hoffen sie ihrer Angst zu entkommen.

clasa
clasa
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Dann kann ich noch mehr pistolen bei Heckler und koch zusammen basteln

gschaidian
gschaidian
Tratscher
30 Tage 5 h

Da kann man herumdiskutieren solange man will. In einer Demokratie sagen die Wähler wo es lang geht. Wenn in Amerika seit jeher der Waffenbesitz gesetzlich verankert ist, so liegt es am Wähler dies ggf. zu ändern. Wenn dies unter allen bisherigen Regierungen nicht geschehen ist, dann wird es der Wähler schon so wollen. Genauso in Italien: Wenn der Wähler lockerere Waffengesetze will, wird er dementspechend dafür wählen, wenn nicht dann eben nicht. Es ist legitim darüber kontrovers zu diskutieren, mehr aber nicht.

Habedeis
Habedeis
Grünschnabel
28 Tage 23 h

Den bibelfesten Amis empfehle ich einen Satz aus dem Neuen Testament, “Wer zum Schwert greift wird durch das Schwert umkommen”.

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