Drohnenangriffe auf Ukraine und Russland

Mehrere Tote nach russischen Drohnenangriffen in Ukraine

Montag, 22. Juni 2026 | 11:08 Uhr

Von: APA/Reuters/dpa

In der Ukraine sind nach Angaben der Behörden bei russischen Drohnenangriffen fünf Menschen getötet worden. In der Gemeinde Snob-Nowhorodske im nordostukrainischen Gebiet Sumy habe ein Drohnenangriff das Haus einer kinderreichen Familie getroffen, teilte die regionale Staatsanwaltschaft mit. Ein 13-Jähriger, sein Vater und seine Großmutter seien ums Leben gekommen.

Den Angriff um kurz vor fünf Uhr morgens Ortszeit überlebten demnach die Mutter und zwei Geschwister. Die Ortschaft liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt. In Saporischschja im Südosten des Landes starb unterdessen eine Frau infolge eines russischen Drohnenangriffs, wie Gouverneur Iwan Fedorow auf Telegram mitteilte. Drei weitere Menschen seien verletzt worden. Der Flugkörper schlug demnach in ein Haus in einem Wohngebiet ein und löste einen Brand aus.

Angriffe auf Handelsschiffe

Russland attackierte nach ukrainischen Behördenangaben in der Nacht auf Montag auch mehrere zivile Handelsschiffe im Schwarzen Meer mit Drohnen. Auf einem Schiff unter der Flagge Panamas brach Vizeregierungschef Olexij Kuleba zufolge ein Feuer aus und ein Koch mit ägyptischer Staatsbürgerschaft kam ums Leben. Acht Besatzungsmitglieder mussten demnach evakuiert werden. Das Schiff sei nicht mehr seetüchtig gewesen, schrieb er.

Zuvor war bei einem russischen Raketenangriff auf die südukrainische Region Odessa nach Angaben des örtlichen Gouverneurs ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden. Russland habe eine ballistische Rakete vom Typ Iskander auf einen landwirtschaftlichen Betrieb abgefeuert, teilte Gouverneur Oleh Kiper auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Dabei seien Fahrzeuge und Treibstofftanks in Brand geraten.

Russische Flughäfen geschlossen

Wegen des Anflugs zahlreicher Drohnen sind die vier Flughäfen der russischen Hauptstadt Moskau kurzzeitig geschlossen worden. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte am Montag im Onlinedienst Telegram, es seien 59 Drohnen abgefangen worden. Rettungskräfte seien zu den Absturzstellen entsandt worden. Der Flugverkehr an den Hauptstadtflughäfen Scheremetjewo, Domodedowo und Wnukowo sowie Schukowski sei vorübergehend eingestellt worden, erklärte die Luftfahrtbehörde.

Sobjanin machte zwar keine Angaben darüber, woher die Drohnen kamen. Die Ukraine richtet aber immer wieder Drohnen gegen Russland als Vergeltung für russische Luftangriffe auf ukrainische Städte. In der Früh erklärten die russischen Behörden dann, die Moskauer Flughäfen seien wieder geöffnet.

Krise auf der Krim

Unterdessen verdichten sich die Zeichen für eine Krise auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim. In der Hafenstadt Sewastopol seien für Montag alle öffentlichen Open-Air-Veranstaltungen abgesagt worden, teilte Stadtgouverneur Michail Raswoschajew auf Telegram mit. Es werde auch keine Straßenbeleuchtung geben. Raswoschajew rief die Bevölkerung außerdem zum Stromsparen auf. Zuvor hatten ukrainische Drohnenangriffe auf Versorgungswege und Energieanlagen zu einem Treibstoffmangel in der bei russischen Touristen beliebten Urlaubsregion geführt.

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