Meloni ruft zum Dialog auf

Meloni warnt vor “Eskalation” zwischen Europa und den USA

Sonntag, 18. Januar 2026 | 12:51 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat nach den Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen europäische Länder im Konflikt um Grönland vor einer Eskalation gewarnt. Offensichtlich gebe es zwischen den beiden Seiten ein Kommunikationsproblem, sagte die rechtsgerichtete Regierungschefin bei einem Besuch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Jetzt sei es notwendig, “den Dialog wieder aufzunehmen und eine Eskalation zu vermeiden”.

Meloni bezeichnete die neuesten Zolldrohungen des US-Präsidenten, der Grönland für die USA beansprucht, als Fehler. Die Entsendung von Soldaten durch acht andere europäische Länder zu einer Erkundungsmission auf die dänische Insel sei nicht gegen die USA gerichtet. Dies dürfe nicht als “anti-amerikanisch” interpretiert werden. Die italienische Ministerpräsidentin berichtete, dass sie deshalb selbst mit Trump telefoniert habe. “Ich glaube, dass es in dieser Phase sehr wichtig ist, miteinander zu sprechen.”

Das NATO-Gründungsmitglied Italien beteiligt sich an der aktuellen Erkundungsmission unter dänischer Führung nicht. Meloni gilt im Kreis der europäischen Regierungschefs als eine derjenigen, die einen guten Zugang zu Trump haben. Der US-Präsident hatte am Samstag unter Verweis auf den Konflikt um Grönland zusätzliche Zölle gegen acht europäische Staaten – Dänemark, Deutschland, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland – angekündigt. Sie sollen gelten, bis ein Abkommen über den Verkauf der zu Dänemark gehörenden Insel an die USA erzielt ist.

Niederländischer Minister sieht “Erpressung”

Der niederländische Außenminister David van Weel kritisierte Trumps Zolldrohung gegen europäische Verbündete am Sonntag als unnötige “Erpressung”. Dieses Vorgehen Trumps helfe weder der NATO noch Grönland, sagte van Weel im niederländischen Fernsehen. Die NATO-Übung auf Grönland, an der sich die acht europäischen Länder beteiligen, gegen die Trump seine Zolldrohung gerichtet hat, solle die Bereitschaft Europas zeigen, beim Schutz der dänischen Arktisinsel zu helfen. Trump sollte die diplomatischen Bemühungen im Streit über seinen Anspruch auf Grönland nicht mit dem transatlantischen Handel verknüpfen.

Vertreter der EU-Staaten kommen am Sonntag zu einer Sondersitzung in Sachen Zölle zusammen. Nach den jüngsten Ankündigungen der USA sei für den Nachmittag eine außerordentliche Sitzung auf Botschafterebene einberufen worden, teilte die derzeitige zypriotische Ratspräsidentschaft mit. Ob dabei mögliche Gegenmaßnahmen besprochen werden, blieb zunächst unklar.

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