Von: luk
Moskau/Kamtschatka – Eine massive Kältewelle mit Temperaturen bis zu minus 55 Grad hat große Teile Russlands erfasst. Verantwortlich ist ein starkes Hochdruckgebiet, das laut russischem Hydrometeorologischem Zentrum außergewöhnlich kaltes und trockenes Wetter bringt. In vielen Regionen liegen die Temperaturen sieben bis 20 Grad unter dem langjährigen Mittel.
Besonders betroffen sind Sibirien, der Ural und der europäische Teil Russlands. Im Süden Sibiriens, etwa in den Regionen Nowosibirsk, Irkutsk und Krasnojarsk, wurden Temperaturen bis minus 53 Grad gemessen, im Norden Jakutiens sogar bis minus 55 Grad. Die Meteorologen sprechen von einem „extrem gefährlichen Frostniveau“.
Auch im Westen des Landes wird es deutlich kälter. In Moskau werden in den Nächten Temperaturen bis minus 22 Grad erwartet, örtlich sogar bis minus 26 Grad. Der Höhepunkt der Kälte soll am Wochenende erreicht werden. Behörden warnen vor möglichen Ausfällen in der Energie- und Versorgungsinfrastruktur.
Im Ural haben die Katastrophenschutzbehörden mobile Rettungseinheiten und Notlager in Bereitschaft versetzt. Entlang wichtiger Fernstraßen wurden beheizte Anlaufstellen eingerichtet, nachdem es in mehreren Ortschaften bereits zu Stromausfällen gekommen war.
Schnee bis zum siebten Stock
Während weite Landesteile unter extremem Frost leiden, kämpfen Regionen im Fernen Osten zusätzlich mit Schneestürmen und starkem Wind. Auf Kamtschatka wurde der Notstand ausgerufen. Dort schneite es tagelang nahezu ununterbrochen, stellenweise türmten sich die Schneemassen bis zur Höhe von sieben Stockwerken. Zwei Menschen kamen ums Leben, als Schnee von einem Dach stürzte. Behörden warnen vor Lawinen und Dachlawinen.
In den sozialen Medien kursieren Bilder und Videos. Sie zeigen, wie Kamtschatka vom Schnee regelrecht zugeschüttet wurde. Seit Tagen schneit es ohne Unterlass. Hinzu kommt ein Zyklon, der die Lage verschärft. Er brachte neben weiterem Schnee auch orkanartigen Wind, der die Schneemassen an Wohngebäuden auftürmt. Die Bewohner müssen tunnelartige Schneisen durch den Schnee schlagen, um überhaupt zu ihren Häusern zu gelangen.
Die Schneehänge an den Häusern sind aber nicht nur lästig und ein Hindernis. Die Bewohner machen das Beste daraus und nutzen sie als Schlittenhügel, wie im Video zu sehen ist.
Bereits vor wenigen Tagen machten im Internet Videos die Runde, wo Menschen von ihren Fenstern in höhergelegenen Stockwerken sprangen und sanft von den darunterliegenden Schneemassen aufgefangen wurden.
In Kamtschatka kann man sogar ohne zu Sterben aus einem Hochhausfenster springen 😂 pic.twitter.com/JrPYE0Y5u2
— Alina Lipp (@Alina_Lipp_X) January 15, 2026
Paradox erscheint die Lage in Jakutien: In einer der kältesten Regionen der Welt liegen die Temperaturen derzeit über dem Durchschnitt. Minus 35 Grad gelten dort aktuell als „ungewöhnlich warm“ – ein Effekt der außergewöhnlichen Wetterlage über Russland.





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