Romstraße: Neuer Wohnraum statt Autowerkstatt

Meran: Alessandra Ferrazzi feiert 102. Geburtstag

Mittwoch, 13. Juni 2018 | 12:58 Uhr

Meran – Die Meranerin Alessandra Ferrazzi hat kürzlich im Beisein ihrer drei Töchter und ihrer Enkelkinder ihren 102. Geburtstag gefeiert.

Frau Ferrazzi stammt aus der Provinz Brescia und lebt seit über vierzig Jahren in Meran. Dreißig Jahre lang war sie im Sozialbereich als frewillige Helferin tätig. Sozialstadtrat Stefan Frötscher hat der Jubilarin einen Besuch abgestattet und ihr einen Blumenstrauß sowie die Glückwünsche der Meraner Stadtverwaltung überbracht.

Angelo Antonio Cona mit Ehrenmedaille ausgezeichnet

Anlässlich des Festes der Republik, das am 2. Juni stattfand, hat Regierungskommissar Vito Cusumano im Herzogspalast in Bozen und im Beisein zahlreicher Ehrengäste die vom italienischen Staatspräsidenten jährlich verliehenen Ehrenmedaillen und Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik überreicht.

Mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet wurde auch Angelo Antonio Cona (1923-2002), der als Zwanzigjähriger in Griechenland kämpfte und nach dem Waffenstillstand vom 8. September 1943 zusammen mit weiteren hundertausenden italienischen Soldaten von der Wehrmacht als Militärinternierte zur Arbeit nach Deutschland deportiert wurde. Entgegengenommen wurde die Auszeichnung von seinem Sohn, dem Meraner Angelo Cona. An der Feier nahmen in Vertretung der Stadtverwaltung auch Sozialstadtrat Stefan Frötscher und Ratspräsidentin Francesca Schir teil.

Rennweg: zeitweiliger Verkehr in beiden Fahrtrichtungen

Die wegen der Baumschneidearbeiten verfügte Schließung der unteren Freiheitsstraße auf der Achse Rätiastraße/Petrarcastraße hat zu einem übergroßen Verkehrsaufkommen geführt. Aus diesem Grund wird der Rennweg ab sofort und bis 21. Juni für den Verkehr in beiden Fahrtrichtungen freigegeben.

Romstraße: Neuer Wohnraum statt Autowerkstatt

Der Stadtrat hat den Durchführungsplan angenommen, der die Bebauung zwischen Romstraße und Pfarrgasse regelt: Anstelle eines Autohauses entstehen 36 Wohnungen, Verkaufsflächen und ein neuer, der Öffentlichkeit zugänglicher Verbindungsweg zwischen den beiden stark befahrenen Straßen. Neue Maßstäbe werden in der Stadtökologie gesetzt.

Zwischen Romstraße und Pfarrgasse befindet sich heute inmitten einer Wohnbauzone eine Gewerbestruktur, dessen Eigentümer vor einigen Jahren beschlossen hat, sein Autohaus in die Handwerkerzone Bosin zu verlegen, die Hallen abzubrechen und stattdessen – dem Bauleitplan entsprechend – Wohnraum zu errichten.

Höher statt breiter

Im Januar 2018 hat der Stadtrat die Änderung des Bauleitplans gutheißen, wodurch für diese Zone ein Durchführungsplan vorgesehen wird. „Damit ist es möglich, dass im Vergleich zum Bauleitplan das neue Mehrfamilienhaus um rund drei Meter höher und maximal 17 Meter hoch werden kann – und damit ähnlich hoch wie die umliegenden Gebäude. Da für die 36 Wohnungen und rund 1.200 Quadratmeter Verkaufsflächen insgesamt 11.000 Kubikmeter Kubatur verbaut werden können, wurde nach einer städtebaulichen Lösung gesucht, damit das neue Gebäude schlanker gebaut wird und sich harmonischer in das bestehende Stadtbild einfügt“, so Nicola de Bertoldi vom Amt für Urbanistik. Während das Haus etwas mehr in den Himmel wächst, wird der Abstand zu den angrenzenden bestehenden Wohnhäusern nun also größer. Der Stadtrat hat sich dabei auch auf das Gutachten des Gestaltungsbeirats gestützt, ein beratendes Gremium aus drei renommierten, nicht in Meran wohnhaften Architekten.

Neuer öffentlicher Fußweg

In seiner gestrigen Sitzung hat der Stadtrat den Durchführungsplan angenommen. Der Plan sieht ein Gebäude mit Erdgeschoss und vier Stockwerken vor. Das letzte Stockwerk ist zurückgesetzt. Die Zufahrt per Auto zum Gebäude und zum Geschäft erfolgt über die Romstraße. Es werden 71 Parkplätze errichtet, wobei nur 16 davon zum Supermarkt gehören. Da die Verkaufsflächen zentrumsnahe sind, sind außerdem 24 Abstellplätze für Fahrräder vorgesehen. Rund ein Drittel des 3.500 Quadratmeter großen Grundstücks ist Grünfläche, auch ein Kinderspielplatz gehört dazu. Dies stellt eine wesentliche Verbesserung der Situation dar: Heute ist die gesamte Fläche asphaltiert. „Zwischen der Pfarrgasse und der Romstraße entsteht außerdem eine neue Verbindung für FußgängerInnen, die durch einen Teil des Gartens des Mehrfamilienhauses führt“, so Madeleine Rohrer, Stadträtin für Urbanistik. Der Fußweg ist von 7.00 bis 19.00 Uhr geöffnet und wird vom Eigentümer selbst instandgehalten.

Klimaschutz und Stadtökologie

Einmal fertiggestellt soll das neue Gebäude die Zertifizierung „KlimaHaus A Nature“ erhalten, d.h. die verwendeten Baumaterialien sind besonders umweltverträglich und für das Heizen und Kühlen des Gebäudes wird kaum Energie gebraucht. In Meran gibt es bisher noch kein als „KlimaHaus A Nature“ zertifiziertes Gebäude. Dieser Durchführungsplan berücksichtigt außerdem erstmals die ganz besondere Funktion, die Gebäude und Stadtgrün für die Artenvielfalt haben. So hat sich der Bauherr verpflichtet, Hecken aus einer großen Zahl an verschiedenen heimischen Arten anzulegen. Diese bieten insbesondere Vögeln einen Nistplatz. Auch Schmetterlinge, die wie andere Insekten Nutzpflanzen bestäuben, finden in solche sorgfältig geplanten Hecken Nahrung. Das geplante Gründach isoliert nicht nur das Haus, sondern kann richtig geplant Lebensraum für eine Vielfalt an Blumen und Insekten bieten. Zudem werden in das Gebäude Nistkästen für Schwalben und Fledermäuse eingebaut, die vor allem Mücken fressen. Diese Tierarten haben Nistplätze in der Stadt verloren, weil es kaum mehr Schlamm zum Bau der Nester gibt bzw. der Mensch Nischen geschlossen hat, um die ungeliebten Tauben zu vertreiben. Fledermäuse und Schwalben passen allerdings in kleinere Höhlen, sodass ihre Nester von Tauben nicht genutzt werden können. Alle diese neuen Maßhnahmen wurden in den Plan dank der wertvollen Beratung durch einen Fachmannes eingeführt. Gleichzeitig stellen sie kein Hindernis für die bauliche Nutzung der Flächen dar. „Die Gemeinde Meran hat eine eigene Strategie für eine artenreiche Stadt ausgearbeitet (http://www.gemeinde.meran.bz.it/de/Strategie_fuer_eine_artenreiche_Stadt), da die Vielfalt an Pflanzen und Tieren auch dem Menschen zugute kommt. Jetzt hat sich diese ein Unternehmer zu eigen gemacht und setzt neue Maßstäbe“, so Rohrer.

Publikation der Unterlagen im Bürgernetz

„In den kommenden Tagen werden alle Planungsdokumente im Bürgernetz publiziert. Interessierte haben 20 Tage Zeit, um ihre Bemerkungen schriftlich bei der Gemeinde zu hinterlegen. Erst nachdem die Stadtverwaltung diese bearbeitet hat, kann der Durchführungsplan endgültig genehmigt werden”, so De Bertoldi.

 

Von: mk

Bezirk: Burggrafenamt

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