FH verwundert

Milchzukäufe: “Rom verpflichtet auch Milchhöfe ihre Daten offenzulegen”

Donnerstag, 30. September 2021 | 17:20 Uhr

Bozen – Mit Verwunderung nimmt der freiheitliche Parteiobmann und Abgeordnete zur Kenntnis, “dass die Südtiroler Milchwirtschaft ihre Zukäufe aus Regionen bzw. Ländern außerhalb Südtirols nicht bekannt geben will und die Landesregierung darüber in Unkenntnis lässt, wieviel Milch in Südtirol verarbeitet wird. Spätestens mit dem jüngsten Gesetzesdekret verpflichtet Rom auch die Milchhöfe ihre Zukäufe offenzulegen.”

“Die Begründung seitens des Südtiroler Sennereiverbandes, dass ihm keine Norm bekannt wäre, welche ein ‘privates Unternehmen wie den Sennereiverband verpflichten würde, betriebsinterne Informationen und Daten an die öffentliche Verwaltung bzw. an die Legislative zu liefern’ ist für Leiter Reber umso erstaunlicher, da nach EU-Recht seit 2015 Erstankäufer von Rohmilch, also auch die Südtiroler Milchhöfe, verpflichtet sind, den zuständigen nationalen Behörden die Rohmilchmengen, die ihnen geliefert wurden, monatlich mitzuteilen.” Italien habe im selben Jahr bereits ein Dekret zur Herkunftsangabe der Milchzukäufe verabschiedet. Das jüngste italienische Gesetzesdekret vom 6. August 2021, welches am vergangenen 18. September in Kraft getreten ist, sehe die obligatorische Deklaration im Milchsektor und eine noch detailliertere Herkunftsangabe der Zukäufe ohnehin vor, so der freiheitliche Abgeordnete.

„Milchhöfe und Sennereien sind nunmehr verpflichtet, nicht nur die Zukäufe aus dem Ausland, sondern auch die von den einzelnen in Italien ansässigen Milcherzeugern direkt gelieferten Mengen an Rohmilch der öffentlichen Verwaltung zu übermitteln. Die Geheimniskrämerei über Südtirols Milchzukäufe muss spätestens jetzt beendet sein“, so Leiter Reber.

„Dieses Dekret ist eine Bestätigung unserer bisherigen Anfragen, denn wie soll die öffentliche Hand die richtigen Weichen stellen und den Milchsektor und die Landwirtschaft gezielt unterstützen können, wenn sie nicht weiß, um welche Milchmengen es sich überhaupt handelt“, so Leiter Reber. Die Freiheitlichen sehen sich durch das Dekret bestätigt und der Südtiroler Sennereiverband müsse nun feststellen, dass Brüssel und Rom im Sinne der Verbraucher und öffentlichen Verwaltung ein völlig anderes Verständnis darüber habe, welche Daten für eine Landesverwaltung relevant und von öffentlichem Charakter seien.

„Der Sennereibverband hat noch im Juni behauptet, dass sich Landtagsanfragen „nur auf öffentlich relevante Themen bzw. von der öffentlichen Hand verantwortete Bereiche beziehen dürfen“ und Südtirols Milchwirtschaft habe daher keinerlei Grund bekanntzugeben, wie viel Milch nach Südtirol importiert werde. Zum Glück sehen dies nicht nur wir, sondern auch Rom und die Europäische Union völlig anders“, so Leiter Reber. Auch nach „Südtiroler Recht“ stellt sich doch eine ähnliche Frage: ist das Land Südtirol als Träger und Inhaber des Qualitätszeichens etwa nicht berechtigt Informationen zu beziehen, wenn nicht sogar verpflichtet solche einzuholen?

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "Milchzukäufe: “Rom verpflichtet auch Milchhöfe ihre Daten offenzulegen”"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
maxi
maxi
Tratscher
19 Tage 23 h

Mit Futterzukäufe aus der Poebene und Milchzukäufe aus Deutschland versenkt sich die Südtiroler Milchwirtschaft selbst. Schade!

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
19 Tage 21 h

…beim original Südtiroler Speck isch net viel anders…
🤪

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
19 Tage 23 h

Mich würden die Gehälter der Obmänner interessieren.

Neumi
Neumi
Kinig
19 Tage 22 h

Bin mir ziemlich sicher, dass Politikergehälter öffentlich sind.

Faktenchecker
19 Tage 20 h

Die FH sollten mehr Milch trinken!

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
19 Tage 11 h

Dir würde es besser tun!

Tigre.di.montana
19 Tage 12 h

Es ist eine langfristige Senkung des Ansehens der Südtiroler Milchwirtschaft. Genauso wie bei den Gästen die sich Fragen wo denn die Südtiroler Schweine für den Südtiroler Speck leben, und denen man erklären muss dass das einzig Südtirolerische am Speck Räucherkammer, Lager und die Deminazione sind… Der Speck aber vorher holländisch oder münsterländer Dialekt verstand.

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