Von: APA/dpa/AFP
Bei israelischen Luftangriffen im Libanon sind nach libanesischen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden. Wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur am Sonntag berichtete, beschoss Israel in der Nacht unter anderem eine Wohnung in einem Wohnhaus in der Nähe von Sidon, der größten Stadt im Südlibanon. Dabei sei ein Mensch getötet worden. Bei einem Angriff auf das weiter südlich gelegene Dorf Katrani gab es nach Angaben des Gesundheitsministeriums drei Tote.
Wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, wurde durch den Angriff bei Sidon das dritte Stockwerk des Gebäudes zerstört. Die Feuerwehr bekämpfte einen Brand. Die Bewohner umliegender Häuser flohen aus ihren Wohnungen. In Sidon befindet sich das größte palästinensische Flüchtlingslager im Libanon, Ain al-Hilweh. Dort hatte Israel nach eigenen Angaben zuvor Angriffe gegen die islamistische Palästinenserorganisation Hamas geflogen, die mit der libanesischen Hisbollah-Miliz verbündet ist.
Die israelische Armee erklärte, die Angriffe am Sonntag hätten sich gegen mehrere Abschussvorrichtungen für Raketen gerichtet, “von denen aus Hisbollah-Terroristen unmittelbar Raketen auf Israel abschießen wollten”. Die pro-iranische Hisbollah erklärte ihrerseits am Sonntagmorgen, sie habe mehrere Gruppen israelischer Soldaten in Dörfern nahe der Grenze beschossen.
Israelische Bodentruppen gehen weiter gegen Hisbollah vor
Israelische Bodentruppen gehen im Südlibanon indes weiter gegen die Hisbollah-Miliz vor. Dutzende Milizionäre seien getötet worden, teilte die Armee mit. Zudem seien Waffenlager, ein Kommandozentrum und Beobachtungsposten der Hisbollah zerstört worden. Die Hisbollah liefert sich nach eigenen Angaben im Südlibanon “direkte” Kämpfe mit Israels Armee. Die Kämpfe in der südlibanesischen Stadt Chiam seien seit Samstagabend im Gange und dauerten an, so die Miliz.
Das Nordkommando der israelischen Armee setzt unterdessen nach eigenen Angaben Vorbereitungen fort, kommende Woche weitere Truppen aufzunehmen. Nach Darstellung des Nachrichtenportals “Axios” will Israel das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses einnehmen, um die militärische Infrastruktur der Hisbollah zu zerschlagen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte erneut ein Ende der gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah.
Wieder Angriffe aus dem Iran auf Israel
Bei einem weiteren iranischen Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv kam es nach israelischen Medienberichten zu mehreren Einschlägen. Videoaufnahmen zeigten, wie ein Fahrzeug in Flammen aufging. An anderen Orten waren Einschlagskrater zu sehen.
Der TV-Sender N12 berichtete, der Iran habe dem Verdacht nach erneut Streumunition eingesetzt. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden mindestens zwei Menschen verletzt. Ein zuvor aus dem Iran auf die Küstenstadt Eilat im Süden des Landes abgefeuerte Rakete sei von der Raketenabwehr abgefangen worden, hieß es in den Berichten.
Nach Medienberichten heulten Warnsirenen im Grenzgebiet zum Libanon sowie auf den besetzten Golanhöhen. Anschließend berichtete das israelische Nachrichtenportal “ynet”, auch aus dem Libanon seien zehn Raketen auf Israels Norden abgefeuert worden. Ein Teil davon sei von der Raketenabwehr abgefangen worden und der Rest in offenen Gebieten eingeschlagen. Es gab zunächst keine Berichte über Verletzte. In der Nacht hatte es in verschiedenen Orten in Israel Einschläge gegeben.
20 Festnahmen im Iran wegen mutmaßlicher Israel-Verbindungen
Die iranischen Behörden nahmen im Nordwesten des Landes mindestens 20 Menschen wegen des Verdachts der Zusammenarbeit mit Israel fest. Die Festnahmen erfolgten bei Razzien gegen mutmaßlich mit Israel verbundene Netzwerke in der Provinz West-Aserbaidschan, wie die iranische Nachrichtenagentur Fars am Sonntag unter Berufung auf den Staatsanwalt der Region, Hossein Majidi, berichtete.
“20 Menschen wurden festgenommen und inhaftiert”, nachdem sie “Informationen über Anlagen von Militär, Polizei und Sicherheitskräften an den zionistischen Feind geschickt haben”, berichtete Fars. Bei landesweiten Razzien haben die iranischen Behörden örtlichen Medien zufolge in den vergangenen Tagen hunderte Menschen wegen des Verdachts der Zusammenarbeit mit Israel und den USA festgenommen.




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