Dritter Angriff auf Flughafen in Niamey 2026

Ministerium: Soldaten meuterten gegen Militärjunta im Niger

Samstag, 29. August 2026 | 15:15 Uhr

Von: importer

Im Sahel-Staat Niger hat eine Gruppe von Soldaten gegen die Militärjunta gemeutert. Das teilte das Verteidigungsministerium im Staatsfernsehen mit. Die Aufständischen hätten zunächst ihre Kameraden innerhalb eines Stützpunkts am internationalen Flughafen der Hauptstadt Niamey festgesetzt, hieß es. Danach hätten sie weitere strategische Punkte in Niamey angegriffen. Der Aufstand sei jedoch eingedämmt und die Kontrolle schrittweise wiedererlangt worden, so das Ministerium.

Einem Militäroffizier zufolge hatten die meuternden Soldaten den internationalen Flughafen und zeitweise auch das Gebäude des staatlichen Fernsehsenders eingenommen. Nationale Sicherheitskräfte hätten demnach den Präsidentenpalast verteidigen können, sagte ein hochrangiges Mitglied des Militärs, das anonym bleiben wollte, der Deutsche Presse-Agentur.

In der Nacht auf Samstag war es zu Schüssen und Explosionen in der Hauptstadt gekommen. Einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur zufolge begannen die Unruhen gegen 1.00 Uhr Ortszeit (2.00 Uhr MEZ) und dauerten etwa sechs Stunden an. In mehreren Teilen Niameys war die Stromversorgung unterbrochen worden.

Dritter Angriff auf Flughafen 2026

Bereits Mitte Juni und im Jänner war es in der Hauptstadt zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Ziel war neben Regierungsgebäuden in beiden Fällen auch der Flughafen. Auf der angrenzenden Luftwaffenbasis sind unter anderem russische Söldner und von der Türkei erworbene Drohnen untergebracht. Im Jänner reklamierte ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS Sahel) den Angriff für sich.

Der großteils in der Wüste gelegene Binnenstaat Niger hat rund 28 Millionen Einwohner und ist eines der ärmsten Länder der Welt. Im Juli 2023 putschte sich das Militär an die Macht. Putschanführer General Abdourahamane Tiani, der eng mit Russland verbündet ist, ist mittlerweile ohne Wahlen bis mindestens 2030 zum neuen Präsidenten erklärt worden.

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