Von: luk
Bozen – Ein Jahr nach der Vereidigung von Bürgermeister Claudio Corrarati haben die Grünen im Gemeinderat von Bolzano eine kritische Zwischenbilanz zur Arbeit der Stadtregierung gezogen. Bei einer Pressekonferenz am Montag sprachen die Ratsmitglieder von einem Jahr voller „Skandale, Peinlichkeiten und Verzögerungen“ statt konkreter Reformen.
Die Grünen werfen der Rechtsmehrheit vor, wichtige Projekte für die Stadtentwicklung nicht voranzubringen. In ihrer Mitteilung verweisen sie unter anderem auf Verzögerungen beim Gemeindeentwicklungsplan, beim Bahnhofsareal sowie beim Hörtenbergtunnel. Auch der Stadtplan für Grünflächen und Maßnahmen im Wohnbau seien nur schleppend umgesetzt worden.
Kritisiert wird zudem die Verkehrspolitik der Stadtregierung. Nach Ansicht der Grünen sei der Generalplan für den städtischen Verkehr (PGTU) mit den vorgesehenen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen und dem Konzept der „Soft Mobility“ weitgehend ignoriert worden. Die Oppositionspartei fordert unter anderem Tempo 30 auf allen lokalen Stadtstraßen sowie ein Fahrverbot für Schwerverkehr in Wohngebieten.
Auch im Klimaschutz sehen die Grünen schwere Versäumnisse. Die Vorschläge des Klima-Bürgerrats aus dem Jahr 2025 seien „in skandalöser Weise“ beiseitegeschoben worden, so Rudi Benedikter. Zudem fehle weiterhin eine konkrete Lösung für einen sogenannten „Talfer-Beach“ beziehungsweise eine Badezone an der Talfer für die Sommermonate.
Neben der Kritik präsentierten die Grünen auch eigene politische Prioritäten. Dazu zählen eine „Wohnungsoffensive“ mit 1.500 Wohnungen zu gedeckelten Mieten, neue Unterkünfte für Arbeiter, die rasche Umgestaltung der Huber-Kaserne sowie die Umsetzung von Zwischennutzungsprojekten am Bahnhofsareal.
Unterzeichnet wurde die Stellungnahme von den Gemeinderatsmitgliedern Benedikter, Rabini, Brugger und Di Biasio.




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