Übergabe der strategischen Forderungen für inklusiven Sport

Monitoringausschuss trifft Landtagspräsident Gennaccaro

Montag, 08. Juni 2026 | 15:41 Uhr

Von: mk

Bozen – Der Südtiroler Monitoringausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen hat im Rahmen seiner letzten internen Sitzung vor der Sommerpause, die am heutigen Montagvormittag im Südtiroler Landtag in Bozen stattgefunden hat, wichtige Zukunftsthemen behandelt sowie den dritten und letzten Teil seiner strategischen Forderungen vorgestellt. Im Mittelpunkt standen dabei die Übergabe von Empfehlungen für einen inklusiven Sport an Landesrat Peter Brunner und der Besuch des kürzlich gewählten Landtagspräsidenten Angelo Gennaccaro.

„Die Rechte von Menschen mit Behinderungen müssen in allen politischen Bereichen mitgedacht werden. Der Monitoringausschuss leistet dabei eine wichtige Arbeit, weil er die Erfahrungen und Anliegen der Betroffenen direkt in die politischen Entscheidungsprozesse einbringt. Dieser Dialog ist für eine inklusive Gesellschaft unverzichtbar“, betonte Landtagspräsident Gennaccaro, der anlässlich seines Amtsantritts den direkten Austausch mit den Mitgliedern des Monitoringausschusses suchte. „Ein besonderes Zeichen“, wie Brigitte Hofer, Vorsitzende des Südtiroler Monitoringausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, unterstrich.

„Die heutige Sitzung war von großer Bedeutung. Mit der Übergabe unserer strategischen Forderungen zum Bereich Sport setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt, um die Anliegen von Menschen mit Behinderungen in die politischen Entscheidungsprozesse einzubringen. Gleichzeitig bot die Sitzung die Gelegenheit, aktuelle Schwerpunktthemen zu diskutieren und den Austausch mit dem neu gewählten Landtagspräsidenten Angelo Gennaccaro zu vertiefen“, so Monitoringausschuss-Vorsitzende Hofer.

Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Vorstellung und offizielle Übergabe der strategischen Forderungen im Bereich Sport an Landesrat Peter Brunner. Diese bilden den Abschluss einer mehrteiligen Strategie des Monitoringausschusses und basieren auf den Ergebnissen der öffentlichen Sitzung vom 19. November 2024 sowie den dort durchgeführten Workshops.

Die Forderungen verfolgen das Ziel, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Sport nachhaltig zu stärken. Vorgeschlagen werden unter anderem eine verstärkte Sensibilisierung und Ansprache – insbesondere von Kindern und Jugendlichen –, ein verbesserter Zugang zu bestehenden Sportangeboten sowie die Unterstützung von Sportvereinen bei der barrierefreien und inklusiven Gestaltung ihrer Angebote.

Landesrat Brunner nahm die Vorschläge entgegen und erklärte: „Sport verbindet Menschen, stärkt die Gesundheit und fördert das Gemeinschaftsgefühl. Deshalb unterstützen wir in Südtirol unsere Sportvereine gezielt dabei, inklusive Angebote umzusetzen. Über die Sportförderung setzen wir hier seit Jahren klare Schwerpunkte – etwa durch die gezielte Berücksichtigung des Behindertensports sowie durch die Gleichstellung des paralympischen und olympischen Komitees. Die Vorschläge des Monitoringausschusses sind ein wichtiger Impuls, um diesen Weg gemeinsam mit den Vereinen weiterzugehen und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Sport noch konsequenter zu stärken.“

„Menschen mit Behinderungen haben das gleiche Recht auf Sport, Bewegung und Gemeinschaft wie alle anderen“, hob die Vorsitzende des Monitoringausschusses, Brigitte Hofer, die Bedeutung der Forderungen hervor. „Inklusion im Sport darf nicht vom Zufall oder vom Engagement Einzelner abhängen. Es braucht klare Rahmenbedingungen, barrierefreie Strukturen und ein breites Bewusstsein dafür, dass Sport für alle Menschen offen sein muss. Mit unseren Vorschlägen zeigen wir konkrete Wege auf, wie dieses Ziel erreicht werden kann.“

Ein weiterer Programmpunkt der Sitzung war die Vorstellung eines Projekts zum Thema sexuelle Orientierung und Behinderung durch Carla Maria Reale, Senior Researcher von Eurac. Im Fokus standen die Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen innerhalb der LGBTQIA+-Community sowie Fragen der Sichtbarkeit, Teilhabe und Mehrfachdiskriminierung.

Darüber hinaus befasste sich der Monitoringausschuss mit den Vorbereitungen zum Disability Pride Month im Juli, der Neuauflage des landesweiten Schulprojektes Ideenwettbewerb für Mittelschulklassen sowie der öffentlichen Sitzung zum Jahresthema „Gewalt an Menschen mit Behinderungen“, die am 28. Januar 2027 stattfinden wird.

Im September trifft sich der Monitoringausschuss zu seiner nächsten Sitzung.

Bezirk: Bozen

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