Über Kiew steigt nach Angriffen Rauch auf

Nach Selenskyj-Warnung Explosionen und Toter in Kiew

Donnerstag, 30. Juli 2026 | 05:21 Uhr

Von: importer

Nur wenige Stunden nach der Warnung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor einem drohenden “massiven” russischen Angriff ist in Kiew Luftalarm ausgelöst worden. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete in der Nacht auf Donnerstag von mehreren Explosionen in der ukrainischen Hauptstadt. Dabei wurde laut offiziellen Angaben mindestens ein Mensch getötet. Die Ukraine griff indes wieder den russischen Online-Händler Wildberries an.

“Luftalarm in Kiew wegen der Gefahr des Einsatzes ballistischer Waffen”, warnte die Militärverwaltung gegen Mitternacht. Sie appellierte an die Bewohner der Hauptstadt: “Suchen Sie unverzüglich die nächstgelegenen Schutzräume auf und bleiben Sie dort, bis die Gefahr vorüber ist.” Das benachbarte Polen ließ als Reaktion Kampfjets aufsteigen, um seinen Luftraum zu sichern. Die polnischen Streitkräfte sprechen von einer Vorsichtsmaßnahme.

Ukraine greift erneut Online-Händler Wildberries an

Das ukrainische Militär attackierte in der Nacht erneut den russischen Online-Händler Wildberries. Durch Drohnenbeschuss wurde ein großes Lager des Unternehmens in der russischen Region Pensa in Brand gesetzt, wie der Gouverneur der Region, Oleg Melnitschenko, nach Angaben der staatlichen Agentur Tass mitteilte. Dabei habe es mindestens einen Verletzten gegeben. Rund 200 Mitarbeiter seien evakuiert worden.

Seit diesem Monat attackiert die Ukraine immer wieder Logistikzentren des größten russischen Versandhauses. Die symbolträchtigen und weithin sichtbaren Angriffe auf Wildberries verursachen große Schäden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft der Firma vor, mit Material zu handeln, das für den 2022 begonnenen Angriffskrieg gegen sein Land verwendet werde. Der Kreml weist das kategorisch zurück.

Selenskyj will auch russische Mittelschicht treffen

Ein Ziel der ukrainischen Führung scheint aber auch zu sein, Unruhe in der Mittelschicht russischer Städte zu schüren, die gern online einkauft. Infolge der Angriffe und dadurch gestörten Lieferketten bekommt sie die Kriegsfolgen nun stärker zu spüren als zuvor.

In der Nacht auf Mittwoch hatte die Ukraine in der russischen Stadt Rjasan ein großes Logistikzentrum von Wildberries und eine Raffinerie angegriffen.

Selenskyj warnte vor “massivem” Angriff

Zuvor hatte Selenskyj vor einem drohenden “massiven” russischen Luftangriff in der Nacht auf Donnerstag gewarnt. “Die Russen haben vor einigen Tagen einen massiven Angriff vorbereitet, und es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Angriff heute Nacht ausgeführt wird”, schrieb Selenskyj am Mittwochabend im Kurzbotschaftendienst X. Er rief die Bevölkerung im ganzen Land auf, auf einen möglichen Luftalarm zu achten.

Selenskyj rief zudem die USA und weitere westliche Verbündete der Ukraine dazu auf, Patriot-Luftabwehrraketen zu liefern. Kiew benötigt diese zur Abwehr von russischen Angriffen mit ballistischen Raketen. Am Dienstag hatte Selenskyj in Washington mit US-Präsident Donald Trump über das Patriot-Abwehrsystem gesprochen.

Pilot von Kampfjet wohlauf

Indes stürzte ein für die Luftraumverteidigung wertvoller westlicher F-16-Kampfjet ab. Die Maschine sei abgestürzt, als sie feindliche Flugobjekte abfing, teilte die ukrainische Luftwaffe am Mittwochabend mit. “Vorläufigen Informationen nach gab es eine Notfallsituation an Bord, der Pilot musste sich per Schleudersitz retten”, heißt es in der Mitteilung. Der Pilot ist demnach wohlauf, am Boden gab es keine Schäden und Opfer.

Die Ukraine hat nach langem Werben bei westlichen Partnern 2024 die ersten Kampfjets des Typs F-16 erhalten. Die Flugzeuge werden vor allem bei der Abwehr russischer Drohnen- und Raketenangriffe eingesetzt. Mehrere Maschinen sind bei den riskanten Manövern bereits abgestürzt, die erste kurz nach Beginn der Lieferungen.

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